Spielberichte

Fabian Krawczyk (Sportlicher Leiter SV Hoheneich): „Mit neutralem Schiri wäre es anders ausgegangen“

SC Zwettl II
SV Hoheneich

In der 2. Klasse Waldviertel Zentral setzte sich der SC Zwettl II in der 20. Runde mit 4:1 gegen den SV Hoheneich durch. Nach einer 2:0-Pausenführung verteidigten die Hausherren den Vorsprung abgeklärt und legten nach, Hoheneich kam nur kurz heran. Sportchef Fabian Krawczyk ärgerte sich zwar massiv über den Unparteiischen, sprach von Abseitstoren und aus seiner Sicht verwehrten Elfmetern, erkannte aber auch an, dass Zwettl „gearbeitet hat“ und vor dem Tor kaltschnäuziger war. Der Dreierpack von Jakob Seemann und der frühe Dämpfer durch Fabio Derin gaben am Ende den Ausschlag in einem Spiel, das Hoheneich zu selten in den eigenen Rhythmus brachte.

Ball in Neonfarben auf Rasen vor Tornetz

Foto von Ben Hershey auf Unsplash

Zwettl schlägt früh zu, Seemann schnürt den Dreierpack

Zwettl erwischte den besseren Start und legte die Basis schon in der Anfangsphase. Nach neun Minuten stand es 1:0, Fabio Derin traf zur frühen Führung und gab den Ton vor. Hoheneich suchte daraufhin den Zugriff, fand aber zu selten die klaren Momente im letzten Drittel. Kurz vor der Pause wurde es für die Gäste noch unangenehmer: In Minute 34 legte Jakob Seemann das 2:0 nach, mit diesem Polster ging es in die Kabinen. Direkt nach Wiederbeginn meldete sich Hoheneich zurück: Matthias Fichtinger stellte in der 47. Minute auf 2:1 und brachte sein Team wieder ins Spiel. Doch Zwettl blieb eiskalt. Seemann erhöhte nach 57 Minuten auf 3:1 und legte nur sechs Minuten später das 4:1 nach (63.). Damit war der Deckel drauf: Seemann krönte seinen Auftritt mit einem Dreierpack, während Hoheneich trotz Bemühungen nicht mehr zurückkam.

„Abseits, Elfer, Hektik“ – Krawczyks Sicht auf die strittigen Szenen

Fabian Krawczyk verkniff sich nach Abpfiff keine klaren Worte. „Das 1:0 war aus unserer Sicht klar abseits. Jeder hat's gesehen, bis auf den Schiedsrichter“, sagte der sportliche Leiter und ergänzte, der Treffer sei „der Auslöser für eine hitzigere Partie, als nötig“ gewesen. In seiner Bewertung sparte er nicht: „Es war mit Abstand die schlechteste Schiedsrichterleistung, die ich jemals miterlebt habe.“ Krawczyk blieb bei dieser Linie, ohne die Gastgeber anzupatzen: „Zwettl kann nichts dafür. Aber der Schiedsrichter hat uns Elfmeter verwehrt – auch wenn er einen gepfiffen hat – und zwei Abseitstore für Zwettl gegeben.“ Er verwies sogar auf Videoaufnahmen: „Jeder, der will, kann sich selbst ein Bild machen.“ Wichtig ist: Das sind die Eindrücke des Hoheneicher Sportchefs. Am Ergebnis änderte die Aufregung nichts – Zwettl nutzte seine Chancen konsequent und zog davon.

Hoheneichs Analyse: Probleme im Aufbau, lange Bälle – und trotzdem der Blick nach vorne

Neben der Schiri-Debatte nahm Krawczyk seine Mannschaft in die Pflicht. „Beim Aufbauspiel haben wir uns schwergetan. Dann haben wir es wieder mit langen Bällen probiert, das hat nicht so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt hätten“, erklärte er. Chancen waren trotzdem da: „In der ersten Halbzeit hatten wir gute Möglichkeiten, leider wollte der Ball nicht ins Tor.“ Aus seiner Sicht agierte Zwettl nach der Führung abgeklärt: „Nach der komfortablen Halbzeitführung haben sie hinten den Ball laufen lassen und auf Konter gewartet.“ Gleichzeitig streute er fair ein Lob: „Gratulation an Zwettl. Die Jungen haben gekämpft, gearbeitet und sich den Sieg mehr verdient als wir.“ Sorgen bereitet ihm eine mögliche schwere Knieverletzung bei Stefan Hobbiger – „da steht noch der Befund aus“, betonte er.

In der Tabelle hält Zwettl nun bei 28 Punkten (Rang neun), Hoheneich bei 22 Zählern (Platz zwölf). Krawczyk richtet den Blick dennoch nach vorn: „Wir stecken den Kopf nicht in den Sand. Wir können jeden schlagen – das wollen wir nächste Woche wieder zeigen und den Nächsten ärgern.“

2. Klasse Waldviertel Zentral: Zwettl II : Hoheneich - 4:1 (2:0)

  • 63
    Jakob Seemann 4:1
  • 57
    Jakob Seemann 3:1
  • 47
    Matthias Fichtinger 2:1
  • 34
    Jakob Seemann 2:0
  • 9
    Fabio Derin 1:0