Spielberichte

„Wir hätten in Führung gehen müssen“ – USC Bad Großpertholz startet mit 1:1 im Derby

Bad Großpertholz
SV Weitra

Im Auftakt der 2. Klasse Waldviertel Zentral hat sich USC Bad Großpertholz im Derby mit SV Weitra 1:1 getrennt. Nach einem chancenarmen und über weite Strecken zerfahrenen Spiel sah Trainer David Artner seine Mannschaft zwar als aktiveres Team, zugleich aber auch als zu wenig zwingend. Vor allem die verpasste Führung war für ihn der Punkt, an dem die Partie wohl anders hätte laufen können.

Torwart in Neongrün, im Vordergrund der Ball

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Zerfahrene erste Hälfte, viel Nervosität auf beiden Seiten

Dass dieses Derby in der ersten Runde nicht sofort zu einem flüssigen Fußballabend werden würde, hatte sich laut David Artner früh gezeigt. "Es war ein richtiges Derby in der ersten Runde. Man hat am Anfang die Nervosität bei beiden Mannschaften gemerkt, vor allem bei uns", sagte der Trainer. Gerade im eigenen Spiel mit Ball blieb USC Bad Großpertholz zunächst unter den Vorstellungen. "Wir haben unser Kombinationsspiel nicht so aufziehen können, wie wir das in der Vorbereitung schon geschafft haben", erklärte Artner. Das passte zum Bild einer Partie, die bis zur Pause beim 0:0 festhing. Bad Großpertholz hatte zwar eine gute Freistoßchance und laut Trainer noch zwei, drei Möglichkeiten, auf der anderen Seite wurde aber auch SV Weitra im Konter ein-, zweimal gefährlich. Vieles blieb Stückwerk, der Rhythmus kam kaum zustande.

Rückstand nach der Pause, Natr gleicht aus

Nach dem Seitenwechsel bekam das Spiel dann zumindest am Ergebnis mehr Bewegung. In der 53. Minute brachte Ivo Pistek SV Weitra mit 1:0 in Führung, womit USC Bad Großpertholz genau in jene Lage geriet, die Artner im Nachhinein als besonders unangenehm beschrieb. "Wir hätten es schaffen müssen, in Führung zu gehen. Dann wäre es ein offeneres Spiel geworden, weil Weitra ein bissl hätte aufmachen müssen", sagte er. So aber spielte der Rückstand dem Gegner in die Karten. Artner sprach von zwei Elfmeterpfiffen, die aus seiner Sicht "eher fragwürdig" gewesen seien, hielt aber auch fest: "Dadurch, dass beide gegeben wurden, war das dann auch okay so." In der 76. Minute kam Bad Großpertholz durch Dominik Natr zum 1:1 zurück. Kurz vor Schluss war sogar noch die Möglichkeit da, die Partie ganz zu drehen, doch es blieb beim Remis. "Im Großen und Ganzen geht das 1:1 wahrscheinlich so in Ordnung", meinte Artner daher nüchtern.

Mehr Ballbesitz, viel Aufwand und der Blick schon nach vorne

Trotz aller Kritik am Spielverlauf stellte sich der Trainer klar vor seine Mannschaft. "Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen", sagte Artner und begründete das auch mit der Art, wie seine Elf nach dem Rückstand im Spiel blieb. Bad Großpertholz habe viele einfache Fehlpässe und Ballverluste gehabt, sei aber trotzdem seiner Linie treu geblieben. "Wir haben unser Spiel 90 Minuten versucht durchzuziehen, auch wenn es nicht so gut funktioniert hat, wie wir das wollten." Positiv hob er das Defensivverhalten hervor. "Wir haben sehr konsequent verteidigt", sagte Artner, obwohl bekannt gewesen sei, dass SV Weitra im Umschalten gefährlich werden kann. Gleichzeitig sprach er davon, dass seine Mannschaft mehr Ballbesitz hatte, aktiv war und "das Heft in die Hand genommen" habe, den Abwehrriegel aber nicht knacken konnte. Dazu kam sein Eindruck, dass der Gegner mit Zweikampfhärte, taktischen Fouls und einer großzügigen Linie des Schiedsrichters das Spiel erfolgreich störte. Artner wollte den Fokus danach dennoch rasch wieder auf die eigene Entwicklung legen: "Meine Mannschaft hat nicht aufgegeben. Wir haben es geschafft, uns zurückzukämpfen." Mit dem Punkt müsse man nun leben, nächste Woche gehe es schon mit dem nächsten Derby weiter.

2. Klasse Waldviertel Zentral: Bad Großpertholz : Weitra - 1:1 (0:0)

  • 76
    Dominik Natr 1:1
  • 53
    Ivo Pistek 0:1