Spielberichte

„Mit dem 2:2 kam noch einmal der letzte Schub“ – Bad Großpertholz dreht das Spiel in der Nachspielzeit

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Bad Großpertholz
USC Rappottenstein

In der 2. Klasse Waldviertel Zentral hat sich USC Bad Großpertholz am Freitagabend gegen USC Jungwirth Rappottenstein mit 3:2 durchgesetzt – und dafür bis tief in die Nachspielzeit arbeiten müssen. Trainer David Artner sprach danach von einem verdienten, wegen des späten Verlaufs aber dennoch glücklichen Sieg. Seine Mannschaft lief früh einem Rückstand hinterher, lag auch zur Pause zurück, blieb aber dran und drehte die Partie in den letzten Minuten noch komplett.

Fußbälle und Trainingshütchen auf Rasen

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Wieder früher Rückstand, aber Bad Großpertholz bleibt im Spiel

Aus Sicht von David Artner begann die Partie genau so, wie man sie in Bad Großpertholz eigentlich unbedingt vermeiden wollte. „Wir sind leider wieder mit einem 0:1 ins Spiel gestartet“, sagte der Trainer, der damit auf den frühen Treffer von Adam Brandstetter in der 5. Minute anspielte. Artner ärgerte dabei vor allem, dass seine Mannschaft den Gegenspieler vor dem Abschluss nicht entschlossen genug unter Druck bekam. Trotzdem fiel seine Analyse danach nicht nur negativ aus. Er hatte den Eindruck, dass sein Team nach diesem Nackenschlag sofort wieder ins Spiel fand. „Danach waren wir gut im Spiel und haben eigentlich über neunzig Minuten das Spiel bestimmt“, sagte er. Der Ausgleich zum 1:1 durch Miroslav Kucera in der 22. Minute passte genau zu diesem Bild. Nach einem abgefälschten Ball von Lukas Holzinger kam Kucera zum Abschluss und traf. Für Bad Großpertholz war das die verdiente Antwort auf eine Phase, in der die Gastgeber laut ihrem Trainer längst die aktivere Mannschaft waren.

Viele Chancen, wenig Ertrag und vor der Pause der nächste Dämpfer

Gerade weil Bad Großpertholz nach dem Rückstand mehr vom Spiel hatte, wog das 1:2 unmittelbar vor der Pause umso schwerer. Raphael Hahn traf in der Nachspielzeit der ersten Hälfte für Rappottenstein, erneut nach einem Abschluss von außerhalb des Sechzehners. Artner sprach später davon, dass der Gegner mit seinen beiden Chancen in Halbzeit eins auch zwei Tore gemacht habe, während seine eigene Mannschaft zahlreiche Möglichkeiten ungenutzt ließ. „Wir hätten vier, fünf Tore machen können, müssen“, sagte der Trainer deutlich. Genau darin lag aus seiner Sicht der große Widerspruch dieses Abends. Seine Mannschaft investierte viel, kam immer wieder zu Chancen, belohnte sich aber viel zu selten. „Wir haben uns zahlreiche Chancen herausgespielt, die wir aber leider viel zu fahrlässig vergeben haben“, meinte Artner. Dass es trotzdem nur 1:2 stand, ließ die Partie offen. Gleichzeitig war die Stimmung in der Kabine nach dem zweiten Gegentor natürlich gedrückt. „Die Spieler waren in der Pause niedergeschlagen, wie wenn wir schon verloren hätten“, schilderte er, wobei diese mentale Situation für ihn ein wichtiger Teil des weiteren Spielverlaufs war.

Der Ausgleich bringt neuen Schub, Almeder vollendet die Wende

Nach der Pause blieb die Ausgangslage laut Artner schwierig, am grundsätzlichen Bild änderte sich aus seiner Sicht aber wenig. Bad Großpertholz war weiter das spielbestimmende Team, ohne aus dem Übergewicht sofort Kapital zu schlagen. Die Zeit lief gegen die Gastgeber, und genau deshalb bekam die Schlussphase umso mehr Gewicht. In der 92. Minute fiel schließlich das 2:2 durch Stanislav Lenc, der nach einer Freistoßflanke per Kopf traf. Für Artner war das der klare Wendepunkt. „Mit dem Ausgleich zum 2:2 in der 92. Minute haben wir noch einmal den letzten Schub bekommen, sodass wir das Spiel dann noch für uns entschieden haben“, sagte er. Mit einem Punkt wollte sich seine Mannschaft in dieser Phase nicht zufriedengeben. „Wir wollten nicht aufgeben, waren auch mit einem Punkt nicht zufrieden und haben trotzdem immer noch alles nach vorne geworfen.“ Nur eine Minute später war die Partie tatsächlich gedreht. Nach einer Hereingabe von der Seite entstand noch ein Gestocher im Strafraum, ehe Paul Almeder den Ball zum 3:2 über die Linie brachte. Aus einem Abend, der lange nach Frust aussah, wurde damit doch noch ein Heimsieg.

Kampf und Zusammenhalt tragen den Sieg – spielerisch sieht Artner weiter Luft nach oben

So groß die Erleichterung nach dem Abpfiff auch gewesen sein dürfte, Artner legte den Schwerpunkt in seiner Einordnung nicht auf den späten Jubel allein. Er hob vor allem hervor, wie seine Mannschaft mit dem schwierigen Verlauf umging. „Hervorzuheben sind sicher die kämpferische Leistung, der Zusammenhalt und wie wir als Mannschaft weitergekämpft haben“, sagte der Trainer. Für ihn war genau das am Ende der Schlüssel, weil sich Bad Großpertholz weder vom frühen 0:1 noch vom 1:2 kurz vor der Pause aus dem Spiel bringen ließ. „Trotz des schwierigen Spielverlaufs und trotz der vielen vergebenen Chancen haben wir immer weitergemacht.“ Gleichzeitig klang bei ihm trotz des 3:2 kein Überschwang durch. Im Gegenteil: Artner verband das Lob für Moral und Wille gleich mit einer klaren Ansage an die spielerische Leistung. „Spielerisch ist es immer noch eher dürftig. Da haben wir noch viel Luft nach oben.“ Genau deshalb passt sein Schlussurteil gut zu diesem Abend: „Im Endeffekt war es ein hochverdienter Sieg, aber bei dem Spielverlauf trotzdem auch glücklich.“ Selbst den Unparteiischen erwähnte er noch sachlich positiv: „Im Großen und Ganzen war die Schiedsrichterleistung gut.“ Für Bad Großpertholz bleibt damit ein Sieg, der viel über den Charakter der Mannschaft aussagt – und gleichzeitig klar zeigt, woran noch gearbeitet werden muss.

2. Klasse Waldviertel Zentral: Bad Großpertholz : Rappottenstein - 3:2 (1:2)

  • 93
    Paul Almeder 3:2
  • 92
    Stanislav Lenc 2:2
  • 47
    Raphael Hahn 1:2
  • 22
    Miroslav Kucera 1:1
  • 5
    Adam Brandstetter 0:1