In der 2. Klasse Waldviertel Zentral hat SV Weitra daheim gegen SG Brand - Nagelberg/Hoheneich noch einen 2:1-Sieg herausgeholt. Lange sprach aus Sicht der Gastgeber wenig für drei Punkte, weil die Gäste bissiger auftraten und verdient führten. Erst in der Schlussphase kippte die Partie, was Co-Trainer Reinhard Figerl nüchtern einordnete: „Wir waren nicht besser. Der Gegner hat 70 Minuten sehr gut gespielt.“

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Der Spielverlauf war aus Weitraer Sicht zunächst alles andere als angenehm. Figerl machte nach dem Schlusspfiff keinen Hehl daraus, dass Brand-Nagelberg/Hoheneich besser in die Partie kam. „Sie waren von Anfang an aggressiver und bissiger im Spiel“, sagte der Co-Trainer, und genau so entwickelte sich auch die erste Halbzeit. Die Gäste gingen in der 39. Minute durch Fabian Krawczyk mit 1:0 in Führung, zur Pause stand damit ein aus Weitraer Sicht gerechtes 0:1 auf der Anzeigetafel. Auch insgesamt wollte Figerl den Sieg nicht schönreden. „Ein großer Unterschied war nicht da, aber der Gegner hat 70 Minuten sehr gut gespielt“, sagte er und beschrieb damit einen Nachmittag, in dem seine Mannschaft lange nicht den Zugriff bekam, den sie eigentlich gesucht hatte.
Erst gegen Ende änderte sich das Bild, und laut Figerl hatte das auch mit einer Umstellung zu tun. „Durch eine Umordnung in der Aufstellung wurden wir immer stärker“, erklärte er. Dazu kam, dass Weitra in der Schlussphase körperlich frischer wirkte. „In den letzten zehn Minuten waren wir etwas fitter im Spiel, und ich glaube, das war dann ausschlaggebend, dass wir noch die zwei Tore erzielt haben“, sagte Figerl. Das 1:1 in der 87. Minute durch Ivo Pistek fiel nach seiner Schilderung eher glücklich zustande. „Es war eine Unstimmigkeit zwischen einem Verteidiger und dem Tormann, die beide zum Ball gegangen sind, und unser Stürmer musste den Ball nur noch ins leere Tor schieben.“ Viel Zeit zum Durchatmen blieb nicht, denn nur eine Minute später traf Pistek erneut zum 2:1. Auch dieses Tor ordnete Figerl ohne jede Beschönigung ein: „Die Verteidigung der Gegner war ungeordnet, und so konnten wir das glückliche 2:1 erzielen.“
So groß die Freude über den späten Umschwung auch gewesen sein mag, inhaltlich wollte der Weitraer Co-Trainer vor allem auf die eigenen Themen schauen. „Wir waren nicht so aggressiv im Spiel und nicht nah am Mann. Das ist wichtig, auch in den nächsten Spielen, diese Dinge zu verbessern und aggressiver zu spielen“, hielt Figerl fest. Über den Gegner wollte er gar nicht lange sprechen, sondern lieber bei der eigenen Leistung bleiben. Auch rund um den Unparteiischen schlug er einen sachlichen Ton an: „Die Gegner waren mit ein paar Schiedsrichterentscheidungen nicht zufrieden. Das kommt in jedem Spiel einmal vor, aber das sind Tatsachenentscheidungen und die muss man hinnehmen.“ Unter dem Strich steht für Weitra damit ein Sieg, der viel mit der Schlussphase zu tun hatte und weniger mit klarer Überlegenheit über 90 Minuten. In der Tabelle macht das Heimteam mit nun elf Punkten einen weiteren Schritt nach vorne, während Brand-Nagelberg/Hoheneich nach starkem Auftritt ohne Zählbares abreisen musste.