In der 2. Klasse Waldviertel Zentral hat sich FC Autohaus Hörmann Heidenreichstein nach einem 1:3 zur Pause gegen SV Eibenstein noch zu einem 4:4 zurückgekämpft. Trainer Adolf Simon sprach danach von einer schwachen ersten Hälfte, viel Moral nach der Pause und dem bitteren Gefühl, sich trotz der Wende zwischenzeitlich nicht belohnt zu haben, weil der Ausgleich nach der 4:3-Führung doch noch fiel.

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Schon vor dem Anpfiff war die Lage ungewöhnlich, weil es zunächst keine Schiedsrichterbesetzung gab. Simon schilderte ein längeres Hin und Her, ehe sich ein Schiedsrichter aus dem Publikum bereit erklärte, die Partie zu leiten. Sportlich erwischte Heidenreichstein dann ebenfalls keinen guten Start. Michael Bruckner traf in der 2. Minute zum 0:1, Alexander Bruckner legte in der 16. Minute das 0:2 nach. Michael Apfelthaler brachte die Gastgeber mit dem 1:2 in der 29. Minute zwar wieder näher heran, doch Stanislav Pacholik stellte noch vor der Pause auf 1:3. Für Simon war genau diese Anfangsphase entscheidend. "Entscheidend war, dass wir gleich nach ein, zwei Minuten ein Tor bekommen haben", sagte der Trainer. Dazu kam aus seiner Sicht eine erste Halbzeit, in der seine Mannschaft "nicht das gespielt hat, was man sich vorstellt".
Der Trainer beließ es in der Kabine aber bei einem ruhigen Gespräch. "Wir haben ein ganz vernünftiges, ganz normales Kabinengespräch gehabt", sagte Simon, und nach dem Seitenwechsel zeigte Heidenreichstein tatsächlich ein anderes Gesicht. Apfelthaler verkürzte in der 57. Minute zunächst auf 2:3 und stellte sieben Minuten später auch den Ausgleich her. Als Nico Votava nur zwei Minuten danach das 4:3 erzielte, war die Partie komplett gedreht. Simon sprach davon, dass seine Mannschaft in der zweiten Halbzeit Moral gezeigt und gute Akzente gesetzt habe. "In der zweiten Halbzeit hat man sich bemüht und gute Akzente gesetzt", sagte er. Dazu passte auch seine Einschätzung, dass nach dem 4:3 noch weitere Möglichkeiten da gewesen seien. Gerade deshalb blieb das Gefühl, dass für die Gastgeber mehr drin gewesen wäre.
Dieses Gefühl verstärkte sich, als Eibenstein in der 73. Minute noch einmal zurückkam. Tomas Tauber sorgte für das 4:4, Simon sprach dabei von einem Gegentor nach einem Freistoß. Sein Fazit fiel deshalb klar aus: "Wir haben uns zurückgekämpft, wir haben die Führung gehabt und uns dann nicht belohnt, weil wir wieder ein billiges Tor bekommen haben." Ganz zufrieden klang der Heidenreichstein-Coach mit dem Remis also nicht, auch wenn er nach dem neuerlichen Ausgleich zugleich meinte, man müsse dann mit dem Punkt leben. "Das Unentschieden geht so nicht wirklich in Ordnung", sagte Simon, weil seine Elf aus seiner Sicht vor allem wegen fehlender Konzentration überhaupt erst in diese Lage geraten war. Auch den Gegner ordnete er deutlich ein: Eibenstein sei aggressiv gewesen und habe in der ersten Halbzeit "mehr Wille gezeigt als wir".
Ein weiterer Punkt dieses Nachmittags war die improvisierte Lösung rund um die Spielleitung. Simon wollte daraus aber ausdrücklich kein Thema machen. "Wir brauchen die Schiedsrichterleistung nicht diskutieren. Wir sind froh, dass sich der Mann bereit erklärt hat", sagte er und bescheinigte dem kurzfristig eingesprungenen Unparteiischen eine ordentliche Leistung. So bleibt für Heidenreichstein nach dem wilden 4:4 ein Punkt, der zwei Seiten hat: eine starke Aufholjagd nach dem 1:3 zur Pause, aber auch das Wissen, dass nach der 4:3-Führung noch mehr möglich gewesen wäre. Eibenstein hält nach acht Spielen bei 19 Punkten und bleibt Zweiter, Heidenreichstein ist mit 13 Zählern Vierter. Gerade deshalb wirkt dieses Remis bei den Gastgebern weniger wie ein gewonnener Punkt als wie eine Partie, in der man sich nach einer starken zweiten Halbzeit um den vollen Ertrag gebracht hat.