In der 2. Klasse Wechsel trennten sich Gloggnitz II und der FC St. Egyden/Steinfeld mit 2:2. Es war ein Abend mit vielen Emotionen und noch mehr vergebenen Möglichkeiten: Gloggnitz drehte nach frühem Rückstand die Partie und führte zur Pause, ließ nach dem Seitenwechsel mehrere Hochkaräter aus und kassierte spät den Ausgleich. Trainer Jürgen Röcher brachte die Lage auf den Punkt: „Wir müssen unsere Chancen machen – sonst spielst du am Ende 2:2.“

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Die Partie begann denkbar unglücklich für Gloggnitz. Nach nicht einmal zwei Minuten lenkte Robin Schanner den Ball ins eigene Tor – 0:1 aus Sicht der Hausherren. Statt zu wackeln, arbeitete sich Gloggnitz in die Begegnung hinein. „In den ersten 20 Minuten war St. Egyden besser, dann waren wir im Spiel“, sagte Röcher. Ausgerechnet Schanner stellte in Minute 27 auf 1:1 und machte seinen Fehlstart wett. Nur fünf Minuten später war der Turnaround perfekt: Dominik Slukan traf zum 2:1 (32.). Bis zur Pause kontrollierten die Hausherren weite Strecken, sie hatten mehr vom Spiel und sogar die Riesenchance auf das 3:1, ließen diese aber aus – ein Vorbote dessen, was noch folgen sollte.
Aus der Kabine kam Gloggnitz mit Rückenwind. Röcher schilderte es deutlich: „In der zweiten Halbzeit müssen wir 4:1 oder 5:1 führen.“ Seine Mannschaft erspielte sich Chancen im Minutentakt, doch die Kugel wollte nicht mehr ins Netz. „Wir sind drei-, viermal allein aufs Tor gelaufen und haben es nicht gemacht“, haderte der Coach. St. Egyden blieb dran, ohne dauerhaft zu dominieren, und wartete auf seine Gelegenheit. Die kam spät: In der 82. Minute verwertete Istvan Bagi die große Möglichkeit zum 2:2. „Wir hatten vier, fünf Hundertprozentige aufs 3:1, 4:1 oder 5:1 – haben sie nicht gemacht. St. Egyden hat dann mit einer Aktion das 2:2 geschossen. Das war so, das müssen wir akzeptieren“, fasste Röcher nüchtern zusammen.
Trotz des verpassten Sieges nahm der Trainer Positives mit. „Hinten sind wir, glaube ich, gut gestanden, offensiv hatten wir sehr viele Chancen“, sagte Röcher. Den Gegner sah er solide, aber nicht überraschend stark: „St. Egyden war in den ersten 20 Minuten sehr gut. Danach waren wir im Spiel. Überrascht haben sie mich nicht – wir haben unsere Tore nicht gemacht.“ Auch zum Schiedsrichter fand er klare Worte: „Der Schiedsrichter war eigentlich sehr gut. In der ersten Halbzeit sehe ich einen Elfer für uns, in der zweiten einen für St. Egyden. Er hat beide nicht gegeben, war sonst aber sehr, sehr gut.“ In der Tabelle liegen beide Teams eng beisammen: St. Egyden hält nach 16 Runden bei 24 Punkten auf Rang sechs, Gloggnitz II folgt mit 22 Zählern als Siebenter. Für Röcher ist die Marschroute simpel: Chancen weiterhin herausspielen – und beim nächsten Mal konsequenter verwerten.