Der SC Aspang hat im Heimspiel der 17. Runde der 2. Klasse Wechsel gegen Gloggnitz II ein 1:1 erkämpft. Nach einem Rückstand zur Pause traf Joker Markus Faustmann in Minute 90 zum verdienten Ausgleich. Trainer Dieter Reiberger sprach von einem starken Auftritt mit vielen vergebenen Chancen und lobte die Moral: Seine Mannschaft habe das Spiel über weite Strecken kontrolliert, sei aber an der Chancenauswertung und einer strittigen Freistoßszene vor dem 0:1 gescheitert.

Image by Phillip Kofler from Pixabay
Von Beginn an legte Aspang die Richtung vor. „Wir sind gut ins Spiel gekommen und haben das von Anfang an kontrolliert“, betonte Dieter Reiberger. Gloggnitz stand tief und sehr kompakt, „mit vielen Spielern in der eigenen Hälfte“, wie der Coach schilderte. Die Hausherren kamen früh zu dicken Möglichkeiten. Reiberger nannte unter anderem eine Szene, in der ein Aspanger den Tormann ausspielte und aus spitzem Winkel knapp verzog, sowie Situationen, in denen Joey Spanblöchl den Ball nicht sauber mitnahm oder das Gehäuse hauchdünn verfehlte. Auf der anderen Seite blieben die Gäste mit Kontern gefährlich. In Minute 44 dann der Nackenschlag: Freistoß aus gut 20 Metern, Jasin Mustafi schoss flach unter der springenden Mauer hindurch zum 0:1. „Der Freistoß ist fraglich, kann man geben, muss man nicht geben“, so Reiberger, der zudem monierte, dass bei der Ausführung Gloggnitzer Angreifer zu nah an der Mauer standen. Dennoch hielt er fest: „Ansonsten war die Schiedsrichterleistung in Ordnung, ruhig und besonnen.“ Mit 0:1 ging es in die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel blieb Aspang das aktivere Team und erhöhte Schritt für Schritt den Druck. „Mit der Dauer des Spiels sind sie immer defensiver gestanden, weil sie gemerkt haben, dass wir den Druck erhöhen“, beobachtete Reiberger bei Gloggnitz. Die Hausherren schnürten den Gegner phasenweise ein, doch lange fehlte der letzte Punch im Strafraum. Frische Kräfte sollten es richten – und sie taten es. „Durch die Einwechslungen von Markus Faustmann und Philipp Maas ist uns in der letzten Minute noch der Ausgleich gelungen“, freute sich der Trainer. In Minute 90 war es dann so weit: Markus Faustmann drückte den Ball zum 1:1 über die Linie. Ein später, aber angesichts der Spielanteile verdienter Lohn für viel Arbeit nach der Pause und dafür, dass Aspang bis zum Schlusspfiff nicht nachließ.
Warum es „nur“ ein Punkt blieb, brachte Reiberger ohne Umschweife auf den Punkt: „Definitiv unsere Chancenauswertung. Wir brauchen zurzeit fünf, sechs klare Torchancen, um ein Tor zu erzielen.“ Beispiele dafür hatte der Trainer genug gesehen – von den verpassten Möglichkeiten in der Anfangsviertelstunde bis zu Aktionen, in denen der letzte Ball nicht sauber kam. Die Gründe sieht er vor allem in der Personalsituation: „Zurzeit haben wir vier Ausfälle in der Offensive und müssen jede Woche quasi mit einer neuen Grundaufstellung antreten.“ Umso wichtiger war ihm, die Mentalität hervorzuheben: „Der Kampfgeist und die Einstellung, dieses Nie-Aufgeben, immer an sich glauben – das muss ich meiner Mannschaft hoch anrechnen. Der Charakter ist in Ordnung, die Einstellung ist top.“ Aus Trainersicht passte vieles, einzig der Ertrag hinkte dem Aufwand hinterher.
Der späte Ausgleich bedeutet mehr als nur einen Punkt für die Tabelle. Aspang bleibt mit 41 Punkten nach 17 Spielen an der Spitze, während Gloggnitz II mit 23 Zählern im gesicherten Mittelfeld liegt. Vor allem aber nimmt die Mannschaft das Gefühl mit, auch in schwierigen Phasen Lösungen zu finden. „Zum Glück ist uns in der letzten Minute noch der Ausgleich gelungen – das ist sicher ein richtig positiver Effekt für unsere nächsten Spiele“, blickte Reiberger nach vorne.
Klar sind auch die Hausaufgaben: die vielen guten Situationen konsequenter ausspielen, vor dem Tor ruhiger bleiben und weiter auf die gezeigte Haltung bauen. Und falls die Offensiv-Ausfälle nach und nach zurückkehren, wächst automatisch die Durchschlagskraft. An der Linie bleibt die Botschaft dieselbe: ruhig weiterarbeiten, Chancen nutzen – dann folgen auch wieder die Dreier.