In der 2. Klasse Wechsel hat SC Neunkirchen die Saison mit 43 Punkten als Zweiter hinter Aspang beendet. Für das Obmann/ Obfrau Duo Dieter Leeb und Barbara Gruber, sowie Sportchef Leon Balaj ist das trotzdem kein Grund, sich zurückzulehnen. Der Verein setzt weiter stark auf den eigenen Nachwuchs, will aus den Fehlern der vergangenen Jahre lernen und mit gezielten Verstärkungen den nächsten Anlauf nach ganz vorne nehmen.

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Auf dem Papier liest sich die Saison ordentlich, in Neunkirchen bleibt nach diesem zweiten Platz aber auch ein klarer Unterton von Selbstkritik. Die Mannschaft stand nach einem frühen Auf und Ab ab Runde sechs durchgehend auf Rang zwei und hielt diesen Platz bis zum Schluss. Auch die jüngsten Ergebnisse zeigten, dass Qualität im Kader steckt: Gegen ATSV Puchberg, ASK Ternitz, Gloggnitz II und Hochneukirchen gab es vier Siege in Serie, erst am Ende setzte es gegen USC Krumbach noch einen klaren Dämpfer. Leeb ordnet die Saison trotzdem nicht schönfärberisch ein. „Selbst in der letzten Klasse hast du ohne Hilfe von Legionären keine Chance“, sagt er offen und verweist damit auf einen Punkt, der den Verein schon länger begleitet. Gleichzeitig nimmt er sich selbst nicht aus der Verantwortung. „Da sind viele Fehler bei mir passiert“, sagt der Obmann rückblickend und macht damit klar, dass der zweite Platz für ihn kein Endpunkt, sondern eher eine Zwischenstation ist.
Dass Neunkirchen seinen Weg nicht über Bord wirft, betont Leeb sehr deutlich. „Grundsätzlich ist der Fokus in Neunkirchen immer auf den eigenen Nachwuchs gelegt“, sagt er. Genau dieser Satz erklärt auch die Transferpolitik des Sommers. Der Klub will weiter aus der eigenen Arbeit leben, sieht aber zugleich, dass es ohne punktuelle Verstärkung schwer wird, ganz vorne anzugreifen. „Um nicht dieselben Fehler nochmals zu machen, haben wir mit Peter Reitzinger einen Zentrumstürmer geholt“, erklärt Leeb. Dazu kommen mit Dominik Slukan und einem weiteren Spieler von Gloggnitz zwei Akteure, die die Außenbahnen beleben sollen. Auf der anderen Seite muss Neunkirchen aber auch Abgänge und Pausen auffangen. Leeb spricht von zwei Abgängen im Kader, dazu kommen die Karrierepausen von Timo Etlinger und Marcel Weinzettl. Dass der Verein diese Lücken nicht nur von außen schließen will, passt ins Gesamtbild. Junge Spieler wie Jakob Weninger, Oliver Stanek, Patrick Sonnleitner und Moritz Tiziani sollen mehr Verantwortung übernehmen und den Kader Schritt für Schritt tragen. Aber auch die starken 2006 Jahrgänge wie Dominik Balaj, Benni Tomaj, Gabriel Bilbija und Burak, alles Eigenhewächse, werden gemeinsam mit dem Trainerteam im engsten Fokus für eine starke Truppe 2026/27 sorgen .
Neben den Neuzugängen richtet sich der Blick in Neunkirchen auch auf die Struktur rund um die Mannschaft. An der Linie übernimmt ein neues Trainerduo, das den nächsten Anlauf begleiten soll. Leeb verweist dabei darauf, dass diese Lösung schon früher angedacht war, damals aber nicht wie geplant umgesetzt werden konnte. Im Inneren der Mannschaft sieht er ohnehin ein stabiles Gerüst. Besonders hebt er Kobas Joso und Lukas-Stefan Weber hervor, die für ihn zu den Fixpunkten gehören und dem Team Halt geben. Das passt zu seiner Einschätzung, dass nicht einzelne Namen, sondern das Kollektiv die Grundlage bilden soll. Auch bei der Personallage klingt der Obmann vergleichsweise ruhig. Der einzige aktuell angeschlagene Spieler ist Jakob Weninger. „Wir denken, dass er fit werden wird“, sagt Leeb mit Blick auf den Start der Vorbereitung. Viel mehr wünscht er sich in diesem Bereich gar nicht: „Wir hoffen, dass alle gesund bleiben und es keine Verletzungen im Klub gibt.“
Dass Platz zwei allein noch nichts garantiert, weiß man in Neunkirchen nur zu gut. Leeb rechnet damit, dass die nächste Saison sogar noch anspruchsvoller wird. Mit Zöbern und Grünbach kommen aus seiner Sicht zwei starke Vereine dazu, dazu sieht er auch Pottschach weit vorne. Den Blick auf die Konkurrenz spart er also nicht aus, er will ihn aber auch nicht als Ausrede verstanden wissen. „Wir erwarten eine schwierige Saison, wollen jedoch ganz klar vorne mitspielen“, lautet seine klare Ansage. Genau darin steckt die Richtung für die kommenden Monate. Neunkirchen will an seiner Linie mit vielen eigenen Spielern festhalten, aber zugleich jene Qualität dazuholen, die im Titelrennen den Unterschied machen kann. Nach einer Saison, in der die Mannschaft lange Zweiter war und am Ende auch Zweiter blieb, soll diesmal mehr herausschauen als nur eine weitere Ehrenrunde.