In der 2. Klasse Weinviertel führt USV 1950 Hauskirchen nach 13 Runden die Tabelle an – und der Ton an der Spitze ist gesetzt: Obmann Gerhard Arzt verweist auf eine eindrucksvolle Zwischenbilanz, bleibt aber bewusst geerdet. Vier Siege aus den letzten fünf Partien untermauern die Formkurve: gegen SV Zistersdorf, gegen Herrnbaumgarten, auswärts bei Altlichtenwarth und zuletzt gegen USV Schrick; lediglich bei ESV Rabensburg setzte es eine Niederlage. Mit 28 Punkten thront Hauskirchen vor der Konkurrenz und festigte Platz eins nach dem starken Herbstausklang. Gerhard Arzt betont gleichzeitig den gewachsenen Teamgeist – und dass der große Druck von außen den Blick aufs Wesentliche nicht verstellen soll: „Alle wollen jetzt Meister werden. Aber wir schauen von Spiel zu Spiel.“
Gerhard Arzt zieht nach der ersten Saisonhälfte ein positives Resümee: „Wir haben uns sehr gut gesteigert, die Mannschaft ist eine richtige Mannschaft geworden.“ Den nächsten Entwicklungsschritt verortet er klar in der Defensive: „Hinten sollten wir konzentrierter spielen und nicht so viele Eigenfehler machen. Das würde uns sehr helfen und wir würden nicht so viel laufen.“
Dass die aktuelle Spitzenposition nicht selbstverständlich war, zeigt seine Einordnung der Frühphase: „Wir hätten uns nicht gedacht, dass wir nach den ersten vier Runden so weit vorne landen werden.“ Die jüngste Serie – mit Siegen gegen Zistersdorf, Herrnbaumgarten, Altlichtenwarth und Schrick – trägt den Aufschwung, während die Niederlage bei Rabensburg als Mahnung bleibt, die Konzentration hochzuhalten.
Im Umfeld der Mannschaft gab es gezielte Anpassungen. Laut Gerhard Arzt verließ ein tschechischer Spieler den Klub, dafür kam ein anderer, der früher in Altlichtenwarth gespielt hat. Kurz vor Redaktionsschluss folgte ein weiterer Zugang. Auf der Abgangsseite steht zudem ein Wechsel nach Zistersdorf. Außerdem wurde Daniel Kitzberger nach Hauskirchen zurückgeholt.
Individuelle Auszeichnungen vermeidet der Obmann bewusst: „Ich will keinen Einzelspieler hervorheben, die ganze Mannschaft hat an einem Strang gezogen.“ Bemerkenswert war für ihn das letzte Spiel vor allem aufgrund der gezeigten Moral – auch, weil der Gegner in der ersten Halbzeit stark auftrat. Genau dieser Mix aus Widerstandskraft und Zusammenhalt trägt die Mannschaft durch enge Phasen.
Organisatorisch hat sich im Verein ebenfalls etwas getan: Nach der Generalversammlung ist der bisherige Stellvertreter aus privaten Gründen zurückgetreten; ein neuer Obmann-Stellvertreter wurde bestellt. Sportlich zeigt die Trendkurve steil nach oben: Nach einem schwankenden Start (Plätze 8 und 4 zu Saisonbeginn) arbeitete sich Hauskirchen in Runde 9 erstmals auf Rang 1 vor, fiel kurzzeitig auf 4, ehe es mit einem starken Schlussspurt über 2 wieder auf 1 ging – und dort steht der Klub nun nach 13 Spielen mit 28 Punkten.
Gerhard Arzt sieht in der Tabellenführung sowohl Rückenwind als auch Verantwortung: „Der Zusammenhalt ist sehr gut, wobei sich der Druck erhöht hat, weil alle jetzt Meister werden wollen.“ Sein Rezept: fokussierte Tagesarbeit und ein klarer Blick nach vorn. Der Wunsch an das Umfeld ist ebenso klar wie bodenständig: „Wir hoffen, wir machen unsere besten und schönsten Spiele, haben viele Zuschauer und schauen, was am Schluss herauskommt.“