In der 2. Klasse Weinviertel hat der SV Zistersdorf am Samstag gegen den USC Fallbach ein 2:2 aus der Hand gegeben. Nach frühem Vorsprung und einer 2:1-Pausenführung reichte es am Ende nur zu einem Remis. Sportlicher Leiter Patrick Kraupp sprach danach ungewöhnlich offen von einem eher glücklichen Punkt, weil seine Mannschaft nach gutem Beginn den Zugriff völlig verlor.
SV Zistersdorf kam genau so in die Partie, wie man sich das daheim vorstellt. Schon in der 6. Minute brachte Philipp Pinisch die Gastgeber mit 1:0 in Führung. Diese Phase war aus Sicht des Sportlichen Leiters aber auch schon das Beste, was seine Mannschaft an diesem Abend zeigte. „Gut funktioniert hat eigentlich nur die ersten zehn Minuten, die erste Viertelstunde. Dann war es aus“, sagte Kraupp. USC Fallbach kam in der 23. Minute durch Jan Krejci zum 1:1, und genau ab diesem Zeitpunkt kippte das Spiel aus Zistersdorfer Sicht deutlich. Trotzdem ging SV Zistersdorf noch mit einer Führung in die Pause, weil in der ersten Minute der Nachspielzeit der ersten Hälfte ein Eigentor des USC Fallbach zum 2:1 fiel, das in den offiziellen Daten Jan Krejci zugerechnet wurde.
Wer zur Halbzeit nur auf das Ergebnis schaute, hätte ein anderes Spiel vermuten können. Kraupp machte aber klar, dass die Führung die Leistung seiner Mannschaft schon zu diesem Zeitpunkt eher kaschierte, als sie richtig abzubilden. „Wir waren in der zweiten Halbzeit dann ganz weg von der Rolle, ganz schlecht. Wir haben überhaupt keinen Zugriff mehr gehabt“, sagte er. Genau das war für ihn der entscheidende Punkt. SV Zistersdorf kam in kaum einen Zweikampf, konnte den Ball nicht mehr halten und stand aus seiner Sicht fast permanent unter Druck. „Wir waren in keinem Zweikampf, wir waren immer zu spät. Wir haben keinen Ball mehr halten können. Wir waren ständig unter Druck“, schilderte Kraupp sehr deutlich. USC Fallbach blieb damit das aktivere Team und bekam in der 89. Minute noch den verdienten Lohn, als Marek Sehnal zum 2:2 traf.
Bemerkenswert war nach dem Spiel vor allem, wie offen der Zistersdorfer Funktionär das Remis einordnete. Natürlich sei es bitter, einen Ausgleich so spät zu bekommen, doch Kraupp wollte daraus keine unverdiente Härte ableiten. Im Gegenteil. „Das 2:2 war eher schmeichelhaft für uns. So ehrlich muss man sein“, sagte er, und er wurde noch klarer: „Der Punkt war eher glücklich für uns. So schlecht, wie wir an diesem Tag waren, hätten wir uns nicht einmal einen Punkt verdient gehabt.“ Kraupp störte dabei nicht nur, dass seine Mannschaft nachließ, sondern auch, dass sie auf das erwartete Spiel des Gegners keine Antwort fand. „Wir haben gewusst, was auf uns zukommt von Fallbach, haben das aber nicht ausnutzen können“, sagte er. Für USC Fallbach fand er ebenfalls anerkennende Worte: Die Gäste hätten „mit sehr viel Herz, mit sehr viel Leidenschaft“ gespielt, seien viel gelaufen und hätten viel gekämpft. Nach zwei Runden halten damit beide Mannschaften bei vier Punkten, für SV Zistersdorf bleibt dieses 2:2 aber vor allem ein klarer Hinweis, dass ein guter Beginn allein in dieser Liga nicht reichen wird.