Spielberichte

FC Hollenstein, Trainer Nusret Koc: „Eine Stunde top – dann drehte Ertl unser 1:0 zu einem 1:5“

FC Ertl
FC Hollenstein

Im Duell der 2. Klasse Ybbstal zwischen dem FCU Mayr-Bau Ertl und dem FC Hollenstein zog Nusret Koc eine differenzierte Bilanz. Der Trainer sah über weite Strecken eine beherzte Vorstellung seiner jungen Mannschaft und sprach von „sechzig Minuten“ auf sehr gutem Niveau, ehe Ertl als „Titelaspirant“ seine Wucht ausspielte. Das 1:5 ordnete Koc als zu deutlich ein, zugleich betonte er, seine Elf habe sich „gut verkauft“ und nehme Zuversicht mit.

Spieler in Schwarz-Blau führt den Ball

Bild von jcomp auf Freepik

Sechzig starke Minuten, dann drehte Ertl auf

„Muss ehrlich sagen, sechzig Minuten war ein super Spiel von uns, von Hollenstein. Es sind, glaube ich, zwei bis drei Tore zu viel gefallen. Ertl ist Titelaspirant und wir haben ganz gut dagegengehalten. Ich glaube, dass wir uns gut verkauft haben.“ Diese Einordnung beschrieb treffend die Dramaturgie: Hollenstein setzte früh Akzente und ging durch David Buder in der 28. Minute mit 1:0 in Führung, zur Pause stand es 1:0. Aus dem kontrollierten Auftreten der Gäste entstand ein Spiel, das lange offen blieb – bis zur 66. Minute, als Daniel Turyna zum 1:1 ausglich. In der Folge kippte die Partie zugunsten der Hausherren: Patrik Halda stellte in der 78. Minute auf 1:2, kurz darauf erhöhte Rene Steinparzer in der 81. Minute auf 1:3. In der Nachspielzeit legte Paul Lohnecker in der 91. und 93. Minute nach und besiegelte so den 1:5-Endstand. Kocs Fazit blieb dennoch zweigeteilt: „Wir haben sicher zwei, drei gute Chancen noch gehabt, aber das sind junge Spieler. Die brauchen Zeit. Schade, dass wir die Chancen nicht ausgenutzt haben.“

Balance im Ballbesitz und ein klarer Plan für die Zweikämpfe

Die Kräfteverhältnisse verschoben sich über die Dauer – auch das benannte Koc präzise: „Die erste Halbzeit, glaube ich, waren wir ausgeglichen. Wir haben wirklich sehr gut gespielt, waren auch viel im Ballbesitz. In der zweiten Halbzeit, in der letzten halben Stunde, war Ertl im Ballbesitz mehr. Aber im Großen und Ganzen war es ein gutes Spiel.“ Seine Mannschaft trat mit einem klaren Matchplan an, der auf Präsenz und Konsequenz ohne Ball setzte: „Das Ziel meiner Spieler war, dass wir wirklich die Zweikämpfe gewinnen, so schnell wie möglich stören bei der Ballannahme vom Gegner – und das haben sie ganz gut gemacht.“ Über eine Stunde lang trug dieser Ansatz, brach Ertls Rhythmus und verschaffte Hollenstein Entlastung. Erst als der Titelkandidat nach dem Ausgleich mehr Kontrolle gewann, nahm die Partie die entscheidende Wendung. Dass der Gegner „sehr stark ist, eingespielte Mannschaft, gute Spieler haben“, geriet für Koc zur erklärenden Klammer: Gegen diese Qualität sei es „keine Schande zu verlieren“, erst recht nicht nach einer Leistung, die ihn „sechzig Minuten“ lang überzeugte.

Standards, Lerneffekt und ein Schiedsrichter, der Ruhe gab – Blick nach vorn

Auch die Details stimmten anfangs, befand Koc – doch mit der späten Drangphase des Favoriten mehrten sich eigene Fehler: „Defensiv haben wir die Aufgaben sehr gut gelöst, zumindest für sechzig Minuten. Danach kamen individuelle Fehler. Offensiv hatten wir auch gute Chancen. Aus zwei Möglichkeiten haben wir zu wenig gemacht. Ertl war offensiv sehr stark, überall, auf jeder Position.“ Dass in der Schlussphase dennoch Klarheit auf dem Feld herrschte, führte Koc auch auf die Unparteiischen zurück: „Da muss ich ehrlich sagen: Das war einer von den besseren Schiedsrichtern. Ich war sehr zufrieden mit der Leistung vom Schiedsrichter. So richtig strittige Szenen waren, glaube ich, nicht dabei.“ Nach dem Auftritt in Ertl richtet sich der Blick nach vorn. Das kommende Heimspiel beschreibt Koc als Härtetest – und knüpft es an eine Bedingung: „Na ja, das wird auch wieder ein sehr schweres Spiel daheim, aber wir spielen zu Hause. Wenn wir so anfangen, wie wir in Ertl begonnen haben, traue ich meiner Mannschaft sicher zu.“ Das Ziel formuliert er klar und ohne Umschweife: „Ziel ist natürlich zu punkten, natürlich drei Punkte optimal, aber wir werden das Beste daraus machen.“ Aus einer Stunde auf Augenhöhe mit einem „Titelaspirant“ sollen Mut, Klarheit im Zweikampf und mehr Effizienz vor dem Tor in den Heimauftritt hinübergerettet werden.

2. Klasse Ybbstal: Ertl : Hollenstein - 5:1 (0:1)

  • 93
    Paul Lohnecker 5:1
  • 91
    Paul Lohnecker 4:1
  • 81
    Rene Steinparzer 3:1
  • 78
    Patrik Halda 2:1
  • 66
    Daniel Turyna 1:1
  • 28
    David Buder 0:1