In der 2. Klasse Ybbstal musste der FC Sonntagberg am Freitag eine 0:2-Heimniederlage gegen den Leader FCU Mayr-Bau Ertl hinnehmen. Die Gäste stellten in Minute 17 durch Stefan Schachner auf 0:1 und legten nach der Pause via Florian Oberforster das 0:2 nach. Sonntagberg hielt intensiv dagegen, fand vorne aber zu selten die Lücke. Trainer Andreas Knoll brachte es auf den Punkt: „Das frühe 0:1 hat uns wehgetan – und Ertl war im Abschluss eiskalt.“

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Von Beginn weg war Feuer in der Partie. Beide Mannschaften gingen ein sehr hohes Tempo, suchten die Zweikämpfe und schenkten einander wenig Raum. Andreas Knoll beschrieb das Bild deutlich: „Das Spiel war über neunzig Minuten geprägt von hoher Intensität, beide Teams sind ein sehr hohes Tempo gegangen – mit und ohne Ball.“ Im Vorwärtsgang hatte Ertl aber die klareren Momente. „Das Chancenplus war schon bei Ertl zu sehen. Die hatten einige Hochkaräter, die unser Tormann Stefan Ehrlich super rauspariert hat oder die wir gut wegverteidigt haben“, so der Sonntagberg-Coach. Seine Elf blieb in den Duellen präsent, brachte aber die eigenen Umschaltmomente nicht in die Tiefe. „Wir waren zwar sehr präsent in den Zweikämpfen, konnten unser Offensivspiel aber nicht so auf den Platz bringen.“ Nach 17 Minuten lag Sonntagberg zurück, zur Pause stand es 0:1 – und der Berg wurde höher.
Als Knackpunkt sah Knoll das frühe Gegentor. „Ganz klar das frühe 0:1. Dadurch mussten wir unsere Taktik ein bisschen umkrempeln“, erklärte er. Aus seiner Sicht fiel der Führungstreffer nach einem verlorenen Einwurf in der eigenen Hälfte, einer Flanke der „Nummer 11, Patrik Halda“ und einem klugen Rückpass von Lukas Pfeifer, den Stefan Schachner aus kurzer Distanz verwertete. Fakt ist: In Minute 17 traf Schachner zum 0:1. Nach dem Seitenwechsel lief Sonntagberg an, doch Ertl setzte in der 58. Minute mit dem 0:2 durch Florian Oberforster den nächsten Stich. Dem Treffer ging laut Knoll eine strittige Szene voraus: „Wir waren im Angriff, und aus meiner Sicht wurde der Ball im gegnerischen Sechzehner mit der Hand gespielt. Der Pfiff blieb aus und aus dem Konter fiel das 2:0.“ Trotz dieser Debatte fand er lobende Worte für den Unparteiischen: „Die Schiedsrichterleistung war hervorragend. Er hat seine Linie über neunzig Minuten durchgezogen, keine Diskussionen zugelassen. Bei der einen Szene ist es eine Entscheidung in Sekunden – kein Vorwurf.“
In der Analyse blieb Knoll bei zwei Kernpunkten: fehlender Ertrag im letzten Drittel und die Wucht des Gegners. „Unser Angriffsspiel ist heute nicht ins Laufen gekommen, wie wir es wollten. Dadurch konnten wir keine hochkarätigen Chancen herausspielen“, sagte er. Gleichzeitig zollte er Ertl Respekt: „Die Chancenauswertung war besser, und Ertl ist eine sehr gute Mannschaft. Die haben vier, fünf Spieler, die den Unterschied da vorne machen können. In der Tabelle unterstreicht Ertl als Spitzenreiter seine Rolle, während Sonntagberg trotz der Niederlage im oberen Drittel bleibt. Für Knoll ist klar, woran gearbeitet wird: mehr Klarheit im ersten Pass nach Ballgewinn, schneller zum Abschluss kommen. Oder wie er es zusammenfasst: „Wir müssen unser Angriffsspiel wieder auf den Platz bringen – dann kommen die Chancen und die Punkte.“