Spielberichte

„Wir haben das zweite Tor verabsäumt“ – Haag kämpft sich nach Rückstand noch zum 2:2

Ligaportal als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen
Union Haag
FC Ertl

In der 2. Klasse Ybbstal hat sich Union Haag im Heimspiel gegen FCU Mayr-Bau Ertl mit einem 2:2 zufriedengeben müssen. Obmann Gerhard Stöckler sah den Knackpunkt schon in der Anfangsphase, als Haag nach starkem Start das mögliche 2:0 liegen ließ. Danach kam Ertl besser hinein, drehte zwischenzeitlich die Partie und musste sich am Ende doch noch mit einem Remis begnügen.

Orange-Schwarzer Ball auf Rasen

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Haag startet stark, belohnt sich aber zu wenig

Die Gastgeber erwischten den besseren Beginn und gingen in der 12. Minute durch Nico Harrer mit 1:0 in Führung. Für Stöckler war genau diese Phase später ein wesentlicher Punkt in der Einordnung des Nachmittags. „Wir haben am Anfang das zweite Tor verabsäumt. Dadurch ist Ertl natürlich ein bisschen aufgekommen“, sagte der Haager Obmann. Er sprach von einer „Hundertprozentigen“ auf das 2:0, die ungenützt blieb, und genau das änderte die Richtung des Spiels. Statt die Partie früh klarer auf die eigene Seite zu ziehen, ließ Haag den Gegner am Leben. Ertl nützte das rasch aus und kam durch Paul Lohnecker in der 15. Minute zum 1:1. Damit war auch der frühe Vorteil der Hausherren schnell wieder dahin, und zur Pause stand eine offene Partie, die laut Stöckler „in Summe auf Augenhöhe“ war.

Ein aberkanntes Tor, dann der Rückstand und doch noch die Antwort

Auch nach dem Seitenwechsel blieb es ein enges Spiel, in dem beide Mannschaften ihre Phasen hatten. Aus Haager Sicht war dabei besonders eine Szene ärgerlich, weil die Gastgeber glaubten, erneut in Führung gegangen zu sein. „Wir haben noch ein Tor geschossen, da hat der Schiedsrichter Abseits gegeben. Meines Erachtens war das keines“, meinte Stöckler. Gleichzeitig schob er aber sofort nach, dass solche Entscheidungen ohne Linienrichter schwer zu treffen seien. „Wenn es sehr knapp ist, kann man das auch anders sehen. Sonst war der Schiedsrichter sehr gut“, stellte er klar. Auf dem Feld nützte Ertl wenig später seine Chance und ging in der 75. Minute durch Patrik Halda mit 2:1 in Führung. Haag musste also noch einmal reagieren, tat das aber. Die Heimelf stemmte sich gegen die drohende Niederlage und kam in der 84. Minute durch Jonas Reitner noch zum 2:2. Für Stöckler passte das Endergebnis deshalb auch zur Gesamtlage: „Am Ende haben wir zum Glück noch den Ausgleich geschossen, aber in Summe war es ein leistungsgerechtes 2:2.“

„Jeder läuft für jeden“: Haag lebt vom Kollektiv

Dass Haag nach dem Rückstand noch einmal zurückkam, war für Stöckler kein Zufall, sondern eine Frage der mannschaftlichen Geschlossenheit. Genau darin sah er auch die größte Stärke seines Teams. „Gut funktioniert hat das Kollektiv. Jeder läuft für jeden, und der Mannschaftsgeist ist das Um und Auf des Haager Kaders“, sagte er. Diese Aussage passt zu einem Spiel, in dem die Hausherren nicht alles sauber lösen konnten, sich aber nie aufgaben. Personell lief die Vorbereitung auf die Partie nicht ideal, weil es laut Stöckler einige kranke, verletzte und angeschlagene Spieler gab. Eine Ausrede wollte er daraus aber ausdrücklich nicht machen. „Mit dem kämpft sowieso jeder. Wenn ein Ausfall da ist, rückt der Nächste nach. Das ist das Leben des Fußballs“, sagte er. Gleichzeitig machte er deutlich, dass der Gegner einiges abverlangte. Ertl sei eine Mannschaft, die Meister werden und wieder aufsteigen wolle, dazu kampfkräftig und spielstark auftrete. Gerade deshalb ordnete Haag das Remis zwar nicht als großen Wurf, aber als durchaus brauchbares Ergebnis ein.

Viele Leute am Platz, Haag bleibt vorne dran

Neben dem sportlichen Verlauf blieb Stöckler am Ende noch ein Punkt wichtig, der im Unterhaus oft mitschwingt. Er blickte nicht nur auf die 90 Minuten, sondern auch auf den gesamten Rahmen. „Vom Spielverlauf war es sehr gut. Das Wetter war schön, viele Leute waren am Platz“, sagte er und ergänzte, dass man ein Fußballspiel als Verein nicht nur sportlich sehen dürfe, sondern auch wirtschaftlich. „Somit war das Wochenende in Ordnung.“ Für Haag bedeutet das 2:2 nach der sechsten Runde zwölf Punkte und weiterhin einen Platz im Vorderfeld der Tabelle, während Ertl bei elf Zählern hält. Viel getrennt hat die beiden Mannschaften an diesem Nachmittag nicht. Gerade deshalb bleibt aus Haager Sicht vor allem jener Gedanke hängen, den Stöckler gleich zu Beginn formulierte: Wäre das zweite Tor früh gefallen, hätte dieser Nachmittag womöglich einen anderen Verlauf genommen.

2. Klasse Ybbstal: Haag : Ertl - 2:2 (1:1)

  • 84
    Jonas Reitner 2:2
  • 75
    Patrik Halda 1:2
  • 15
    Paul Lohnecker 1:1
  • 12
    Nico Harrer 1:0