Spielberichte

Gresten lässt zu viel liegen: „Hinten nicht stabil genug und vorne nicht effektiv“

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Gresten-Reinsberg
Union Wolfsbach

In der 2. Klasse Ybbstal musste sich SC Welser Profile Raika Gresten-Reinsberg am Samstag Sportunion Wolfsbach mit 1:4 geschlagen geben. Das Ergebnis fiel am Ende klar aus, doch Trainer Philipp Schager sah lange ein offenes Spiel: Gresten startete stark, ließ einen frühen Elfmeter ungenutzt, kam noch vor der Pause zum Ausgleich und machte Wolfsbach auch nach dem Ausschluss von Andreas Wagner das Leben schwer.

Schiedsrichter hält einen Fußball in der Hand

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Früher Elfmeter bleibt ungenutzt, Wolfsbach trifft zuerst

Gresten kam laut Schager gut in die Partie und war in den ersten Minuten das aktivere Team. „Wir hatten einen guten Start, konnten gleich Druck aufbauen und bekamen nach wenigen Minuten einen Strafstoß, den wir leider nicht verwandeln konnten“, sagte der Trainer. Auch nach diesem Rückschlag blieb seine Mannschaft im Vorwärtsgang und erspielte sich weitere Möglichkeiten. Den ersten Treffer machte dennoch Wolfsbach: Daniel Sarossy brachte die Gäste in der 14. Minute nach einem Konter mit 1:0 in Führung. Gresten ließ sich davon aber nicht aus dem Spiel bringen und kam nur vier Minuten später zum 1:1, als Lukas Wutzel ins eigene Tor traf. Schager ordnete diese Phase so ein: „Wir haben nicht aufgesteckt, weitergespielt und wurden mit dem Ausgleich belohnt.“ Dass dieser Treffer etwas glücklich zustande kam, sprach er offen an, insgesamt sah er seine Mannschaft vor der Pause aber „doch mit der Überhand“.

Die 44. Minute verändert das Spiel

Kurz vor der Pause kam dann jene Szene, die Schager später als einen der entscheidenden Punkte nannte. Andreas Wagner sah in der 44. Minute Rot. Diskussionen wollte der Gresten-Coach darüber gar nicht erst beginnen. „Das war eine klare Rote Karte, da gibt es nichts zu rütteln“, sagte er und stellte zugleich klar, dass der Unparteiische aus seiner Sicht keinen Einfluss auf das Ergebnis hatte. Mit dem 1:1 ging es zwar in die Kabinen, die Ausgangslage hatte sich aber deutlich verändert. Trotzdem fiel Gresten nach dem Seitenwechsel nicht auseinander. „Meine Spieler haben den Ausschluss sehr gut weggesteckt. Wir hatten auch mit einem Mann weniger gute Möglichkeiten“, betonte Schager. Erst in der 74. Minute fand Wolfsbach wieder den entscheidenden Zugriff: Thomas Gruber stellte auf 2:1. „Das 2:1 eine Viertelstunde vor Schluss war fast der Game-Changer“, meinte Schager.

Wolfsbach nutzt die Räume, Gresten bleibt ohne Ertrag

Nach dem 1:2 wurde es für die Gastgeber zunehmend schwerer, noch einmal wirklich Druck auf den Ausgleich zu entwickeln. Wolfsbach bekam durch die Überzahl mehr Räume und blieb mit seinem Umschaltspiel gefährlich, genau das hatte Schager schon über die gesamte Partie gesehen. „Sie sind drangeblieben und hatten sehr gute Spielzüge nach vorne über Kontersituationen“, sagte er über die Gäste. In der Schlussphase schlug Wolfsbach daraus Kapital: Simon Rittmannsperger erhöhte in der 86. Minute auf 3:1, Bashkim Biticaj setzte in der Nachspielzeit mit dem 4:1 den Schlusspunkt. Schager sprach deshalb von einer unglücklichen Niederlage, obwohl er den Gegner ausdrücklich anerkannte: „Ich will Wolfsbach auch ein Kompliment machen. Sie haben gut gespielt und das Überzahlspiel am Schluss gut ausspielen können.“ Gerade weil Gresten auch in Unterzahl noch zu Chancen kam, war der Endstand aus seiner Sicht besonders bitter.

Schager sieht vorne gute Ansätze, hinten aber zu viele Probleme

Die Erklärung für das 1:4 suchte der Gresten-Trainer weniger in einer einzelnen Szene als in zwei Punkten, die sich durch den ganzen Nachmittag zogen. „Die Stabilität hinten hat nicht gepasst und die Effektivität vorne hat nicht gepasst“, fasste er es klar zusammen. Vor allem im Defensivverbund habe seine Mannschaft zu viel zugelassen, auch über lange Bälle. Auf der anderen Seite sah er aber genug Positives, um die Niederlage nicht nur auf das Ergebnis zu reduzieren. „Wir hatten wirklich einige gute Offensivaktionen und haben uns auch in Unterzahl Torchancen herausgespielt“, sagte Schager. Für ihn war es „großteils ein Spiel auf Augenhöhe“, das durchaus auch in eine andere Richtung hätte kippen können. In der Tabelle der 2. Klasse Ybbstal bleibt Gresten-Reinsberg nach sieben Spielen mit neun Punkten auf Rang neun, Wolfsbach steht mit zehn Zählern auf Platz sechs. Gerade deshalb wird in Gresten weniger das klare Resultat als vielmehr die fehlende Konsequenz in beiden Strafräumen hängenbleiben.

2. Klasse Ybbstal: SC Gresten : Wolfsbach - 1:4 (1:1)

  • 92
    Bashkim Biticaj 1:4
  • 86
    Simon Rittmannsperger 1:3
  • 74
    Thomas Gruber 1:2
  • 18
    Eigentor durch Lukas Wutzel 1:1
  • 14
    Daniel Sarossy 0:1