Spielberichte

„Diese 15 bis 20 Minuten nach der Pause waren der Knackpunkt“ – Kienberg/Gaming verliert 1:5

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ASV Kienberg/G.
FC Ertl

In der 2. Klasse Ybbstal musste sich ASV heiserTEC Kienberg/Gaming zuhause FCU Mayr-Bau Ertl mit 1:5 geschlagen geben. Bis zur Pause hielten die Gastgeber das Spiel mit einem 0:1 noch offen, ehe der Tabellenzweite nach dem Seitenwechsel davonzog. Trainer Simon Milleder machte vor allem die Minuten direkt nach Wiederbeginn als Wendepunkt aus: „Diese 15 bis 20 Minuten nach der Halbzeit waren der Knackpunkt.“

Die Beine mehrerer Fußballspieler in Rot-Gelb und Weiß

Image by Phillip Kofler from Pixabay

Lange hält der Plan, dann trifft Halda vor der Pause

Kienberg/Gaming wusste vor dem Anpfiff, was auf die Mannschaft zukommen würde, und genau so beschrieb es Milleder auch nach dem Spiel. „Das Spiel war sehr kämpferisch intensiv. Wir haben sehr viel in die Defensive hineinstecken müssen, weil Ertl ein sehr starker Gegner ist, was man in der Tabelle sieht“, sagte der Trainer. Für die Gastgeber war damit von Beginn an klar, dass viel Arbeit gegen den Ball notwendig sein würde. Milleder sprach davon, dass die Defensivarbeit die Hauptaufgabe gewesen sei, und genau darin sah er über weite Strecken auch eine ordentliche Leistung. „Fünfzig, sechzig Minuten war das sehr gut“, sagte er. Dass es zur Pause nur 0:1 stand, passte zu dieser Einschätzung. Der erste Treffer fiel erst in der 38. Minute, als Patrik Halda für Ertl zum 0:1 einschob. Mehr ließ Kienberg/Gaming bis zum Seitenwechsel nicht zu, und damit blieb die Partie trotz der erwartbaren Feldvorteile der Gäste vorerst offen.

Vier Gegentore in dreizehn Minuten entscheiden das Spiel

Was vor der Pause noch funktionierte, kippte laut Milleder unmittelbar nach dem Wechsel. Der Trainer legte sich in seiner Analyse klar fest: „Wir waren da kurz unkonzentriert, haben die Aufgaben nicht ganz erfüllen können und das war eigentlich der Knackpunkt.“ In dieser Phase habe seine Mannschaft das hohe Pensum in der Defensivarbeit nicht mehr so durchbringen können, wie es nötig gewesen wäre. Die Zahlen aus dem Spielverlauf zeigen das deutlich. In der 59. Minute erhöhte Elias Lohnecker auf 0:2, nur zwei Minuten später legte Rene Steinparzer das 0:3 nach. Damit war Kienberg/Gaming endgültig unter Druck, und Ertl blieb auf dem Gaspedal. Steinparzer traf in der 68. Minute erneut zum 0:4 und schnürte in der 72. Minute mit dem 0:5 seinen Dreierpack. Milleder erklärte diese starke Phase der Gäste damit, dass seine Mannschaft in der Ordnung nicht mehr so sauber war wie davor. „Da waren wir defensiv nicht mehr so geordnet, und dann haben sie ihr Spiel spielen können. Über die Seiten, mit schnellen guten Kombinationen, haben sie die Abwehr ausgehebelt“, sagte er. Dazu sei der Gegner auch bei Standards sehr stark gewesen: „Das machen sie extrem gut, Eckbälle und Standards, da haben wir leider nicht ganz verteidigen können.“

Kurzmann verkürzt spät, Kienberg/Gaming sieht trotzdem einen Schritt

Ganz ohne Antwort blieb Kienberg/Gaming nicht. In der 82. Minute erzielte Andreas Kurzmann noch den Treffer zum 1:5-Endstand, und Milleder verwies darauf, dass seine Mannschaft auch in der Schlussphase noch zu Möglichkeiten gekommen sei. „Wir haben am Schluss auch noch gute Chancen gehabt, um noch ein, zwei mehr Tore zu schießen“, sagte er. Am grundsätzlichen Befund änderte das für ihn aber nichts. Der Unterschied zwischen beiden Mannschaften sei gewesen, „dass Ertl neunzig Minuten ihr Spiel gemacht hat, so wie sie es sich wahrscheinlich vorgenommen haben. Wir leider nur fünfzig bis sechzig Minuten.“ Genau darin sieht der Trainer den nächsten Entwicklungsschritt. Mit Blick auf die Tabellenlage wollte Milleder die Niederlage deshalb nicht größer machen, als sie ist. Er sprach von einer „sehr großen Aufgabe“, die seine Mannschaft über mehr als eine Halbzeit gut erfüllt habe, verwies aber auch darauf, dass diese fehlenden zwanzig bis dreißig Minuten noch dazukommen müssten. „An dem trainieren wir und werden wir auch trainieren. Wenn wir das schaffen, dann werden wir in den nächsten Wochen sicher noch sehr positive Ergebnisse erzielen können.“ Diskussionsstoff gab es für ihn rund um die Partie nicht. Auch mit dem Unparteiischen war Milleder zufrieden: „Da gibt es nichts zu bemängeln. Die Schiedsrichterleistung war sehr gut.“

2. Klasse Ybbstal: Kienberg/G. : Ertl - 1:5 (0:1)

  • 82
    Andreas Kurzmann 1:5
  • 72
    Rene Steinparzer 0:5
  • 68
    Rene Steinparzer 0:4
  • 61
    Rene Steinparzer 0:3
  • 59
    Elias Lohnecker 0:2
  • 38
    Patrik Halda 0:1