Im Duell beim 1. FC Bisamberg in der 2. Landesliga Ost erlebte der FC Klosterneuburg ein intensives, offenes Spiel – mit gemischten Gefühlen. Trainer Moritz Breicha hob die starke Ballkontrolle seiner Elf hervor, haderte mit einem aus seiner Sicht klaren Handelfmeter und sah zugleich viel Positives. Leopold Vogel brachte Klosterneuburg in Führung, ehe ein spätes Eigentor von Michael Mayer die Punkte teilte und die Elfer-Debatte erneut befeuerte.

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„Aus meiner Sicht war es durchaus gerecht“, ordnete Breicha die Partie ein. Sein Team erwischte den besseren Start, kam mehrfach gefährlich in die Tiefe und zu ordentlichen Abschlüssen – entweder fehlte das letzte Quäntchen Abschlussglück, der Bisamberger Torhüter parierte oder die Abwehr verteidigte konsequent. Im Verlauf der ersten Halbzeit übernahmen die Gastgeber phasenweise das Kommando, ein Muster, das sich nach dem Seitenwechsel wiederholte. Zur Pause stand es 0:0. Breicha lobte die Spielfreude und den Vorwärtsdrang beider Seiten und sprach von einem offen geführten Schlagabtausch: „Es war ein gut anzusehendes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten.“
Prägend blieb für den Trainer eine Szene in Halbzeit eins. „Es ist leider das zweite Spiel in Folge, in dem uns ein Elfmeter verwehrt wird.“ Eine frühe Führung hätte die Statik verändert, ist er überzeugt: „Wenn wir in der ersten Halbzeit den für mich klaren Handelfmeter zugesprochen bekommen und den fälligen Strafstoß verwandeln, kann sich eine ganz andere Spieldynamik entwickeln – eine, die eher unseren Stärken entspricht.“ Zugleich hielt er fest: „Der Schiedsrichter hat ihn nicht gegeben, damit müssen wir leben.“ Nach dem Seitenwechsel fiel der ersehnte Treffer aus dem Spiel heraus: In der 75. Minute traf Leopold Vogel zum 1:0. Klosterneuburg verteidigte beherzt, bekam das Geschehen aber nicht endgültig unter Kontrolle. „Wir haben bis zum Schluss gefightet und probiert, das 1:0 über die Zeit zu bringen. Das ist uns nicht gelungen; Bisamberg hat sich für seinen Aufwand belohnt.“ In der 94. Minute sorgte ein Eigentor von Michael Mayer für das 1:1 und den späten Ausgleich. Im größeren Kontext seiner Kritik an Entscheidungen in Strafraumszenen meinte Breicha: „Gerade bei Elfmeterpfiffen ist es extrem sensibel. In den letzten zwei bis drei Spielen hätten wir uns den einen oder anderen Pfiff erwartet.“
In der Analyse blieb Breicha differenziert. „Von den Spielanteilen her hatten wir mehr Ballbesitz; Bisamberg war einen Tick zielgerichteter Richtung Tor.“ Den Gegner lobte er für einen klaren Plan: „Viele hohe Bälle auf einen Zielspieler, der die Bälle überragend behauptet – und dann kommt die nächste Welle nach. Das machen sie wirklich gut.“ Aus eigener Sicht stimmte der Ansatz, im letzten Drittel fehlte jedoch Konsequenz: „Im Großen und Ganzen war es solide, aber der letzte Biss im Abschluss hat gefehlt.“ Individuell hob er Konstantin Reiter hervor, der enorme Laufarbeit leistete, wichtige Zweikämpfe gewann und die Mannschaft immer wieder antrieb. Zur Personallage sagte Breicha: „Wir haben zwei Langzeitverletzte und einen kurzfristigen Ausfall. Alle im Kader eingesetzten Spieler waren aber fit genug, um das Spiel zu gewinnen.“ Für die kommenden Wochen sieht er die entscheidenden Hebel vor allem im letzten Drittel.