In der 2. Landesliga Ost hat sich der SV Wienerwald in Runde neun gegen den SV Stockerau mit 1:0 durchgesetzt. Das Ergebnis war knapp, und genauso hat Trainer Michael Gössinger die Partie auch beschrieben: als intensives Spiel gegen einen starken Gegner, in dem seine Mannschaft viel investieren musste und den Vorsprung am Ende nur mit großem Einsatz über die Zeit brachte.

Foto: Pixabay
Gössinger erlebte zunächst einen Gegner, der viel Druck aufbaute und Wienerwald gleich zu Beginn forderte. „Es war ein wilder Beginn vom Spiel, wo Stockerau die ersten fünfzehn bis zwanzig Minuten sehr viel Druck erzeugt hat“, sagte der Trainer. Aus seiner Sicht waren die Gäste in dieser Phase auch die bessere Mannschaft, ehe seine Elf das Spiel langsam besser in den Griff bekam. Wichtig war für ihn, dass Wienerwald nach anfänglichen Problemen Ruhe in die Partie brachte, sich stabilisierte und dann selbst stärker wurde. Besonders die letzten zwanzig Minuten vor der Pause sah er Klarheit bei seiner Mannschaft. Schon in der 18. Minute bot sich dabei eine große Möglichkeit, als Wienerwald laut Gössinger freistehend am Fünfer vergab. Kurz vor dem Seitenwechsel fiel dann doch die Führung: Samuel Liptak traf in der 36. Minute zum 1:0, nachdem die Gastgeber diese Phase nach Einschätzung ihres Trainers bereits kontrolliert hatten.
Auch in der Halbzeit war laut Gössinger klar, worüber gesprochen werden musste. Die Wucht, mit der Stockerau ins Spiel gekommen war, sollte seine Mannschaft im zweiten Durchgang besser aufnehmen. Genau das gelang aus seiner Sicht zunächst auch. „Das haben wir dann ein bissl besser im Griff gehabt in der zweiten Halbzeit“, erklärte der Wienerwald-Coach. Seine Mannschaft startete gut in die zweiten 45 Minuten und war für ihn von Beginn an das bessere Team. Gerade deshalb ärgerte ihn, dass das zweite Tor ausblieb. „Wenn wir das zweite machen, ist der Deckel drauf“, meinte Gössinger, der darin einen wesentlichen Punkt des Abends sah. So blieb die Partie offen. Dazu kam noch eine Szene mit Samuel Liptak, dessen Treffer in der zweiten Hälfte wegen Abseits aberkannt wurde. Ob die Entscheidung richtig war, wollte Gössinger nicht endgültig bewerten, insgesamt sprach er aber von wenigen strittigen Situationen und davon, dass die Partie „grundsätzlich gut geleitet“ worden sei.
Weil Wienerwald die Entscheidung verpasste, wurde es in der Schlussphase noch einmal richtig eng. Gössinger schilderte, dass die Partie gegen Ende hektisch wurde und sein Tormann die Gastgeber mit mehreren starken Paraden im Spiel hielt. „Unser Tormann hat uns da die letzten zwanzig Minuten richtig geholfen, die drei Punkte festzuhalten“, sagte er und sprach von einem „tollen Tag“ seines Keepers. Dazu kam für ihn vor allem der Einsatz seiner Mannschaft. „Der Wille war extrem groß. Wir haben mit Mann und Maus gegen Schluss wegverteidigt“, so der Trainer. Ganz ohne Selbstkritik kam der 1:0-Sieg aber nicht daher. Gössinger nannte Stockerau den bisher besten Gegner der Saison und sagte offen, dass ein Remis „vielleicht auch gerecht gewesen wäre“. Genau darin steckt auch die Einordnung dieses Abends: Wienerwald nahm die drei Punkte mit, wusste aber, dass es ein ganz enges Spiel war. Für die kommenden Wochen sieht Gössinger vor allem einen Ansatzpunkt: Seine Mannschaft müsse die körperliche und zweikampfstarke Art solcher Gegner von Beginn an besser aufnehmen und dürfe sich davon nicht überraschen lassen. In der Tabelle bleibt Wienerwald nach neun Runden mit 20 Punkten jedenfalls vorne dabei.