Spielberichte

„Machen wir den Elfer, gehen wir als verdienter Sieger vom Platz“ – Bad Vöslau vergibt in der 84. Minute den Sieg

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SG Bad Vöslau/Kottingbrunn
1. FC Bisamberg

In der 2. Landesliga Ost ist die SG Bad Vöslau/Kottingbrunn im Heimspiel gegen den 1. FC Bisamberg trotz klarer Vorteile nicht über ein 0:0 hinausgekommen. Für Trainer Igor Knezevic war die Sache nach dem Schlusspfiff deutlich: Seine Mannschaft habe das Spiel über weite Strecken kontrolliert, viele gute Ansätze gehabt und sich vor allem mit dem vergebenen Elfmeter in der 84. Minute um den verdienten Lohn gebracht.

Torwart in Neongelb spielt den Ball

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Bad Vöslau hat das Spiel lange im Griff

Für Knezevic war es kein Nachmittag, an dem seine Mannschaft nur phasenweise gut im Spiel war. Der Trainer sprach vielmehr von einer Partie, in der seine Elf über einen langen Zeitraum das aktivere Team gewesen sei. „Es war ein Spiel auf Augenhöhe mit Bisamberg“, sagte er zwar zunächst, legte dann aber nach und beschrieb den Auftritt seiner Mannschaft als „sehr dominierend, sehr überzeugend, in allen Belangen feldüberlegen“. Zur Pause stand es folgerichtig zwar noch 0:0, doch aus Sicht der Gastgeber war das eher Ausdruck der fehlenden Verwertung als eines ausgeglichenen Verlaufs. Knezevic verwies auch darauf, dass Bad Vöslau diesmal personell wieder deutlich besser aufgestellt war. „Wir waren nach langem wieder mit einem vollen Kader präsent, bis auf zwei Bundesheerler, die nicht dabei waren“, sagte er. Auf der anderen Seite habe Bisamberg ersatzgeschwächt antreten müssen, was der Coach offen ansprach, ohne die Leistung des Gegners zu schmälern.

Die 84. Minute blieb der Knackpunkt

Je länger die Partie torlos blieb, desto mehr verdichtete sich alles auf jene Szene kurz vor Schluss, die Knezevic auch nach dem Abpfiff nicht losließ. In der 84. Minute bekam Bad Vöslau beim Stand von 0:0 einen Elfmeter, ließ diese große Möglichkeit aber ungenutzt. Für den Trainer war genau das der Moment, in dem das Spiel hätte kippen müssen. „Machen wir den Elfmeter zum 1:0, machen wir den Sack zu und gehen als verdienter Sieger vom Platz“, sagte er. Knezevic sprach dabei nicht von einer Mannschaft, die nur eine einzige große Chance hatte. Vielmehr habe sein Team davor schon genug gute Situationen und einige Halbchancen gehabt, um früher in Führung zu gehen. „Wir waren chancenüberlegen. Zwar hatten wir nicht hundertprozentige Chancen, aber viele Halbchancen, die wir schon vorzeitig verwerten hätten können“, erklärte er. Weil genau diese Effizienz fehlte, blieb Bisamberg bis in die Schlussphase hinein im Spiel und das 0:0 stehen.

Viel Lob für die Leistung, aber vor dem Tor fehlt noch der letzte Schritt

Trotz der Enttäuschung über die zwei liegengelassenen Punkte schlug Knezevic nach dem Spiel nicht nur kritische Töne an. Im Gegenteil: Der Trainer hob die Leistung seiner Mannschaft mehrfach hervor und stellte klar, dass er mit der Art des Auftritts sehr zufrieden war. „Ich möchte meiner Mannschaft gratulieren für die hervorragende Leistung, für die Kampfbereitschaft, für das mutige Spiel in die Offensive“, sagte er. Er sah darin einen klaren Fortschritt und auch eine Fortsetzung jener guten Ansätze, die seine Elf zuletzt schon gezeigt habe. „Wir haben dominant, willig, mutig und mit viel Laufbereitschaft gespielt, mit viel Zweikampfstärke, so wie wir im Abstiegskampf kämpfen müssen und sollen“, meinte Knezevic. Diskussionsstoff rund um den Schiedsrichter gab es für ihn keinen, auch das stellte er ausdrücklich klar. Umso eindeutiger fiel seine Analyse aus: „Gefehlt hat, wie gegen Neudorf, die Effizienz.“ Genau daran müsse weiter gearbeitet werden, sagte der Trainer mit Blick auf die kommenden Wochen. Der Auftritt gegen Bisamberg machte ihm Mut, das Resultat aber schmerzte, weil es aus seiner Sicht eben „zwei verlorene Punkte“ waren.