In der 2. Landesliga Ost hat FC Tulln am Freitagabend bei FC Klosterneuburg mit 2:0 gewonnen. Das Ergebnis liest sich klarer, als die Partie aus Sicht von Tulln tatsächlich war. Trainer Kristian Fitzbauer sprach offen von keiner guten Leistung seiner Mannschaft, betonte aber ebenso klar, wie wichtig es sei, auch an einem schwächeren Tag die drei Punkte mitzunehmen.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Der Spitzenreiter erwischte nach Einschätzung seines Trainers keinen guten Einstieg. „Wir sind nicht gut reingekommen“, sagte Fitzbauer nach dem Schlusspfiff und machte zugleich deutlich, dass der Gegner dem Favoriten das Leben schwer machte. Klosterneuburg habe es „über 90 Minuten richtig gut gemacht“, meinte der Tulln-Coach, der die Partie als offen erlebte. Dennoch ging seine Mannschaft in der 28. Minute in Führung. Christoph Knasmüllner traf zum 0:1, nachdem Fitzbauer die Entstehung als Szene nach einem Ballgewinn mit einem tiefen Ball beschrieb. Mit diesem Vorsprung ging Tulln auch in die Pause, ohne dass der Trainer seiner Elf bis dahin ein wirklich gutes Zeugnis ausstellte. Gerade das machte seine Analyse nach dem Spiel so deutlich: Das Ergebnis passte, die Leistung aus seiner Sicht über weite Strecken nicht.
Auch im weiteren Verlauf blieb es aus Sicht des Trainers ein Spiel, das jederzeit in beide Richtungen hätte kippen können. „Es war eine offene Partie. Es waren Chancen auf beiden Seiten“, sagte Fitzbauer und schob nach, dass ein Remis durchaus zum Spiel gepasst hätte. Genau diese Einordnung erklärt auch, warum er trotz des 2:0 ungewöhnlich selbstkritisch blieb. „Meine Jungs wissen, dass das heute keine gute Leistung war. Es hat nicht wirklich viel funktioniert“, so der Tulln-Trainer. Immerhin sah er nach dem Seitenwechsel eine Reaktion: „In der zweiten Halbzeit war dann eine Steigerung zur ersten Halbzeit da.“ Die endgültige Entscheidung fiel aber erst tief in der Nachspielzeit. Robin Josefik sorgte in der 92. Minute für das 0:2. Fitzbauer sprach dabei von einer Kontersituation kurz vor Schluss, die seine Mannschaft fertig ausspielte. Damit machte Tulln den Auswärtssieg zu, obwohl der Coach noch einmal unterstrich, dass Klosterneuburg aus seiner Sicht ebenfalls zu Toren hätte kommen können.
Bemerkenswert war nach dem Spiel vor allem, wie viel Respekt Fitzbauer für den Gegner übrig hatte. „Sie sind tief gestanden und haben versucht, schnell umzuschalten. Wir haben phasenweise richtige Probleme mit ihnen gehabt“, sagte er über die Gastgeber. Dazu kam ein Satz, der viel über seinen Blick auf diesen Abend verrät: „Ich denke auch, sie hätten einen Punkt verdient, aber im Fußball bekommt man nicht immer das, was man verdient.“ Gleichzeitig stellte Fitzbauer klar, dass es in solchen Spielen eben genau darauf ankomme, das Ergebnis über die Zeit zu bringen. „Das Wichtigste heute sind die drei Punkte“, sagte er mehrfach in verschiedenen Formulierungen. Auch den Unparteiischen nahm er ausdrücklich aus jeder Diskussion heraus: „Der Schiedsrichter hat das richtig souverän geleitet.“ Unter dem Strich bleibt damit ein Abend, an dem Tulln spielerisch nicht an seine beste Form herankam, sich aber dennoch mit einem 2:0-Auswärtssieg und nun 33 Punkten an der Spitze behauptete. Für Klosterneuburg war die Niederlage bitter, weil selbst der gegnerische Trainer der Leistung offen Anerkennung zollte.