In der 2. Landesliga Ost hat SC Ökoenergie Wolkersdorf am Freitagabend in Runde 12 gegen SG Bad Vöslau/Kottingbrunn mit 0:1 verloren. Ein Treffer von Armen Aleksanjan kurz vor der Pause entschied die Partie, danach verteidigten die Gäste den Vorsprung mit großem Einsatz. Trainer Igor Knezevic sprach von einer „45-minütigen Abwehrschlacht“ und hob vor allem Moral, Laufarbeit und den Kampf seiner Mannschaft hervor.

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Für Knezevic begann die Partie mit viel Tempo und wenig Ruhe. „Die ersten zehn Minuten waren sehr hektisch auf beiden Seiten“, sagte der Trainer, der von Anfang an ein enges und umkämpftes Spiel sah. Beide Mannschaften wollten nach seiner Einschätzung unbedingt punkten, entsprechend aggressiv und entschlossen ging es zur Sache. Die Gäste hatten für ihn in der ersten Hälfte leichte Vorteile bei den Spielanteilen, waren „willig, mutig und sehr gut im Spiel“. Dass dann in der 44. Minute Armen Aleksanjan zur Führung traf, bewertete er als Schlüsselmoment. Besonders wichtig war für ihn der Zeitpunkt: „Das 1:0 kurz vor der Halbzeit war extrem wichtig für die Moral.“ Knezevic sprach außerdem von einem wunderschönen Weitschuss und einem Treffer, der seiner Mannschaft genau zur richtigen Zeit Rückenwind gab.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild laut dem Gäste-Coach deutlich. Wolkersdorf drückte die Gäste tief in die eigene Hälfte und ließ ihnen kaum mehr Luft. „Die zweite Halbzeit war purer Kampf, pure Leidenschaft gegen den Ball“, sagte Knezevic. Sein Team kam nur noch selten über die Mittellinie, weil Wolkersdorf die Partie nun klar an sich zog. Der Trainer formulierte es drastisch: „Wolkersdorf hat uns in unserer Hälfte eingeschnürt.“ Aus Sicht der Gäste ging es danach fast nur noch darum, den knappen Vorsprung zu verteidigen. Knezevic sprach sogar von „45 Minuten Dauerbelagerung in unserem Sechzehner“, und genau dieses Verteidigen mit allem, was da war, brachte am Ende den Auswärtssieg.
Entsprechend groß fiel nach Schlusspfiff das Lob für die eigene Mannschaft aus. Knezevic hob nicht einzelne Spieler hervor, sondern die geschlossene Leistung vom Tor bis in die Spitze. „Von der Abwehr, vom Tormann bis zum Sturm: Wir sind uns zu Tode gelaufen, wir haben unermüdlich gekämpft“, sagte er. Besonders gefiel ihm, dass seine Mannschaft auch in der stärksten Druckphase nicht aufgab und den Vorsprung nicht mehr aus der Hand gab. Gleichzeitig zeigte er sich fair gegenüber dem Gegner. „Aufgrund der zweiten Halbzeit hätten sie sich auch einen Punkt verdient“, meinte der Trainer über Wolkersdorf, schob aber sofort nach, dass der Sieg wegen der „tollen kämpferischen Leistung“ seiner Elf trotzdem in Ordnung gehe. Gerade diese Einordnung zeigt gut, wie eng und intensiv diese Partie aus seiner Sicht tatsächlich war.
Diskussionen über den Unparteiischen wollte Knezevic nach diesem intensiven Abend ausdrücklich keine aufkommen lassen. Im Gegenteil: Er sprach von einer „souveränen Leistung“ und davon, dass der Schiedsrichter die harte Gangart richtig eingeordnet habe und das Spiel laufen ließ. Für die Gäste bleibt aber vor allem die Erkenntnis, dass so ein Spiel auch auswärts gewonnen werden kann. Genau das war für den Trainer die große Botschaft des Abends. Das Tor vor der Pause gab seiner Mannschaft das Gefühl, „wir können Spiele gewinnen, auch auswärts gewinnen“. Dazu passte auch sein letzter Eindruck von diesem Abend: Es sei „eine Augenweide“ gewesen, der Leidenschaft seiner Mannschaft zuzuschauen, auch wenn es für ein Trainerherz kein Spiel für ruhige Minuten war.