In der 2. Landesliga Ost musste SC Katzelsdorf am Freitagabend bei SC Brunn/Geb. eine 1:3-Niederlage hinnehmen. Aus Sicht von Sportlichem Leiter Patrick Kadletz lag der Hauptgrund klar auf der Hand: Seine Mannschaft kam von Beginn an nicht ins Spiel, verlor zu viele Zweikämpfe und ließ über weite Strecken genau jene Aggressivität vermissen, die Brunn an diesem Abend auf den Platz brachte.

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Kadletz machte nach dem Spiel keinen Versuch, die erste Hälfte schönzureden. "Wir sind nicht gut ins Spiel reingekommen und haben das vermissen lassen, was wir die letzten Wochen gut gemacht haben", sagte er. Vor allem gegen den Ball sei Katzelsdorf weit weg von der eigenen Normalform gewesen. Brunn habe die Gäste mit seinem Anlaufen vor Probleme gestellt, Katzelsdorf habe die Zweikämpfe schlecht angenommen und die Pressingsituationen überhaupt nicht in den Griff bekommen. Das schlug sich auch im Spielstand nieder. Nach 20 Minuten geriet Katzelsdorf durch ein Eigentor von Kevin Szar mit 0:1 in Rückstand, tief in der Nachspielzeit der ersten Hälfte legte Maximilian Kerschner das 2:0 nach. Auch diese Gegentreffer ordnete Kadletz deutlich ein: Vor beiden Toren habe seine Mannschaft im vordersten Drittel nicht sauber verteidigt, dazu habe in der Abwehr die Abstimmung nicht gepasst. Entsprechend hart fiel sein Urteil aus: "Das war in der ersten Hälfte ein ganz schlechtes Spiel von uns, sicher die schlechteste Leistung in der Saison."
Ganz ohne Reaktion blieb Katzelsdorf nach der Pause zwar nicht, doch die bessere Phase hielt nach Einschätzung des Sportlichen Leiters zu kurz an. "In der zweiten Hälfte war es die ersten fünfzehn Minuten besser", sagte Kadletz, der später auch von einer Viertelstunde bis zwanzig Minuten sprach, in denen seine Mannschaft präsenter wirkte. In dieser Phase gewann Katzelsdorf mehr Zweikämpfe, kam eher in die zweiten Bälle und arbeitete sich zurück ins Spiel. Der Anschlusstreffer durch Davor Tadijanovic in der 65. Minute passte deshalb auch zu dieser kurzen Aufholbewegung. Kadletz sprach sogar von einem verdienten 2:1. Die Hoffnung auf eine Wende trug aber nicht lange. Aus seiner Sicht verteidigte Katzelsdorf danach weiter nicht sauber genug, dazu kam eine folgenschwere Szene im eigenen Strafraum. Kadletz sprach von einem "blöden Foul", ehe Julian Uhlig in Minute 75 zum 3:1 traf. Damit war die bessere Phase der Gäste schon wieder beendet, und Brunn hatte das Spiel erneut auf seiner Seite.
Besonders klar wurde Kadletz bei der Frage nach dem entscheidenden Punkt dieser Partie. "Die Aggressivität hat das Spiel entschieden", sagte er ohne langes Zögern. Brunn sei über 90 Minuten aggressiver gewesen, habe den größeren Siegeswillen gezeigt und genau das durchgezogen, womit Katzelsdorf nie richtig zurechtkam. Seine Mannschaft habe vieles spielerisch lösen wollen, doch laut Kadletz war das an diesem Abend auch wegen der Platzverhältnisse nur eingeschränkt möglich. Eine Ausrede wollte er daraus aber ausdrücklich nicht machen. Vielmehr habe sich Brunn besser auf die Bedingungen eingestellt, mehr mit hohen Bällen gearbeitet und danach auch die zweiten Bälle gewonnen. "Wir haben fast alles schlecht gemacht", fasste Kadletz die Leistung seines Teams ungewöhnlich offen zusammen. Gemeint war damit nicht nur das Spiel gegen den Ball, sondern auch der Umgang mit dem Ball. Weil Katzelsdorf weder in den Duellen noch im Nachsetzen Zugriff bekam, blieb die Mannschaft immer wieder einen Schritt hinterher.
So blieb für Kadletz am Ende nur eine klare Einordnung übrig. "Am Ende müssen wir die Niederlage hinnehmen. Verdiente Niederlage", sagte er. Dass er die Schiedsrichterleistung kritisch sah, verschwieg er nicht, doch ebenso deutlich stellte er klar, dass darin nicht die Ursache für das 1:3 lag. "Die Schiedsrichterleistung war sicher schlecht, aber das hat nichts mit unserer Niederlage zu tun. Da sind wir schon selber schuld", meinte er. Diese Haltung passt zu seiner gesamten Analyse, denn im Mittelpunkt stand durchgehend die eigene Leistung. Für Katzelsdorf, das trotz der Niederlage weiterhin auf Rang zwei der Tabelle liegt, war es damit ein Abend, an dem wenig funktionierte und noch weniger zu beschönigen war. Brunn nutzte seine Vorteile konsequent, während die Gäste laut ihrem Sportlichen Leiter genau jene Tugenden vermissen ließen, die in dieser Liga oft den Unterschied machen.