Eine weitere erfolgreiche Schremser Aufholjagd, ein deutlich hörbares Zwentendorfer Aufatmen und ein Stürmer-Abschied: Die 10. Runde in der 2. Landesliga West ist Geschichte und brachte die Erkenntnis mit sich, dass Schrems der Herbst-Meistertitel nun kaum mehr zu nehmen ist. Bleibt Gmünd am Freitag gegen Haitzendorf ohne Sieg, dann kann sich Schrems tags darauf schon mit einem Remis in Spratzern vorzeitig die Winterkrone aufsetzen.
Mit 17 Toren in sieben Spielen fiel die Bilanz des 10. Spieltages in der 2. Landesliga West bescheiden aus, der Trefferschnitt von 2,48 pro Partie stellt einen durchwachsenen Wert dar. Torloses Remis war zwar keines darunter, doch in drei Matches fiel nur ein Treffer. Der Goalgetter hatte sein Visier gut eingestellt, Libor Zurek baute nach seinem Doppelpack in Eggenburg den Vorsprung auf den Schremser Manfred Wimmer aus (11:9-Tore). Das Duell der Bomber entfällt am Wochenende: Denn nach seiner gelb-roten Karte ist Wimmer just am Samstag in Spratzern (15 Uhr) zum Zuschauen verurteilt.
"Wer solche Spiele noch gewinnt, wird eigentlich Meister." Seitenstetten-Trainer Günter Zach brachte es nach der Freitag-Partie in Schrems auf den Punkt. Seine Mannen führten in Schrems 2:1, drängten auf das 3:1 und verloren in Überzahl die Partie noch mit 2:3. Was Schrems-Coach Bruno Meyer derzeit auch anpackt - es wird zu Gold: Freitag tauschte er in der 71. Minute Manuel Fröhlich ein, vier Minuten später sorgte der Joker für den 3:2-Siegestreffer gegen Seitenstetten.
Seine sportliche Wiederauferstehung feierte am Wochenende der SV Zwentendorf. Mit dem 1:0 in Herzogenburg gelang im zehnten Anlauf der erste Saisonsieg, mit umgekehrten Vorzeichen geht es nun ins sonntägige Schicksalsspiel vor Heim-Publikum gegen Echsenbach: Die Gäste reisen als Tabellenletzter an, Zwentendorf kann sich mit einem Sieg um vier Punkte von den Hartl-Haus-Boys absetzen.
Auch die Unzufriedenheit hat in der 2. Landesliga West natürlich wieder Saison: Den mit Titel-Ambtionen gestarteten Kremsern fehlen inzwischen bereits zehn Punkte auf Schrems, auch Rohrendorf läuft nach nur einem Punkt aus den letzten drei Spielen den eigenen Ansprüchen inzwischen wieder hinterher. Unruhige Wochen stehen auch den Melker Spielerin ins Haus: Der desolat verlaufende Herbst hat zur Folge, dass im Winter der eine oder andere Spieler den Verein verlassen wird müssen. Dies kündigte der Melker Obmann Dominik Wedl Sonntag Abend im Gespräch mit unterhaus.at an.
Es ist längst kein Geheimnis mehr: Der als Havlicek-Ersatz geholte Zdenek Latal entpuppt sich in Eggenburg Woche für Woche als Rohrkrepierer, bei der 0:3-Heim-Niederlage am Freitag gegen Spratzern schied er zu allem Überdruss nach 25 Minuten verletzt aus. Manfred Meyer traf sich - davon unabhängig - unmittelbar nach dem Spiel bereits mit Spieler-Vermittlern. Dass Latal ersetzt wird, steht inzwischen fest: "Wir sondieren bereits den Markt. Je früher wir dran sind, desto mehr Optionen haben wir", weiß der Trainerfuchs.
Gemeinsam mit Trainern, Funktionären und Experten der Liga hat die Redaktion von unterhaus.at das Team zur 10. Runde erstellt. Hier geht´s zum erlauchten Kreis der elf nominierten Spieler.
Christian Reichel
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