Gebietsliga Nordwest/Waldviertel

Nach verpatztem Saisonstart, Kottes lauert auf Überraschung gegen Weißenkirchen: „Ein Spiel, bei dem wir eigentlich nichts zu verlieren haben“ – Interview mit Trainer Höllerschmid

Der SCU Kottes möchte den verpatzten Saisonstart gegen den unmittelbaren Konkurrenten um die Top-10, Gföhl, schnell wegstecken. Nach der 2:4-Niederlage in der Gebietsliga Nordwest/Waldviertel folgt allerdings nun das Match gegen den vermeintlich unschlagbaren Tabellenführer Weißenkirchen. „Wir gehen da als Außenseiter rein, vielleicht ergibt sich ja eine Chance“, nähert sich Trainer Franz Höllerschmid der Herausforderung positiv entgegen. Im Interview mit Ligaportal spricht er zudem über die Gründe für die vergangene Pleite, die Ziele und seine persönlichen Zukunft.

„Nach 20 Minuten Faden verloren“

Ligaportal: Herr Höllerschmid, danke fürs Zeitnehmen. Am vergangenen Wochenende haben Sie eine 2:4-Niederlage gegen den unmittelbaren Konkurrenten Gföhl erlitten. Was ist Ihre Meinung zum Ergebnis und zur Leistung Ihrer Mannschaft?

Trainer Franz Höllerschmid: Wir sind eigentlich ganz gut ins Match gestartet. Die ersten 15, 20 Minuten waren richtig stark. Dann haben wir das erste Gegentor kassiert – davor hatten wir selbst eine gute Aktion, dann kam ein Schnittstellenpass, und plötzlich war der Ball drin. Danach sind wir ein bisschen aus dem Tritt gekommen. Man muss ehrlich sagen, wir haben uns die Gegentore zu einfach eingefangen, vor allem durch individuelle Fehler. Und das war am Ende auch der Knackpunkt. Offensiv war es eigentlich in Ordnung, aber der Gegner liegt uns einfach nicht besonders.

Ligaportal: Das klingt aber schon so, als gäbe es Punkte, auf die man aufbauen könnte.

Höllerschmid: Absolut. Unser Stürmer ist jetzt auch wieder zurück, der hat schon ein paar Trainings in den Beinen. Der Rest der Mannschaft ist fit, und unsere Stürmer sind robust, das passt. Aber allgemein war die Vorbereitung auch sehr durchwachsen – vor allem wegen der Temperaturen. Wir haben zwar regelmäßig trainiert, aber die Trainingsbeteiligung war nicht optimal. Das muss man klar so sagen, die Vorbereitung war alles andere als ideal. Trotzdem will ich jetzt nicht alles schlechtreden. Wir haben nicht schlecht gespielt, aber es waren einfach zu viele individuelle Fehler. Das ist aber nichts, was man nicht beheben kann. Ich bin jetzt nicht jemand, der sagt, alles war miserabel. In dem Match haben wir nach 20 Minuten den Faden verloren und sind nicht mehr richtig reingekommen.

„Nicht in den Abstiegskampf rutschen“

Ligaportal: Als 10. der Liga haben Sie einen respektablen Vorsprung auf die letzten zwei und nach vorne hin ist noch relativ viel möglich. Welche Ziele haben Sie sich gesetzt?

Höllerschmid: Wir müssen schauen, dass wir nicht in den Abstiegskampf rutschen. Die Mannschaft soll befreit aufspielen können, ohne ständig nach unten schauen zu müssen. Natürlich sollte man das erste Spiel jetzt nicht überbewerten, aber man muss trotzdem realistisch bleiben.

Ligaportal: Wie sieht es mit Ihrer Person aus. Werden Sie auch im Herbst auf der Bank vom SCU Kottes Platz nehmen?

Höllerschmid: Das wird sich zeigen. Es kann sein, dass es sich in die richtige Richtung bewegt, aber es kann genauso gut sein, dass es nicht so läuft, wie wir uns das vorstellen. Man muss einfach schauen, ob sich mit der Zeit gewisse Abnutzungserscheinungen zeigen. Es ist in beide Richtungen was möglich.

„Nichts zu verlieren“

Ligaportal: Der nächste Gegner ist nun der Spitzenreiter Weißenkirchen – ein vermeintlich unschlagbarer Gegner. Mit welchen Erwartungen kann man in so eine Partie gehen?

Höllerschmid: Das ist ein Spiel, bei dem wir eigentlich nichts zu verlieren haben. Der Gegner hat es geschafft, mit nur wenigen punktuellen Veränderungen das Beste aus der Mannschaft rauszuholen. Sie hatten bisher kaum Verletzungen und spielen fast immer mit derselben Aufstellung. Die sind eingespielt und gut drauf. Wir werden da sicher nicht die großen Sprünge machen können und die Erwartungen sind entsprechend niedrig. Wir gehen da als Außenseiter rein, vielleicht ergibt sich ja eine Chance.