Am vergangenen Wochenende hat das Wetter mitgespielt und der Start in die Frühjahrsaison konnte somit auch für den USV Dobersberg gelingen. In der Gebietsliga Nordwest/Waldviertel mussten sich die Dobersberger allerdings mit einem 0:2 beim Tabellenführer Weißenkirchen zufriedengeben. „Unsere Leistung defensiv war wirklich gut“, zeigt sich Trainer Klaus Doppler nach dem Spiel trotz der Niederlage optimistisch. Im Ligaportal-Interview spricht er über zahlreiche Verletzungen in der Mannschaft, die Gebietsliga und seine fast 30-jährige Trainererfahrung.
Ligaportal: Herr Doppler, danke fürs Zeitnehmen. Am vergangenen Wochenende sind Sie mit Ihrer Mannschaft in die Frühjahrssaison gestartet – ausgerechnet gegen Spitzenreiter Weißenkirchen. Ein paar Tage sind seit der 0:2-Niederlage vergangen, wie reflektieren Sie über das Spiel?
Trainer Klaus Doppler: Eine Niederlage ist immer bitter, das muss man einfach sagen. Fußball ist eben ein Ergebnissport und diesmal haben wir halt keine Punkte mitgenommen. Mit dem Resultat bin ich natürlich nicht zufrieden, das ist logisch. Aber wenn man das ganze Spiel über 90 Minuten betrachtet, muss ich sagen, dass unsere Leistung defensiv wirklich gut war. Wir haben kaum etwas zugelassen. Man darf aber auch nicht vergessen, dass wir aktuell mit fünf Verletzten zu kämpfen haben, und das tut richtig weh. Wir haben zwei Kreuzbandrisse, einen Bandscheibenvorfall, einen Knorpelschaden und eine Muskelverletzung, also lauter langfristige Ausfälle. Dadurch mussten wir viel umstellen und improvisieren. Im Herbst hatten wir überhaupt keine Verletzten, da lief es super. Jetzt ist die Situation eben eine andere und das macht es nicht gerade leichter.
Ligaportal: War es ein Nachteil, dass Ihre eigentliche Auftaktpartie gegen Gföhl in der Woche zuvor verschoben wurde?
Doppler: Nein, eigentlich nicht. Wir hatten genug Testspiele, und die haben auch gepasst. Klar, die Leistungen waren mal durchwachsen, mal richtig gut, aber das ist normal. Ich denke nicht, dass diese Absage einen großen Unterschied gemacht hat.
Ligaportal: Worauf lag Ihr Hauptaugenmerk in der Vorbereitung?
Doppler: Naja, wenn die Platzverhältnisse nicht passen und man oft in die Halle ausweichen oder nur Laufeinheiten machen kann, dann ist es natürlich schwieriger, bestimmte Trainingsinhalte so umzusetzen, wie man sich das vorstellt. Aber ich denke, wir haben uns trotzdem gut vorbereitet, vor allem konditionell sind wir auf einem guten Level. Spielerisch wollten wir uns natürlich verbessern, vor allem im Ballbesitz, aber das konnten wir in der Meisterschaft noch nicht so umsetzen. Durch die vielen Verletzungen mussten wir einige Spieler auf neuen Positionen einsetzen, was zusätzliche Herausforderungen mit sich brachte. Aber wir arbeiten daran, dass wir im Frühjahr in diesen Situationen besser agieren, flexibler werden und offensiv gefährlicher sind. Das Umschaltspiel beherrschen wir ohnehin gut, weil wir die richtigen Spielertypen dafür haben. Am Ballbesitz und an unserer Dominanz müssen wir aber definitiv noch arbeiten.
Ligaportal: Sie sprechen von zahlreichen Verletzten, haben im Winter dennoch nur einen Neuzugang verpflichtet. Warum war nicht mehr möglich?
Doppler: Die Verletzungen sind alle erst in den letzten zwei Wochen geschehen, weshalb wir zeitlich nicht mehr reagieren konnten. Der erste Spieler musste schon im ersten Testspiel mit einem Bandscheibenvorfall raus, die anderen Verletzungen kamen dann nach und nach dazu. Das ist einfach extrem bitter, weil wir dadurch einen deutlich kleineren Kader haben und auch nicht wirklich reagieren konnten. Besonders schmerzhaft ist, dass die Ausfälle alle langfristig sind – die Burschen fallen quasi die ganze Saison aus.
Ligaportal: Was kann man trotz der voraussichtlich langen Ausfälle heuer noch anstreben?
Doppler: Zum Glück haben wir im Herbst viele Punkte geholt. Jetzt haben einige Spieler aus der zweiten Mannschaft oder Spieler, die bisher weniger Einsatzzeit hatten, die Chance, sich zu zeigen. Das ist eine super Möglichkeit für sie, sich weiterzuentwickeln. Natürlich wollen wir im Frühjahr trotzdem gute Leistungen bringen und uns im oberen Mittelfeld festsetzen. An den Stellschrauben müssen wir aber definitiv noch drehen.
Ligaportal: Spricht man im Verein möglicherweise schon von einer höheren Klasse, als der Gebietsliga?
Doppler: Der Plan ist ganz klar, sich langfristig in der Gebietsliga zu etablieren. Wir wollen auf keinen Fall nach zwei, drei Jahren wieder absteigen. Das ist eine richtig spannende Liga, in der wir uns wohlfühlen. Wir haben einen jungen, talentierten Kader – das Potenzial ist auf jeden Fall da. Natürlich wird es auch mal eine Saison geben, in der es nicht so gut läuft, das kennt man ja. Es hängt immer davon ab, wie es gerade läuft, wie viele Verletzte man hat und wie die Spieler in Form sind. Aber unser Ziel ist es ganz klar, uns die nächsten Jahre in der Gebietsliga zu behaupten.
Ligaportal: Sie sind schon seit 1997 im Trainergeschäft tätig. Was ist der Reiz, der Sie anscheinend immer noch packt?
Doppler: Ich habe selbst lange gespielt, von der Regionalliga bis zur ersten Klasse, und als Trainer habe ich auch schon einige Ligen durchlaufen – von der ersten Klasse bis zur Landesliga. Ich bin jetzt nicht der Typ, der ständig den Verein wechselt, aber nach 30 Jahren kommt da schon einiges zusammen. Der Reiz für mich ist, dass ich nach wie vor unheimlich gerne am Platz stehe und mit den Spielern arbeite. Vor allem mit jungen Spielern, sie weiterzuentwickeln, ihnen etwas beizubringen und sie ins Teamgefüge zu integrieren, macht mir großen Spaß. Das ist für mich ein super Ausgleich zum Beruf, weil ich da schon ziemlich eingespannt bin.
Ligaportal: Ist es Ihr persönliches Ziel, wieder auf Landesliga-Niveau zu kommen?
Doppler: Das kommt ganz darauf an. Wenn es passt, warum nicht? Wenn es nicht passt, dann eben nicht. Es muss mit meinen Rahmenbedingungen zusammenpassen. Familiär hat das bisher immer super funktioniert, da bin ich sehr dankbar. Aber beruflich bin ich als Geschäftsführer eines Unternehmens mit 350 Mitarbeitern natürlich stark eingespannt. Das alles unter einen Hut zu bringen, ist nicht immer einfach.
Ligaportal: Nach Weißenkirchen folgt nun der Tabellen-2. St. Bernhard. Was erwarten Sie?
Doppler: Das wird richtig schwer. St. Bernhard ist spielerisch sehr stark. Dazu haben wir am Wochenende noch einen Spieler mit Gelb-Rot verloren, das macht es personell natürlich noch schwieriger. Trotzdem wollen wir punkten. Wir müssen von der ersten Minute an voll da sein, intensiv in die Zweikämpfe gehen und eine hohe Laufbereitschaft zeigen. Wenn wir defensiv gut stehen, werden wir sicher auch unsere Chancen nach vorne bekommen. Klar, wenn mehr als ein Punkt rausschaut, nehmen wir die drei Punkte natürlich gerne mit. Aber es wird auf jeden Fall eine harte Partie.