Für Christian Höllrigl fühlte sich das 2:2 wie ein glücklicher Punkt an – ein Derby mit viel Intensität, zahlreichen Standards und knappen Pfiffen. Vor sehr guter Kulisse trafen die SG Großweikersdorf/Wiesendorf und der Tabellenführer SV Haitzendorf in der 2. Landesliga West aufeinander – bei schwierigen Platzverhältnissen und fair geführten Zweikämpfen. Nach 0:2-Rückstand lobte Höllrigl Moral und Charakter seiner Mannschaft, hielt aber zugleich fest, dass das Remis am Ende für seine Seite vor allem glücklich war.

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Zur Pause stand es 0:0, dann zog Haitzendorf das Tempo an: In der 60. Minute brachte Mohamed Bassiouny die Gäste in Front, und nur sechs Zeigerumdrehungen später erhöhte Gabriel Hausmann auf 0:2. Vier Minuten später, in Minute 70, sah Mario Rekirsch von SV Haitzendorf die Gelb-Rote Karte. Großweikersdorf/Wiesendorf stemmte sich spät gegen die Niederlage – David Schüschner verkürzte in der 89. Minute nach einem Eckball auf 1:2, ehe Petar Gluhakovic in der 92. per Elfmeter das 2:2 herstellte. Beim Stand von 2:2 sah Höllrigl für sein Team sogar noch die größte Möglichkeit auf das 3:2.
Höllrigl legte den Fokus auf ruhende Bälle: „Nachdem wir das 2:1 nach einem Eckball und das 2:2 per Elfmeter erzielt haben – und Haitzendorf aus meiner Sicht das 1:0 ebenfalls nach einem Elfmeter bekam –, war heute eher der Schiedsrichter die Hauptattraktion als das Spiel an sich.“ Zur Leistung des Unparteiischen blieb er zurückhaltend: „Es steht mir nicht zu, die Leistung des Schiedsrichters im Nachhinein zu kritisieren – zumal einiges eher zu unseren Gunsten ausgefallen ist. Dennoch waren die Entscheidungen sehr knapp und kleinlich. Insgesamt war das Spiel offen und für ein Derby gut geführt.“
In Hälfte eins verbuchte Haitzendorf laut Höllrigl die klareren Möglichkeiten – Torhüter Marcel Schweida parierte stark, Verteidiger Kevin Zach rettete einmal auf der Linie. Die Bühne passte: schwierige Platzverhältnisse aufgrund der Witterung, aber ein sehr gut besuchtes Stadion und ein intensives, faires Derby. Einen Einzelnen wollte Höllrigl nicht herausheben: „Einen Man of the Match würde ich heute keinen nennen. Wenn wir gegen den Tabellenführer 0:2 zurückliegen und zurückkommen, spricht das für das Kollektiv – wir haben nicht aufgegeben, weiter daran geglaubt und gekämpft, auch wenn es am Ende glücklich war.“ Den Trend will er mitnehmen: „Wir haben momentan einen guten Lauf, in drei Spielen sieben Punkte geholt, den Tabellenführer fordern können und Moral sowie Charakter gezeigt.“