In der 2. Landesliga West hat SC Weißenkirchen gegen Sportvereinigung ATP Metallbau Purgstall nach frühem Rückstand klar mit 5:1 gewonnen. Trainer Genadi Petrov machte vor allem die Umstellung nach rund 20 Minuten und den Viererpack von Michael Siebenhandl als Schlüssel aus. Aus einem holprigen Beginn wurde vor 450 Zuschauern ein Nachmittag, den der Tabellenführer danach immer deutlicher an sich zog.

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Der Start war aus Sicht der Gastgeber alles andere als ideal. Purgstall kam nach den Worten von Petrov besser hinein, hatte in der Anfangsphase einige gute Aktionen und ging in der 16. Minute durch David Stöckel auch verdient in Führung. Weißenkirchen tat sich davor und auch kurz danach schwer, wirklich Zugriff zu bekommen. "Wir sind nicht gut gestartet. Wir sind mit zu wenig Energie ins Spiel gekommen und die Abstände haben nicht gepasst", sagte Petrov rückblickend. Der Trainer reagierte noch in der ersten Hälfte mit einer Systemumstellung, und genau dort setzte für ihn der Wendepunkt an. "Nach der Umstellung waren wir präsenter, aggressiver, kreativer und effektiver", erklärte er. Das spiegelte sich dann auch rasch auf der Anzeigetafel wider: Michael Siebenhandl glich in der 26. Minute zum 1:1 aus, legte in der 35. Minute das 2:1 nach und stellte nur zwei Minuten später sogar auf 3:1. Aus einem Spiel, das zunächst in die falsche Richtung gelaufen war, wurde so schon vor der Pause eine klare Weißenkirchner Angelegenheit.
Wenn Petrov den entscheidenden Unterschied dieses Spiels auf einen Punkt bringen soll, landet er sofort bei seinem Angreifer. "Ich will den anderen nicht unrecht tun, aber der Unterschied war heute Michael Siebenhandl", sagte der Trainer ohne Umschweife. Vier Tore in einem Spiel sprechen ohnehin eine klare Sprache, dazu kam aus seiner Sicht die Art und Weise, wie der Stürmer auftrat. Petrov lobte vor allem dessen Schnelligkeit, Zielstrebigkeit und Entschlossenheit vor dem Tor. "Wenn ein Spieler vier Tore schießt, dann ist das natürlich außergewöhnlich", meinte er. Nach dem Doppelpack vor der Pause setzte Siebenhandl in der 50. Minute mit seinem vierten Treffer auch früh nach dem Seitenwechsel den nächsten Stich zum 4:1. Petrov sprach sogar von einem "perfekten Spiel" für seinen Stürmer. Gleichzeitig hob er hervor, dass die Treffer aus dem Spiel heraus entstanden und nicht aus Standards. Auch Felix Edlinger bekam ein Sonderlob, weil er bei seinem ersten Startelfeinsatz laut Petrov gleich zwei Assists beisteuerte. "Das ist bemerkenswert", sagte der Weißenkirchen-Coach über den jungen Spieler.
Neben dem Viererpack von Siebenhandl sah Petrov vor allem das Umschaltspiel seiner Mannschaft als großen Pluspunkt. "Besonders gut haben unsere Umschaltaktionen nach vorne funktioniert. Im letzten Drittel waren wir brandgefährlich", sagte er. Genau dort habe sein Team nach der schwierigen Anfangsphase den Hebel gefunden. Petrov sprach davon, dass Weißenkirchen nach der Umstellung immer mehr das Kommando übernommen habe und die Partie ab der 20. Minute unter Kontrolle hatte. Gleichzeitig stellte er klar, dass Purgstall keineswegs ein angenehmer Gegner gewesen sei. "Das ist eine erfahrene Mannschaft. Sie ist gut ins Spiel gekommen und hat uns nichts geschenkt", sagte er. Dass das Ergebnis am Ende so deutlich ausfiel, lag für ihn daran, dass seine Mannschaft nach dem Rückstand schnell die richtigen Antworten fand und ihre Angriffe konsequent zu Ende spielte. Den Schlusspunkt setzte in der 78. Minute Filip Alberty mit dem 5:1. Auch dieser Treffer hatte für Petrov Gewicht, weil es das erste Tor des Nachwuchsspielers in der Kampfmannschaft war. "Das war sehr schön für ihn und für die Mannschaft", sagte der Trainer.
Der klare Heimsieg war für Petrov nicht nur wegen des Resultats wichtig, sondern auch, weil er seine Linie bestätigt sieht. Weißenkirchen steht nach acht Runden weiterhin ganz oben, und der Trainer betonte, dass dahinter viel Arbeit steckt. "Es ist komplett verdient. Da steckt viel Arbeit dahinter, das ist kein Faktor Glück", sagte er. Besonders stolz machte ihn diesmal auch der Umgang mit den jungen Spielern. Mit Laurenz Wallner und Felix Edlinger standen zwei sehr junge Akteure von Beginn an auf dem Platz, später kamen laut Petrov noch drei 17-Jährige dazu. "Fünf Nachwuchsspieler in einem Spiel bei der Kampfmannschaft des Tabellenführers, das ist nicht selbstverständlich", betonte er. Genau diese Mischung aus Ergebnis und Entwicklung macht den Coach derzeit besonders zufrieden. Vor 450 Zuschauern habe seine Mannschaft einiges geboten, meinte Petrov, und die Zuschauer seien "sicher glücklich nach Hause gegangen". Mit entsprechend breiter Brust geht Weißenkirchen nun ins Derby gegen Langenlois.