In der 2. Landesliga West hat SV Würmla das Heimspiel gegen SG Annaberg/SC PREFA Lilienfeld mit 1:0 gewonnen. Lange sprach vieles für ein torloses Remis, ehe Markus Schnopp die Partie in der 74. Minute entschied. Lilienfeld-Obmann Gernot Edy sprach danach von einem Spiel auf Augenhöhe, sah den Ausschlag aber wieder in einem individuellen Fehler und verwies zudem auf die stark ersatzgeschwächte Personalsituation seiner Mannschaft.
Vieles deutete in dieser Partie tatsächlich auf einen Nachmittag hin, an dem ein Tor schon den Unterschied machen würde. Zur Pause stand es 0:0, und genau dieses Bild beschrieb Edy nach dem Schlusspfiff auch sehr klar. „Ein Spiel auf Augenhöhe. Es ist hin und her gegangen. Es hätte eigentlich alles nach einem 0:0 ausgesehen“, sagte der Obmann der Gäste. Die Entscheidung fiel dann erst in der 74. Minute, als Würmla aus einer Situation im Lilienfelder Spielaufbau Kapital schlug. Edy schilderte die Szene so: „Ein tiefer Ball, zentral. Der Tormann kommt raus, erwischt den Ball nicht, und der Würmla-Spieler spitzelt den Ball ins leere Tor.“ Der Torschütze war Markus Schnopp, und dieser Treffer blieb zugleich der einzige des Nachmittags.
Auf die Frage, was seiner Mannschaft zum Punktgewinn gefehlt habe, verwies Edy zunächst auf die personelle Lage. „Wir waren heute sicher sehr ersatzgeschwächt. Uns haben fünf Spieler gefehlt, die sonst normalerweise in der Startelf gewesen wären“, hielt er fest. Gleichzeitig wollte er das nicht als billige Erklärung stehen lassen. „Das soll keine Ausrede sein, weil jeder Ansprüche stellen will. Jeder ist Kampfmannschaftsspieler. Aber fünf Spieler zu ersetzen, ist sicher keine leichte Aufgabe.“ Gerade deshalb fiel sein Gesamturteil deutlich aus. „Aber das war halt zu wenig“, sagte Edy, und damit meinte er nicht nur die personellen Möglichkeiten, sondern vor allem das, was seine Mannschaft in dieser Besetzung über weite Strecken auf den Platz bringen konnte.
Auch den Auftritt der Gastgeber ordnete der Lilienfelder Funktionär recht nüchtern ein. Aus seiner Sicht war Würmla vor allem in der Defensive gut aufgestellt und blieb seinem Stil treu. „Würmla ist sehr defensiv, spielt mit einer Fünferkette und geht dann rasch mit hohen, weiten Bällen nach vorne. Das bringt Gefahr“, erklärte Edy. Genau darin sah er auch ein Muster, das seine Mannschaft nicht zum ersten Mal beschäftigt. „Das ist sehr oft das Spiel der anderen Mannschaften gegen uns und, wie man momentan sieht, auch erfolgreich gegen uns.“ Damit beschrieb er weniger ein Spektakel als vielmehr eine sehr klare Partieanlage der Heimelf, die am Ende mit einem Treffer reichte. Diskussionsstoff mit dem Schiedsrichterteam gab es laut Edy übrigens keinen: „Es gab keine strittigen Situationen. Das Schiedsrichterteam war total in Ordnung.“
Besonders deutlich wurde Edy beim Blick über dieses eine Spiel hinaus. Viel Positives wollte er diesmal nicht mitnehmen. „Was Positives gibt es schön langsam nicht mehr“, sagte er offen und machte damit klar, dass ihn weniger dieses 0:1 allein als vielmehr die Entwicklung der vergangenen Wochen beschäftigt. Vor allem die wiederkehrenden Fehler sind für ihn ein Kernproblem. „Es wäre eine typische Null-null-Partie gewesen, aber leider führen unsere individuellen Fehler Woche für Woche zu diesen Ergebnissen. Das macht uns momentan das Leben schwer.“ Vor dem nächsten Spiel wird diese Analyse nicht unwichtig sein, denn am Wochenende wartet das Bezirksderby gegen Hainfeld. Edy kündigte keinen großen Umschwung an, stellte aber die Richtung klar: „Wenn wir da nicht zumindest körperlich dagegenhalten, wird es sehr, sehr schwer.“