In der 2. Landesliga West hat sich Tabellenführer SG Haitzendorf/Grafenwörth von USV Langenlois mit 1:1 getrennt. Die Gäste lagen zur Pause nach viel Druck der Heimischen 0:1 zurück, kamen nach dem Seitenwechsel aber deutlich mutiger aus der Kabine. Trainer Gernot Holcmann sprach von einer aggressiveren zweiten Hälfte, mehr Ballbesitz und einem Remis, das für ihn am Ende "gerecht" war.

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Holcmann musste zunächst eine schwierige erste Hälfte seiner Mannschaft einordnen. Langenlois kam kaum zu Entlastung, verlor im Ballbesitz zu schnell wieder die Bälle und musste dadurch über weite Strecken gegen den Ball arbeiten. "Haitzendorf/Grafenwörth hat in der ersten Halbzeit sehr viel Druck aufgebaut, und wenn wir in Ballbesitz gekommen sind, haben wir den Ball zu schnell wieder verloren", sagte der Trainer. Dass die Gastgeber in dieser Phase in Führung gingen, passte zum Bild. Rudolf Pirkner traf in der 31. Minute zum 1:0, und aus Sicht der Gäste war es deshalb wichtig, dass der Rückstand bis zur Pause nicht höher wurde. "Wir sind Gott sei Dank nur mit 0:1 in die Pause gegangen", meinte Holcmann. Ganz ohne Möglichkeit blieb Langenlois aber auch davor nicht, denn Giovanni Kotchev hatte in der ersten Halbzeit eine gute Chance. Der Abschluss sei laut Holcmann allerdings "zu mittig" gewesen, und genau darin sah er rückblickend einen möglichen Knackpunkt, der das Spiel schon früher in eine andere Richtung hätte lenken können.
In der Kabine sprach Langenlois die Probleme klar an, und genau darin lag später auch der Grund dafür, dass die Gäste noch zum Ausgleich kamen. "Wir sind mutiger und aggressiver aus der Halbzeit gekommen", erklärte Holcmann. Dazu kam ein höheres Anlaufen, das dem Spiel des USV sichtlich guttat. Was in der ersten Hälfte gefehlt hatte, war nun viel besser zu sehen: mehr Ballbesitz, mehr Entlastung und längere Phasen, in denen Langenlois nicht sofort wieder unter Druck geriet. "Das hat dann gut funktioniert. Wir haben mehr Ballbesitz gehabt, mehr Entlastung", sagte der Trainer. Diese Steigerung zeigte sich auch auf der Anzeigetafel. David Gräf erzielte in der 60. Minute das 1:1, und Holcmann ordnete den Treffer als verdient ein, weil seine Mannschaft dem Tabellenführer nach dem Seitenwechsel deutlich mehr abverlangte und sich in die Partie zurückkämpfte.
Die Frage nach dem Team, das dem Sieg näher war, beantwortete Holcmann ohne große Ausschläge in die eine oder andere Richtung. Zwar habe Haitzendorf/Grafenwörth gegen Ende noch "zwei gute Abschlüsse" gehabt, dennoch blieb er bei seiner Einordnung: "Am Ende des Tages war das Unentschieden gerecht." Diese Aussage bekam zusätzliches Gewicht, weil Langenlois beim aktuellen Spitzenreiter antrat. "Ein sehr guter Gegner. Sie stehen nicht umsonst an der Tabellenspitze", sagte der Trainer über die Gastgeber. Umso zufriedener war er mit der Reaktion seiner Mannschaft nach dem Seitenwechsel. "Wir sind mit dem Punkt absolut zufrieden, haben uns in das Spiel zurückgekämpft", so Holcmann, der seiner Elf ausdrücklich ein Lob aussprach. Auch rund um die Spielleitung sah er keinen Anlass für Diskussionen. "Es gab keine strittigen Szenen. Das war eine absolut gute Schiedsrichterleistung." Für Langenlois bleibt damit ein Auswärtspunkt, der vor allem wegen der klaren Steigerung nach der Pause ein Ergebnis ist, auf dem sich aufbauen lässt.