In der Bezirksklasse Weinviertel gewann der UFC Michelstetten auswärts bei der SG Hüttendorf/Paasdorf mit 2:1. Der Tabellenführer legte früh vor, baute den Vorsprung noch in Hälfte eins aus und brachte den Sieg nach einem späten Anschlusstreffer über die Zeit. Trainer Osman Bajguric sprach von einem „hochverdienten Sieg“, lobte die Galligkeit seiner Mannschaft in den Zweikämpfen, ärgerte sich aber auch über liegen gelassene Chancen und eine hitzige Schlussphase, in der aus seiner Sicht der Schiedsrichter „das Spiel aus der Hand gab“.

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Der Start in Hüttendorf gehörte klar den Gästen. „Wir haben sehr dynamisch angefangen, hatten das Spiel von Anfang an in der Hand“, hielt Osman Bajguric fest – und die frühe Führung passte ins Bild: Bereits in Minute 4 stellte Raphael Schöfmann auf 0:1. Michelstetten schob die Partie über weite Strecken in die Hüttendorfer Hälfte, gewann viele zweite Bälle und blieb nach vorn aktiv. Der Trainer schilderte eine Reihe früher Ballgewinne und konsequentes Pressing, aus denen weitere Möglichkeiten entstanden. In der 25. Minute legte Manuel Haas das 0:2 nach – der Tabellenführer hatte sich früh eine komfortable Ausgangslage geschaffen und ging mit diesem Polster auch in die Pause. „Wir hätten den Deckel schon in der ersten Halbzeit zumachen müssen“, sagte Bajguric und sprach von Aluminiumtreffern und etlichen Chancen aufs dritte, vierte, fünfte Tor. „Die Torchancenverwertung war Mangelware, sonst war es ein sehr gutes Spiel von uns.“
Auch nach dem Seitenwechsel blieb Michelstetten das aktivere Team. Die Gäste blieben dran, eroberten nach eigener Aussage weiter viele Bälle hoch und suchten die Entscheidung – zweimal verhinderte in Halbzeit zwei laut Bajguric wieder das Aluminium eine frühere Vorentscheidung. Hüttendorf/Paasdorf kam im offenen Spiel kaum in Abschlusssituationen, dafür blieben Standards ihr Mittel. „Sie haben nicht aufgehört zu kämpfen und es über Standards probiert, da sind sie mit ihren großen Spielern gefährlich“, so der Coach, der allerdings betonte: „Ich kann mich an keinen einzigen Torschuss erinnern.“ In der 75. Minute fiel dennoch das 1:2: Roland Muhsil traf nach einem ruhenden Ball. Aus Michelstettner Sicht sorgte dabei eine nicht geahndete Handberührung für Gesprächsstoff. „Das war ein Tor mit der Hand, das haben alle gesehen – nur der Schiedsrichter nicht“, ärgerte sich Bajguric. Die Schlussphase wurde ruppig, die Gäste mussten zittern, brachten das 2:1 aber mit Willen und viel Laufarbeit über die Linie. „Am Ende ein hochverdienter Sieg.“
In seiner Analyse legte Bajguric den Finger klar auf den entscheidenden Punkt: „Wir waren heute eindeutig zweikampfstärker. Wir haben die Duelle angenommen, waren von Anfang an da – nicht so wie in den letzten zwei Spielen.“ Das passte zur Spielanlage: frühes Attackieren, viele Ballgewinne, ein ordentliches Passspiel und permanentes Verlagern des Geschehens in die gegnerische Hälfte. Gleichzeitig nahm der Trainer seine Mannschaft bei der Effizienz in die Pflicht: „Die Torchancenverwertung war wirklich nicht gut. Wir müssen das Spiel früher entscheiden, dann kommst du gar nicht in die Lage, bei einem 2:1 über die Zeit zittern zu müssen.“
Kritisch äußerte er sich zur Linie des Unparteiischen: „Ein paar harte Aktionen hat er durchgehen lassen. In einer Szene war wohl Abseits von uns, das er nicht gibt, im selben Angriff dann ein möglicher Elfer für uns, den er auch nicht pfeift. In den letzten 15 Minuten hat er das Spiel komplett aus der Hand gegeben.“ Unterm Strich aber überwiegt beim Spitzenreiter der Bezirksklasse Weinviertel die Zufriedenheit: Mit dem Auswärtssieg in Runde 12 untermauert Michelstetten seine starke Saison und verteidigt seine gute Ausgangsposition an der Tabellenspitze, während Hüttendorf/Paasdorf trotz kämpferischer Leistung ohne Zähler bleibt.