In der Bezirksklasse Weinviertel erwischte der UFC Michelstetten im Derby gegen den USC Schletz einen gebrauchten Tag und verlor zuhause mit 2:5. Schon zur Pause lagen die Gastgeber 0:1 zurück, nach dem Seitenwechsel zog Schletz davon. Trainer Osman Bajguric sprach von einem verdienten Auswärtssieg der Gäste und haderte mit der eigenen Leistung, hielt aber fest: Trotz der klaren Niederlage bleibt Michelstetten Tabellenführer und hat die Saison weiter in der eigenen Hand.

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„Dafür, dass es ein Derby war, haben wir alle Tugenden vermissen lassen“, sagte Osman Bajguric nach dem Schlusspfiff. Seine Mannschaft bekam keinen Zugriff und lief früh hinterher: In der 14. Minute brachte Marko Naumov den USC Schletz 1:0 in Front. Selbst ein Elfmeter für Michelstetten bei 0:0 brachte keinen Schub, weil er ungenutzt blieb. „Wir haben bei 0:0 einen Elfmeter vergeben, aber der war heute nicht entscheidend“, erklärte der Trainer. Für ihn zählte das Gesamtbild: „Spielerisch, läuferisch, kämpferisch waren sie uns in allen Belangen überlegen – Schletz hat verdient gewonnen.“ Bis zur Pause blieb es beim 0:1. Michelstetten fand kaum in die Zweikämpfe und kam spielerisch nicht ins Rollen. „Wir haben über 90 Minuten fast alle Zweikämpfe verloren und sind überhaupt nicht reingekommen“, fasste Bajguric zusammen.
Direkt nach dem Seitenwechsel folgte der Moment, der die Partie endgültig in Richtung der Gäste kippte. „Bitter war gleich das 2:0 nach Wiederanpfiff“, sagte Bajguric. David Petransky erhöhte in Minute 50 auf 0:2, und Schletz blieb am Drücker. Petr Haranza legte nach einer Stunde das 0:3 nach, Michael Jungbauer stellte fünf Minuten später gar auf 0:4. Michelstetten versuchte zu reagieren, stellte um und suchte den Anschluss, bekam aber die nächste kalte Dusche. „Wir haben umgestellt und probiert, doch jedes Mal, wenn wir dachten, jetzt kommen wir dran, haben wir wieder ein Tor bekommen“, so der Coach. Der Trend der ersten Hälfte setzte sich fort: Die Gäste gewannen mehr Zweikämpfe, waren lauffreudiger und nutzten ihre Chancen eiskalt, während die Hausherren kaum Entlastung fanden.
Erst in der Schlussphase kam Bewegung in die Torausbeute der Heimischen. Manuel Haas verkürzte in der 72. Minute auf 1:4, doch Schletz antwortete prompt: Marko Naumov schnürte mit dem 1:5 in der 75. Minute seinen Doppelpack. Haas setzte mit seinem zweiten Treffer zum 2:5 in Minute 78 den Schlusspunkt aus Sicht der Gastgeber. Am Ende blieb der klare Auswärtssieg stehen, was Bajguric auch auf die Haltung zurückführte: „Uns hat der letzte Wille gefehlt – den Zweikampf zu gewinnen, den Ball zu fordern. Wir sind als Mannschaft nicht hundertprozentig aufgetreten, das hat man über 90 Minuten gespürt.“ Zum Gegner meinte er anerkennend: „Schletz war spielerisch und kämpferisch sehr gut, mit Spielern, die schon höher gespielt haben. Kämpferisch und läuferisch waren sie uns überlegen.“
Zwischen all der Enttäuschung fand der Trainer auch lobende Worte für den Unparteiischen. „Der Schiedsrichter war sehr gut. Der Elfmeter für uns war klar, und sonst hat er die Fouls gegeben – tadellose Leistung“, betonte Bajguric. Sportlich bleibt der Blick nach vorne positiv: In der Tabelle führt der UFC Michelstetten weiterhin, steht mit 31 Punkten aus 12 Spielen an der Spitze und hat, wie der Coach unterstrich, „alles noch in unseren eigenen Händen“. Der USC Schletz bestätigt mit nun 22 Zählern aus 11 Partien seine gute Form und hält Rang drei. Für Michelstetten gilt es jetzt, die Derby-Lehren mitzunehmen und im nächsten Auftritt wieder das Gesicht des Spitzenreiters zu zeigen.