In der Bezirksklasse Weinviertel hat sich die SG Hüttendorf/Paasdorf am Sonntag bei SC Prinzendorf mit 2:1 durchgesetzt, doch der Auswärtssieg war für Trainer Wolfgang Meier weit mehr als eine normale Partie. Nach einer starken Anfangsphase, einer turbulenten ersten Hälfte mit mehreren verletzungsbedingten Wechseln und dem zwischenzeitlichen Ausgleich brachte ausgerechnet der Trainer selbst seine Elf wieder auf Kurs. "Manchmal muss man auch so schmutzige Siege übers Ziel bringen", sagte Meier.

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Hüttendorf/Paasdorf war nach Meiers Eindruck zunächst die klar aktivere Mannschaft. "Wir waren die spielbestimmende Mannschaft, sind ganz gut ins Spiel gekommen und haben das Spiel die ersten fünfzehn bis zwanzig Minuten ganz gut im Griff gehabt", sagte der Trainer. In diese Phase fiel auch die Führung: Mario Weiss traf in der 18. Minute zum 0:1. Viel Ruhe brachte dieses Tor allerdings nicht hinein, weil die Partie für die Gäste schon früh eine unangenehme Richtung nahm. Meier sprach von einer Phase, in der das Spiel "ein bissl zerfahren" gewesen sei, dazu kamen mehrere personelle Rückschläge. Mario Weiss musste kurz nach seinem Treffer wieder raus, auch Michael Aligo konnte nicht durchspielen. Kurz vor der Pause folgte dann noch eine längere Unterbrechung nach einem Zusammenstoß zweier Hüttendorf/Paasdorf-Spieler. Jakob Zahlner und Mohamed Ahmadi mussten in weiterer Folge ausgetauscht werden, womit das Wechselkontingent der Gäste schon vor oder direkt zur Pause fast aufgebraucht war. "Ich hatte zur Pause schon viermal gewechselt", schilderte Meier, der das 0:1 zur Halbzeit unter diesen Umständen umso höher einstufte.
Dass Prinzendorf trotz des Rückstands im Spiel blieb, lag laut Meier auch an einigen gefährlichen Umschaltmomenten des Heimteams. Nach der Führung kamen die Gastgeber mit zwei oder drei Kontersituationen gefährlich vors Tor. Einmal rettete Lukas Schmatzberger, einmal wurde ein Ball kurz vor der Linie noch geblockt, dazu hielt auch der Tormann der Gäste stark. Ganz weg war das Spiel also nie, und nach dem Seitenwechsel wurde es mit den vielen Umstellungen noch offener. In der 60. Minute kam Prinzendorf dann tatsächlich zum 1:1, als Simon Martin Wolf nach einer Aktion über die Seite und einem Stanglpass trocken abschloss. Meier reagierte nicht nur von außen, sondern auch personell mit sich selbst. "Ich habe mich dann dafür entschieden, selbst auf den Platz zu gehen, einfach um wieder Routine reinzubringen und das Spiel zu ordnen", sagte er. Acht Minuten nach dem Ausgleich folgte der spielentscheidende Moment: Meier verwandelte einen Freistoß aus 17 oder 18 Metern zum 1:2. "So blöd es klingt: Ein Freistoßtor war der entscheidende Moment. Ich schieße ihn genau über die Mauer ins lange Eck", beschrieb er die Szene.
Gerade weil die Partie nach den vielen Ausfällen ihren Rhythmus verlor, war Meier mit dem Auftritt seiner Mannschaft nicht in allen Punkten zufrieden. "Spielerisch hat heute nicht viel funktioniert", sagte er sehr offen. Aus seiner Sicht war klar zu sehen, dass die Qualität leidet, wenn mehrere spielbestimmende Akteure fehlen oder angeschlagen rausmüssen. "Da fehlt uns dann der Spielfluss, da fehlen uns die Spieler mit der Routine am Platz", erklärte der Trainer. Gleichzeitig wollte er seiner Elf den Einsatz ausdrücklich nicht absprechen. "Die kämpferische Leistung will ich meiner Mannschaft gar nicht absprechen. Wir haben uns reingehaut und gefightet", sagte Meier. Nach dem 1:1 blieb Hüttendorf/Paasdorf wieder das Team mit den besseren Möglichkeiten, nützte diese aber nicht konsequent. Zwei gute Hereingaben blieben ungenutzt, dazu traf Meier selbst noch die Stange. Deshalb fiel sein Urteil trotz aller Schwierigkeiten am Ende eindeutig aus: "Grundsätzlich ist es trotzdem ein verdienter Sieg für Hüttendorf." Auch über Prinzendorf verlor er kein schlechtes Wort. Die Gastgeber hätten im Rahmen ihrer Möglichkeiten viel richtig gemacht, gut gekontert und einige routinierte Spieler in ihren Reihen. "Ich bin mir sicher, die werden noch für den einen oder anderen Gegner schwer zu schlagen sein", sagte Meier.
Über dem Auswärtssieg lag aus Sicht der Gäste dennoch ein Schatten, weil die Verletzungen kurz vor der Pause das Spiel deutlich überlagerten. Meier sprach von zwei verletzten Spielern, die nach dem Zusammenstoß im Krankenhaus behandelt werden mussten. "Wir wünschen unseren Spielern natürlich alles Gute für die Genesung und hoffen, dass beide bald wieder am Platz stehen können", sagte er. In dieser Situation stellte er dem Schiedsrichter ein gutes Zeugnis aus. "Der Schiedsrichter hat das Spiel gut unter Kontrolle gehabt und auch in der Situation richtig reagiert", meinte Meier und hob ebenso hervor, dass sich auch Prinzendorf korrekt verhalten habe. Dass der Trainer mit seinem Freistoß am Ende selbst zum Matchwinner wurde, wollte er nicht größer machen als nötig. Zwar sagte er, dass Erfahrung in solchen Momenten helfen könne, entscheidend blieb für ihn aber etwas anderes: "Wichtig ist, dass wir Punkte holen. Wir gewinnen als Mannschaft." Genau dieses Gefühl überwog bei Hüttendorf/Paasdorf nach einem Spiel, das sportlich mit drei Punkten endete, daneben aber vor allem von Improvisation, Kampf und der Hoffnung auf rasche Rückkehr der Verletzten geprägt war.