In der Bezirksklasse Weinviertel hat der SV Ebenthal gegen den SC Hohenruppersdorf einen 3:1-Heimsieg eingefahren, musste nach klarer erster Halbzeit aber noch einmal zulegen. Trainer Karl Jungmann sah seine Mannschaft lange überlegen und war vor allem darüber erleichtert, dass sie auf das 1:1 rasch reagierte: „Nach dem 1:1 sind wir Gott sei Dank wieder aufgewacht.“
Ebenthal hatte von Beginn an mehr vom Spiel und kam nach Aussage von Jungmann „gut ins Match“. Der Trainer sprach davon, dass sich seine Mannschaft gleich mehrere Möglichkeiten herausgespielt habe, zugleich aber relativ lange auf den ersten Treffer warten musste. In der 28. Minute fiel die Führung dann doch, und sie passte genau zu dem Bild, das Jungmann von der ersten Halbzeit zeichnete: Ein sauber herausgespielter Ball wurde mit einem Stanglpass an den Fünfer gebracht, dort stand Martin Stolz frei und machte das 1:0. Auch danach blieb Ebenthal am Drücker und kam noch zu zwei, drei guten Chancen, ohne nachzulegen. Gerade das störte Jungmann ein wenig, weil seine Elf seiner Einschätzung nach „drückend überlegen“ war und Hohenruppersdorf in dieser Phase „nicht einmal eine richtige Torchance“ hatte. So ging es mit einem 1:0 in die Pause, obwohl aus Sicht des Heimtrainers mehr möglich gewesen wäre.
Direkt nach Wiederbeginn änderte sich der Charakter der Partie allerdings. Jungmann sagte offen, seine Mannschaft sei „leider schlechter als der Gegner rausgekommen“, und genau diese Phase brachte den Gästen das nötige Momentum. In der 59. Minute bekam Hohenruppersdorf einen Elfmeter zugesprochen, Markus Uhrmacher verwandelte zum 1:1 und das Spiel war wieder offen. Dass Ebenthal danach nicht in Hektik verfiel, war für den Trainer einer der entscheidenden Punkte des Nachmittags. „Die zwei wichtigsten Momente im Spiel waren das 1:0 und dann das 2:1, dass wir wieder eine Antwort darauf gefunden haben“, sagte Jungmann. Diese Antwort kam in der 75. Minute durch Vladimir Girman, der laut seinem Trainer mit einer „wirklich schönen Einzelaktion“ aus rund 10 Metern vor dem Tor zum 2:1 traf. Nur fünf Minuten später legte Jonas Dlapa nach einem weiteren Stanglpass das 3:1 nach, und damit war die Partie aus Ebenthaler Sicht entschieden.
In seiner Analyse hob Jungmann vor allem hervor, dass vieles von dem aufging, was seine Mannschaft sich vorgenommen hatte. „Abgesehen von den 15 Minuten haben wir ein gutes Pressing gespielt. Wir haben attraktiven Fußball gespielt und schön nach vorne gespielt“, sagte der Ebenthal-Coach. Genau darin sah er die Basis für die Überlegenheit vor der Pause und auch für die Schlussphase nach dem 2:1. Gleichzeitig stellte Jungmann klar, dass Hohenruppersdorf kein Gegner war, den man einfach wegspielt. Solange die Partie offen war, sei der Gast „immer unangenehm“ gewesen, habe ebenfalls attraktiv gespielt und Ebenthal „hier und da ein bisschen vor Probleme gebracht“. Gerade deshalb bekam die Reaktion auf das 1:1 zusätzliches Gewicht. Nach dem neuerlichen Führungstreffer musste Hohenruppersdorf weiter aufmachen, und dadurch entstanden für Ebenthal jene Räume, die der Trainer als wichtigen Schlüssel in der Schlussphase beschrieb.
Diskussionen abseits des Spielverlaufs wollte Jungmann nach dem Abpfiff nicht aufmachen. Den Elfmeter zum 1:1 bezeichnete er aus seiner Sicht als richtige Entscheidung, und auch mit dem Schiedsrichter war er zufrieden: „Er hat das Match eigentlich gut geleitet und nicht wirklich gravierende Fehler gemacht.“ Deutlich wichtiger war ihm aber das Gesamtbild seiner Mannschaft. „Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment aussprechen. Sie hat heute wieder Moral bewiesen. Wir haben guten Fußball gespielt und sind auf dem richtigen Weg“, sagte Jungmann. Genau dieser Spagat zwischen guter erster Halbzeit, schwieriger Phase nach der Pause und klarer Antwort danach macht den 3:1-Heimsieg für Ebenthal wertvoll. Mit 12 Punkten liegt die Mannschaft aktuell auf Rang drei und hat aus Sicht ihres Trainers gezeigt, dass sie Spiele nicht nur an sich reißen, sondern nach Rückschlägen auch wieder in die richtige Richtung drehen kann.