In der Bezirksklasse Weinviertel musste sich SG Hüttendorf/Paasdorf daheim dem UFC Michelstetten mit 1:5 geschlagen geben. Trainer Wolfgang Meier sah lange keine klare Angelegenheit, sondern vor allem einen Moment, der die Partie wegkippen ließ: den verschossenen Elfmeter kurz vor der Pause. Statt des möglichen 1:1 fiel im Gegenzug das 0:2 – und genau das wirkte bei den Gastgebern lange nach.

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Wolfgang Meier hatte seine Mannschaft in der Anfangsphase durchaus ordentlich im Spiel gesehen. „Wir haben es in den ersten 25 Minuten ganz gut gemacht“, sagte der Trainer nach dem 1:5 und verwies darauf, dass Hüttendorf/Paasdorf den Gästen zunächst wenig Räume ließ. Vor allem defensiv habe es in dieser Phase gepasst. „Michelstetten ist da eigentlich nicht viel eingefallen, außer mit langen Bällen zu agieren“, so Meier. In der 32. Minute fiel dann aber doch das 0:1, als Lukas Prukl nach einer Standardsituation traf. Der Coach schilderte die Szene als abgefälschten Freistoß von der rechten Seite, bei dem im Fünfer gleich zwei Michelstettner frei standen. Richtig bitter wurde es kurz vor der Pause: Hüttendorf/Paasdorf vergab einen Elfmeter, im Gegenzug erhöhte Michael Körbl noch vor dem Seitenwechsel auf 0:2. „Der Knackpunkt war unser verschossener Elfmeter. Da können wir das 1:1 machen. Wir schießen ihn nicht rein und kriegen quasi postwendend das 2:0“, brachte es Meier auf den Punkt.
Nach der Pause kam Hüttendorf/Paasdorf allerdings so aus der Kabine, wie es sich der Trainer gewünscht hatte. Die Gastgeber legten sofort zu und verkürzten in der 50. Minute auf 1:2. Tobias Eckner schloss eine gute Kombination erfolgreich ab, und für einen Moment war die Partie wieder offen. „Wir kamen gut aus der zweiten Halbzeit, haben gleich nach Wiederbeginn das 2:1 erzielt“, sagte Meier. Viel länger hielt dieser Schwung aber nicht an. Nur fünf Minuten später stellte Manuel Haas den Zwei-Tore-Abstand wieder her, und genau dieser Gegentreffer traf die Hausherren hart. „Wir haben dann hinten schlecht verteidigt und gleich das dritte Tor bekommen. So war wieder ein bissel die Luft draußen nach unserem Schwung, den wir aus der Pause mitgenommen haben“, meinte der Trainer. Als Haas in der 61. Minute per Kopf nach einem Eckball auch noch das 1:4 nachlegte, war die Partie endgültig in Richtung Michelstetten gekippt.
Dass die Niederlage am Ende so deutlich ausfiel, erklärte Meier vor allem mit den Problemen im eigenen Spiel nach vorne. Seine Mannschaft habe zwar Phasen gehabt, in denen sie ordentlich verteidigte, im Ballbesitz aber zu wenig daraus gemacht. „Wir konnten unsere Ballbesitzphasen leider nicht so ausspielen, dass wir selber auch zu Torchancen kommen und Tore erzielen“, sagte der Trainer. Insgesamt sei es „alles in allem nicht unser Tag“ gewesen. Michelstetten habe die offenen Räume nach dem 1:3 gut genutzt und seine Offensivqualität ausgespielt. Das zeigte sich auch beim letzten Treffer, als Martin Schulz in der 83. Minute mit einem Distanzschuss zum 1:5 den Schlusspunkt setzte. Meier sprach vom Gegner als „eine der stärksten Mannschaften in der Liga“ – und gerade deshalb blieb bei Hüttendorf/Paasdorf das Gefühl, dass vor allem die verpasste Chance vor der Pause das Spiel früh auf die falsche Seite gezogen hatte.
Gerade weil Hüttendorf/Paasdorf gegen den Tabellenzweiten nicht von Beginn an chancenlos war, fiel die Niederlage am Ende besonders deutlich aus. Meier machte keinen Hehl daraus, dass seine Mannschaft an diesem Tag offensiv zu wenig fand, sah aber auch Phasen, in denen der Plan funktionierte. Die erste halbe Stunde und der Start nach Wiederbeginn reichten nur nicht, um Michelstetten wirklich unter Druck zu setzen. So blieb unter dem Strich ein klares 1:5, bei dem aus Sicht der Gastgeber vor allem eine Szene hängen blieb: der verschossene Elfmeter vor dem 0:2, der dem Spiel kurz vor der Pause die entscheidende Richtung gab.