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„Wir müssen das 2:0 machen wenn wir so ein Spiel gewinnen wollen“ – Prottes gibt 1:0-Pausenführung noch aus der Hand

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SC Prottes
SC Leopoldsdorf

In der Gebietsliga Nord/Nordwest hat SC Prottes am Freitagabend gegen SC Leopoldsdorf/Mfd. trotz einer 1:0-Pausenführung noch 3:4 verloren. Trainer Aljoscha Kroboth sah lange einen disziplinierten Auftritt seiner Mannschaft, musste danach aber festhalten, dass vor allem das verpasste 2:0 und die Minuten nach dem Seitenwechsel das Spiel kippen ließen. So wurde aus einer ordentlichen ersten Hälfte am Ende ein besonders bitterer Abend für die Gastgeber.

Ball liegt bei der Eckfahne - leeres Spielfeld

Bild von Michal Jarmoluk auf Pixabay

Effizient, kompakt, lange vorne

Dass Prottes zur Pause vorne lag, passte aus Sicht von Kroboth genau zu dem Plan, den seine Mannschaft zunächst auf den Platz brachte. Michael Drozd traf bereits in der 6. Minute zum 1:0, und der Trainer sagte danach: "Wir waren in der ersten Halbzeit sehr effizient. Mit unserer ersten Torchance sind wir nach einer tollen Einzelaktion von Michael Drozd in Führung gegangen." Dazu kam, dass Prottes den Vorsprung lange sauber verwaltete. "Wir haben das 1:0 gut verteidigt, waren kompakt und haben gekämpft", meinte Kroboth. Leopoldsdorf hatte vor der Pause laut Prottes-Coach zwar mehr Ballbesitz, "war aber selten wirklich zwingend". Umso mehr ärgerte ihn, dass vor dem Seitenwechsel noch eine große Möglichkeit auf das 2:0 ungenutzt blieb.

Nach der Pause kippt das Spiel

Nach dem Wechsel änderte sich der Abend allerdings rasch. Schon in der 48. Minute glich Masieh Kukcha zum 1:1 aus, und genau dieser Zeitpunkt blieb Kroboth hängen. "Leider ist kurz nach der Halbzeit zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt das 1:1 gefallen, weil wir den Ball aus dem Sechzehner nicht klären konnten", sagte der Prottes-Trainer. Lange offen blieb die Partie danach dennoch nicht. Ljubisa Ruzicic brachte Leopoldsdorf in der 68. Minute erstmals in Führung, Mario Juric erhöhte in der 72. Minute auf 3:1, ehe Patrick Haas nur zwei Minuten später das 4:1 nachlegte. Gerade dieses dritte Gegentor bezeichnete Kroboth als Wendepunkt: "Der Knackpunkt war für mich das 3:1 nach einem Abstoß." Ganz vorbei war die Partie damit aber noch nicht, weil Ozan Erkoc mit seinen Treffern in der 76. und 88. Minute noch einmal auf 3:4 verkürzte.

Zu wenig Entlastung gegen viel Qualität

Für Kroboth lag der springende Punkt nicht nur in der kurzen Schwächephase nach dem 1:1, sondern auch in dem, was seine Mannschaft davor und danach mit dem Ball nicht hinbekam. "Wir müssen das 2:0 machen, wenn wir so ein Spiel gewinnen wollen", sagte er sehr deutlich und verwies dabei sowohl auf die große Chance vor der Pause als auch auf einen Stangenschuss nach dem Wechsel. Ebenso kritisch sah er, dass Prottes kaum Ruhe in das Spiel bekam. "Es ist uns nicht gelungen, Ballbesitzphasen zu haben und den Druck des Gegners damit etwas zu nehmen. Wir haben viel mit langen Bällen agiert und auf Konter gespielt", erklärte der Trainer. Dass Leopoldsdorf dabei immer wieder über die Seiten Druck machte, kam für ihn nicht überraschend. "Der Gegner hat alles, was man braucht: Tempo, Spielintelligenz, technische Fertigkeiten, sehr gute Außenbahnspieler und hohe Außenverteidiger, die permanent Druck erzeugen", sagte Kroboth über den Tabellenführer, den er sogar als "die beste Mannschaft bisher" bezeichnete.

Bitteres Ende und klare Ansage

Trotz aller Anerkennung für den Gegner überwog bei Prottes nach dem Schlusspfiff die Enttäuschung, weil nach dem 1:4 noch einmal etwas möglich schien. "Es tut natürlich weh, dass man in so kurzer Zeit das Spiel aus der Hand gibt", sagte Kroboth. Dass seine Mannschaft nach den Treffern von Erkoc noch einmal herankam, machte die Niederlage aus seiner Sicht sogar noch bitterer. "Bei 4:3 wäre in der Nachspielzeit auch noch die Chance auf das 4:4 da gewesen. Das wäre in unserer Situation moralisch ganz wichtig gewesen", so der Trainer. Diskussionen um den Unparteiischen wollte er dabei gar nicht erst aufmachen: "Die Schiedsrichterleistung war in Ordnung." Für Prottes bleibt damit vorerst nur wenig Zählbares, denn mit einem Punkt nach fünf Runden steht der Klub am Tabellenende. Kroboths Schlusswort fiel trotzdem kämpferisch aus: "Wir geben natürlich weiter Gas."

Gebietsliga Nord/Nordwest: Prottes SC : Leopoldsdorf - 3:4 (1:0)

  • 88
    Ozan Erkoc 3:4
  • 76
    Ozan Erkoc 2:4
  • 74
    Patrick Haas 1:4
  • 72
    Mario Juric 1:3
  • 68
    Ljubisa Ruzicic 1:2
  • 48
    Masieh Kukcha 1:1
  • 6
    Michael Drozd 1:0