In der Gebietsliga Nord/Nordwest hat sich SC Kreuttal gegen SC Prottes mit 3:0 durchgesetzt, auch wenn das Ergebnis laut Trainer Mario Dolejschek klarer klingt, als es der Abend lange war. Vor der Pause hatten die Gäste mehr vom Spiel, nach dem Wechsel nutzte Kreuttal seine Momente aber konsequent. Für den Trainer lag der Knackpunkt vor allem in einem Punkt: „Dass wir zu null gespielt haben.“

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Der Abend begann für die Gastgeber alles andere als bequem. Dolejschek sagte offen: „Prottes hat besser ins Spiel gefunden, hatte leichtes Übergewicht und vor allem in der ersten Halbzeit immer wieder Halbchancen kreiert.“ Kreuttal kam in dieser Phase kaum dazu, selbst Ordnung und Rhythmus in den eigenen Aufbau zu bringen. „Sie haben uns gut bespielt. Wir haben uns ganz schwer getan, unser Spiel aufzuziehen“, meinte der Trainer. Deshalb war das 0:0 zur Pause für die Kreuttaler mehr Erleichterung als Zufriedenheit. Dolejschek sprach sogar davon, dass man mit diesem Zwischenstand „relativ glücklich“ gewesen sei, weil die Gäste gerade im ersten Durchgang den besseren Zugriff hatten.
Nach dem Seitenwechsel kippte die Partie dann mit jener Szene, die der Trainer klar als Wendepunkt benannte. „Durch einen Querpass von Prottes, den Ali Kaya super überspitzt hat, sind wir 1:0 in Führung gegangen. Das war sicher der Knackpunkt“, schilderte Dolejschek die Situation vor dem Führungstor in der 55. Minute. Danach blieb es zunächst noch eng, weil Prottes laut Kreuttals Coach bei einem Standard nicht zum Ausgleich kam. Statt des 1:1 fiel aber das 2:0: Über die rechte Seite kam der Ball in die Mitte, ein Verteidiger rutschte weg und Berkan Tan traf in der 67. Minute aus der Drehung aus rund 16 Metern ins Eck. Nur drei Minuten später wurde es noch klarer. Michael Kures spielte einen tiefen Ball auf Ali Kaya, der wieder allein auf den Tormann zulief und zum 3:0 abschloss.
Gerade diese Phase erklärte für Dolejschek auch, warum Kreuttal am Ende als klarer Sieger dastand. Für ihn lag der Unterschied nicht nur in den Toren, sondern vor allem in der Art, wie seine Mannschaft nach der Pause umgeschaltet hat. „Der Knackpunkt war sicher, dass wir zu null gespielt haben und dann sehr gut gekontert haben. Im Umschaltspiel haben wir den Unterschied gemacht“, sagte der Trainer. Ganz zufrieden war er mit allem trotzdem nicht. „Richtig gut war die kompakte Mannschaftsleistung, auch wenn ich nicht ganz zufrieden war, wie wir verteidigt haben. Das haben wir schon besser gemacht“, erklärte Dolejschek. Dass am Ende dennoch die Null stand, wertete er als wichtigen Schritt. Dazu kam aus seiner Sicht auch jenes Quäntchen, das man an solchen Abenden braucht: „Das nötige Spielglück war sicher auf unserer Seite.“
Dass das 3:0 aus seiner Sicht etwas deutlicher ausfiel, als es der Verlauf lange hergab, sagte Dolejschek ebenfalls klar. „Das Ergebnis ist deutlicher, als das Spiel eigentlich war“, meinte der Trainer und verwies noch einmal darauf, dass Prottes „eine gute Truppe“ sei und man gegen diesen Gegner „100 Prozent leisten muss“, wenn die Punkte in Kreuttal bleiben sollen. Ganz ohne Nachgeschmack blieb der Heimsieg trotzdem nicht. In der 74. Minute sah Michael Kures Rot, für Dolejschek „leider zu Recht“, auch wenn er die unterschiedliche Bewertung der Wortgefechte kritisch ansprach. Der Schiedsrichter war für ihn ansonsten „kein Faktor in dem Spiel“. So bleibt unter dem Strich ein verdienter Sieg, aber auch die Aussicht, dass Kreuttal im nächsten Spiel auf Michael Kures verzichten muss.