Im Duell der Gebietsliga Nordwest/Waldviertel mit Horn SV II prägten Nuancen den Nachmittag in Groß Gerungs. Für Co-Trainer Mario Friesinger überwog nach intensiven 90 Minuten das Gefühl verpasster Möglichkeiten – bei gleichzeitigem Respekt für die Effizienz des Gegners. Das 1:1 passte für ihn in das Gesamtbild eines Spiels, das seine Mannschaft über weite Strecken kontrollierte, aber nicht entscheidend auf die eigene Seite zog. „Prinzipiell war USV Groß Gerungs über 90 Minuten gesehen besser, aber von der Chancenverwertung her ist das Unentschieden gerecht.“ Am Ende standen viel Arbeit, zahlreiche Abschlüsse und beherzter Einsatz – sowie ein geteilter Punkt.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Friesinger beschrieb einen Auftritt seiner Mannschaft mit klaren Vorteilen in Ballbesitz und Spielanteilen. Auf die direkte Frage, wer mehr vom Spiel hatte, sagte er knapp: „Eher Groß Gerungs.“ Zugleich blieb das große Manko unübersehbar: „Es gab einige Torchancen von Groß Gerungs, die einfach reinmüssen.“ Besonders prägend war für ihn die Phase vor der Pause: „In der ersten Halbzeit hatten wir einige hundertprozentige Chancen, in denen der Innenverteidiger noch auf der Linie klärte, obwohl der Tormann schon überwunden war. Aber Horn hatte genauso Möglichkeiten, um das Spiel vielleicht sogar zu gewinnen.“ Der Auftakt war furios: Horn SV II ging früh mit 0:1 in Führung durch Sebastian Schellenberger (6.), ehe Jonas Schulner bereits in der 11. Minute zum 1:1 ausglich. Danach blieb Groß Gerungs am Drücker, doch die letzte Präzision im Abschluss fehlte.
Einen einzelnen „Mann des Spiels“ wollte Friesinger nicht benennen: „Ich würde sagen, es war eher eine geschlossene und gute Mannschaftsleistung von Groß Gerungs und ein gutes Dagegenhalten von Horn SV II.“ Taktisch sah er vieles von dem umgesetzt, was sich der Stab vorgenommen hatte: „Taktisch wurden die Vorgaben gut umgesetzt. Einzig das Toreschießen hat gefehlt.“ Den Gegner ordnete er als robust und sauber ausgebildet ein, ohne dessen Kampfgeist zu unterschätzen: „Horn SV II war wie erwartet körperlich und technisch gut. Kämpferisch war der USV Groß Gerungs einfach überlegen. Das war heute wichtiger.“ Insgesamt stand ein Duell, in dem Struktur und Intensität stimmten, während die Effizienz dafür sorgte, dass am Ende kein Sieger feststand.
Auch personell gab es Faktoren, die den Verlauf mitprägten. „Unser Kapitän, Samuel Schulner, wurde erst in der zweiten Halbzeit eingewechselt – er war angeschlagen. Der Innenverteidiger Filip Vacovsky stand nicht in der Startelf und nahm nur auf der Bank Platz. Ansonsten war die Aufstellung praktisch die beste.“ Trotz dieser Anpassungen blieb der rote Faden klar: Einsatz, Zugriff, viele Chancen – aber zu wenig Zählbares. Im Resümee blieb Friesinger konsequent: „Ein gutes Spiel auf beiden Seiten, und Groß Gerungs hat aus den vielen Chancen wenig gemacht. Horn hat aus drei Chancen ein Tor gemacht. Das Unentschieden war trotzdem gerecht.“ Das 1:1 gegen Horn SV II lässt somit eine Mannschaft zurück, die ihre Stabilität und Wucht bestätigt hat – und zugleich weiß, woran sie in den kommenden Einheiten arbeiten wird: an der letzten Konsequenz vor dem Tor.