Ein intensiver Derby-Nachmittag in Raabs, geprägt von Emotionen, einer frühen Unterzahl der Hausherren und brandgefährlichen Standards: Aus Sicht von Trainer Klaus Doppler und seinem USV Raika Dobersberg blieb das Auswärtsspiel beim USV Raabs/Thaya in der Gebietsliga Nordwest/Waldviertel lange offen, ehe der Führungstreffer um die Stunde zur gefühlten Vorentscheidung avancierte. Doppler sprach von einem verdienten Erfolg, verwies aber zugleich auf die zähen Bedingungen auf schwierigem Boden. Der frühe Ausschluss der Gastgeber veränderte die Statik, ohne das Spiel sofort zu entscheiden. Nach zwei Auftakterfolgen ist die Stimmung entsprechend gelöst – und der Blick bereits auf das nächste Derby gerichtet.

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Früh kippte die personelle Waage: In Minute 18 sah Istvan Varga bei Raabs die Rote Karte. Doppler ordnete die daraus resultierende Dominanz so ein: „Nach dem Ausschluss in der 18. Minute lagen die Spielanteile vor allem im ersten Durchgang klar auf unserer Seite. Wir konnten daraus zunächst aber nur wenige klare Chancen kreieren; Raabs verteidigte sehr gut und auf dem schwierigen Boden fanden wir selten die richtige Lösung – deshalb blieb es lange spannend.“ Zuvor hatte Martin Klatil den USV Dobersberg früh mit 1:0 in Führung gebracht (7.), Daniel Dundler glich zum 1:1 aus (15.). Den Knackpunkt verortete der Trainer rund um die 60. Minute: „In Summe war es ein verdienter Erfolg, auch wenn es bis zum 2:1 aus unserer Sicht sehr eng und ausgeglichen war. Das Tor in der 60. Minute war eine gewisse Vorentscheidung.“
Das Derby bot zahlreiche Möglichkeiten auf beiden Seiten – nicht zuletzt nach ruhenden Bällen. Doppler bilanzierte: „Es gab einige hochkarätige Chancen hüben wie drüben. Zu unseren vier erzielten Toren kamen sicher noch drei, vier, fünf sehr gute Möglichkeiten; aber auch Raabs hatte zu den beiden Treffern noch drei, vier gute Chancen auf ein weiteres Tor.“ Besonders auffällig: die Wucht der Standards. „Standards waren auf beiden Seiten sehr gefährlich. Es gab mehrere brenzlige Situationen, die beide Torhüter klären mussten. Bei uns fiel das erste Tor – und später noch ein weiterer Treffer – nach einer Standardsituation. Durch die Vielzahl an ruhenden Bällen, mit viel Verkehr in den Strafräumen, ergaben sich immer wieder gute Möglichkeiten.“ In der Folge stellte Mathias Wanko auf 2:1 (57.), Stefan Datler erhöhte auf 3:1 (77.) und Michael Schmitmaier legte zum 4:1 nach (80.); Raabs verkürzte durch Roland Gerebenits spät auf 4:2 (93.).
Auf dem schwierigen Untergrund dominierte der Kampfgeist. „Das kämpferische Element stand im Vordergrund; die spielerische Note hat etwas gelitten. Es war ein sehr intensives Derby mit vielen Zweikämpfen“, so Doppler. Diskussionsstoff lieferten die Hinausstellung und einzelne Pfiffe: „Spielentscheidend war nichts. Die Rote Karte war vielleicht hart – kann man geben, muss man nicht. Es gab einige umstrittene Entscheidungen; mal wurde geahndet, mal nicht.“ Taktisch suchte Dobersberg nach der Pause mehr Breite und nutzte die Überzahl konsequent: „Wir wollten noch stärker in die Breite kommen, weil Raabs defensiv stand. Phasenweise ist uns das gut gelungen, und wir haben die Überzahl nach knapp einer Stunde mit dem 2:1 genutzt. Mit fortlaufender Spieldauer machte sich der eine Spieler mehr immer deutlicher bemerkbar.“ Der Ausblick ist klar formuliert: „Wir haben nächste Woche am Sonntag wieder ein Heimspiel, erneut ein Derby. Nach den beiden Auftakterfolgen wollen wir auch das dritte Spiel – in dem Fall das zweite Heimspiel – erfolgreich gestalten. Treten wir wieder als geschlossene Mannschaft auf, haben wir sehr gute Chancen, auch dieses Spiel zu gewinnen.“