Ein nervenaufreibendes Duell zwischen USV Langenlois und SV W4IT Ziersdorf in der Gebietsliga Nordwest/Waldviertel brachte späte Dramatik – und gemischte Gefühle bei Trainer Martin Aichinger. Er sah einen furiosen Auftakt, diszipliniertes Verteidigen und eine reife Vorstellung bis tief in die Nachspielzeit, ehe ein spätes Gegentor den vollen Lohn verhinderte. Aichinger: „Die Mannschaft hat unseren Plan grandios umgesetzt. Bitter, dass am Ende ein kleines Hopperla den Ausgleich bringt.“

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Ziersdorf erwischte den Traumstart: In der 2. Minute nutzte Michael Weizmann einen Fehler in der Langenloiser Defensive und stellte auf 1:0. Die Gastgeber drückten danach und kamen in der 28. Minute durch Giovanni Kotchev zum 1:1. Noch vor der Pause setzte Ziersdorf den nächsten Nadelstich: Mikolin Demaj versenkte in der 39. Minute einen Freistoß zur 2:1-Führung. Nach dem Seitenwechsel verflachte das Tempo zunächst, ehe Langenlois den Druck wieder erhöhte. Ziersdorf ließ die große Chance auf das 3:1 aus – in der Nachspielzeit fiel stattdessen der 2:2-Ausgleich durch Clemens Kahl.
Beim Blick auf Spielanteile und Chancen blieb Aichinger ausgewogen: „Das Chancenverhältnis war relativ gleich; Langenlois hatte vielleicht die eine oder andere Möglichkeit mehr und auch einen Stangenschuss.“ Spielerisch sah er Vorteile beim Heimteam, während Ziersdorf über Kompaktheit, Zweikampfstärke und schnelle Umschaltmomente überzeugte. Auch beim Ballbesitz habe es Phasen auf beiden Seiten gegeben: „Langenlois versuchte mehr Kontrolle von hinten heraus, wir setzten bewusst auf eine stabile Defensive und Konter – insgesamt war das einigermaßen im Gleichgewicht.“
In den direkten Duellen verbuchte Ziersdorf laut Aichinger leichte Vorteile: „Wir waren in den Zweikämpfen präsenter und vom Laufpensum her eine Spur stärker.“ Einen Unterschied machten die Optionen von der Bank: Langenlois konnte frische Kräfte bringen, während Ziersdorf aufgrund mehrerer Ausfälle weniger wechseln konnte.
Trotz des späten Nackenschlags überwiegt der Optimismus: „Wenn wir weiterhin so geschlossen auftreten, werden wir schon den einen oder anderen Sieg mitnehmen.“ Michael Weizmann arbeitete unermüdlich vorne, Mikolin Demaj setzte kreative Akzente – zwei Aktivposten an einem intensiven Fußballabend.