Ein intensiver Abend in der Gebietsliga Nordwest/Waldviertel: Zwischen dem USV St. Bernhard/F. und dem USV Groß Gerungs schildert Co-Trainer Mario Friesinger eine Partie mit früher Führung, Aluminiumtreffern, einem parierten Elfmeter und einer späten Antwort seiner Mannschaft. Den Endstand von 4:2 bewertet er als gerecht. Prägend waren für ihn Effizienz vor der Pause und Widerstandskraft nach dem St.-Bernharder Aufbäumen, gepaart mit der Einschätzung, dass die Gastgeber nach dem Wechsel spürbar mehr Druck und Ballbesitz entwickelten.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Die Anfangsphase gehörte den Gästen. Groß Gerungs ging früh in Front, nutzte vor der Pause seine Chancen konsequent und setzte offensiv die Akzente. Friesingers Blick auf die Kräfteverhältnisse ist dabei differenziert: "In der ersten Halbzeit war es ein Spiel auf Augenhöhe, in dem wir die Möglichkeiten besser verwertet und offensiv aktiver agiert haben. In der zweiten Halbzeit hat St. Bernhard mehr gedrückt, mit mehr Ballbesitz – sie sind qualitativ sehr gut." Schon nach 2 Minuten stellte Jonas Schulner (2.) auf 1:0. Danach erhöhte Martin Kucera (35.) auf 2:0, ehe kurz darauf das 3:0 fiel (37.), erneut durch Schulner. Vor der Pause meldete sich St. Bernhard mit einem Freistoß an die Latte zu Wort; auch Groß Gerungs hatte Alupech. Mit 3:0 ging es in die Kabinen.
Die Partie war sowohl körperlich geführt als auch technisch geprägt – so ordnet es Friesinger ein. Ein Schlüsselmoment der ersten Hälfte: St. Bernhard bekam einen Elfmeter zugesprochen, doch der Torhüter von Groß Gerungs parierte. Nach dem Seitenwechsel kippte das Ballbesitzbild: St. Bernhard drückte, kam spielerisch besser in die Räume und verkürzte binnen zwei Minuten. Ondrej Moucka stellte in Minute 66 auf 3:1, kurz darauf legte Leos Vozihnoj (68.) das 3:2 nach – die Phase, in der Groß Gerungs laut Friesinger "den Kopf nicht in den Sand gesteckt" hat. Die Gäste blieben aktiv, setzten Nadelstiche, trafen noch zweimal die Latte und liefen, wie Friesinger es formulierte, "zwei-, dreimal noch frei aufs Tor". Die Entlastung trug schließlich wieder Zählbares: In Minute 78 traf David Sestauber zum 4:2 und setzte damit den Schlusspunkt unter eine zweite Hälfte, in der die Gastgeber deutlich aufs Tempo drückten, ohne das Spiel noch zu drehen.
In der Bewertung der strittigen Szenen bleibt Friesinger sachlich: "Der Schiedsrichter hatte das Spiel gut im Griff. Die Elfmeterentscheidung war für mich aus der Situation heraus schwer zu sehen; wahrscheinlich gibt er so eine Szene zwei von fünf Mal." Insgesamt passte aus seiner Perspektive das Verhältnis von Körpereinsatz und Technik, und seine Mannschaft hielt dem Druck nach dem schnellen Anschluss stand. Mit dem Rückenwind der Woche richtet er den Fokus bereits auf die nächste Aufgabe: "Zu Hause gegen den Tabellenführer wird es sicher wieder schwierig. Wir müssen wieder 100 Prozent unserer Leistung abrufen – mit dem Rückenwind dieser Woche ist aber auch für uns etwas drin."