Im Duell von SV W4IT Ziersdorf und Horn SV II in der Gebietsliga Nordwest/Waldviertel war Geduld statt Spektakel gefragt. Trainer Martin Aichinger sprach von einem offenen Spiel mit wenigen klaren Möglichkeiten, betonte die längeren Ballbesitzphasen der Gäste und hob hervor, dass vor allem Standards auf beiden Seiten Gefahr brachten – ohne Ertrag. Sein Fazit: Lob für den umsichtig leitenden Unparteiischen, starke Auftritte im Ziersdorfer Defensivverbund und der Plan, erst zu regenerieren, dann wieder anzugreifen.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Die Anfangsphase war von kontrolliertem Ballbesitz geprägt, Abschlüsse blieben rar. In der ersten Halbzeit meldete sich Ziersdorf mit der besten Möglichkeit an: Nach einem Horn-Angriff schlug der eigene Tormann weit ab, die Gastgeber eroberten den zweiten Ball, und aus dem Rückraum kam Mikolin Demaj zum Abschluss – die Chance war groß, der Ball jedoch nicht im Netz. Die Antwort der Gäste folgte aus kurzer Distanz, doch Edmund Hofmann parierte stark und hielt den Kasten sauber. Mit 0:0 ging es in die Pause. Danach plätscherte die Partie über weite Strecken dahin; um die Mitte der zweiten Hälfte verzeichnete Ziersdorf noch einmal einen Abschluss durch Demaj. In der Schlussphase lag der Lucky Punch nach einem Eckball und heftigem Gestocher auf einem Ziersdorfer Fuß, doch der entscheidende Moment blieb aus – das Spiel endete torlos und lebte mehr von kleinen Wendungen als von klaren Durchbrüchen.
Im strukturellen Bild hatte Horn über weite Strecken mehr vom Ball, baute sauber von hinten über das Mittelfeld auf und kontrollierte so längere Phasen. Ziersdorf tat sich – auch aufgrund mehrerer angeschlagener Spieler – schwer, konstant über das Mittelfeld hinauszukommen und Tiefe zu erzeugen. Aichingers Team verteidigte konsequent; aussichtsreiche Szenen entstanden beiderseits vor allem nach ruhenden Bällen. Passend dazu seine Einschätzung zu den Eckbällen: „Die Eckbälle waren auf beiden Seiten immer wieder gefährlich, aber letztlich sprang nichts Zählbares heraus.“ So blieb es ein Spiel der Geduld und der zweiten Bälle – Ziersdorf lauerte auf Umschaltmomente, Horn suchte den Durchbruch über Ballzirkulation. Der letzte Pass und die Genauigkeit im Abschluss fehlten, folgerichtig stand am Ende das 0:0.
Abseits des Rein-Sportlichen setzte Aichinger einen klaren Akzent: Der Schiedsrichter habe das Spiel hervorragend geleitet, strittige Szenen gab es nicht. Als prägende Figuren hob er zwei Ziersdorfer aus dem Defensivverbund hervor: Florian Weiss, der als Sechser im Mittelfeld viele Zweikämpfe gewann, und Außenverteidiger Fabian Schuster, der gegen die technisch starke Nummer zehn der Gäste überzeugte. Inhaltlich richtet sich der Blick nach vorn auf Erholung und Physis: Man werde diese Woche gezielt regenerieren und auskurieren, denn kleine Blessuren und Krankheiten hätten am Ende Kondition, letzten Biss und Aggressivität gekostet. Ziel: nächste Woche wieder angreifen.