Im Duell der Gebietsliga Nordwest/Waldviertel zwischen Horn SV II und USV Raabs/Thaya war ein echtes 6 Punktespiel. Obmann Richard Zarycka sprach von einem insgesamt fair geführten Spiel, in dem Horn mehr Ballbesitz hatte, Raabs aber lange dagegenhielt. Ausfälle zwangen das Trainerteam zur Improvisation, eine strittige Elfmeter-Szene bei 0:0 prägte die Wahrnehmung. Erst in der Schlussphase kippte die Partie endgültig zugunsten der jungen Horner.

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Zarycka ordnete das Geschehen vor allem über die Ausgangslage ein: „Wenn man auf die Startelf schaut, sieht man, dass einige Qualitätsspieler dem Trainerteam nicht zur Verfügung standen.“ Namentlich fehlten Istvan Varga (gelbgesperrt), Nikola Ziric/Florian Kranzl (verletzt) und Michael Mürwald (privat verhindert); zudem konnte der Goldtorschütze aus dem jüngsten Spiel Julian Pleßl gegen Langenlois ebenfalls verletzungsbedingt nicht mitwirken. Um dennoch Stabilität im Zentrum zu sichern, setzten die Raabser auf Erfahrung: Zdenek Stepanovsky und Kapitän Stefan Hölzl gingen angeschlagen in die Partie und hielten das Zentrum zunächst gut dicht. Die personelle Decke blieb jedoch dünn: Einer der beiden musste noch vor der Pause raus, der andere gleich nach Wiederbeginn – ein doppelter Einschnitt, der die Spielbalance sichtbar beeinflusste. Zarycka sprach von einem insgesamt knappen, aber offenen ersten Durchgang, in dem sein Team „zwei bis drei Chancen, aber eher Halbchancen“ verzeichnete. Auf der Gegenseite deuteten die Horner Youngsters ihr Tempo und ihre technische Ausbildung an, ohne zunächst durchzukommen.
Unmittelbar vor dem Seitenwechsel wackelte das Tor von Raabs bei einer Hundertprozentigen, der Ball sprang nach einem Abschluss von der Latte zurück – es blieb beim 0:0 zur Pause. Nach dem Wiederanpfiff verstärkte Horn den Druck, während Raabs die Umstellungen verkraften musste. Der Knackpunkt aus Raabser Sicht: Mitte der zweiten Halbzeit fuhr die Mannschaft einen Konter, bei dem die mitgereisten Raabs-Fans und die Spieler vehement ein Handspiel im Strafraum der Horner reklamierten. Bei einem möglichen Elferpfiff und einem Stand von 0:0, so die Einschätzung, hätte eine Führung das Spielbild „anders“ aussehen lassen können. Stattdessen bekamen die Horner Youngsters immer mehr Spielanteile – die Entscheidung fiel spät: Ludwig Madl traf in der 76. Minute zum 0:1 aus Raabser Sicht und legte in der 89. das 0:2 nach; in der 92. Minute setzte Felix Buxbaum mit dem 0:3 den Schlusspunkt. Raabs war in der Schlussphase voll auf den Ausgleich fokussiert, öffnete Räume und wurde dafür bestraft – die zwei letzten Treffer fielen erst kurz vor Ende bzw. in der Nachspielzeit.
In der Gesamtschau hob Zarycka die technische Reife des Gegners hervor: „Horn hatte auf alle Fälle mehr Ballbesitz. Die jungen Spieler sind sehr gut ausgebildet und lassen den Ball sauber zirkulieren – meistens war aber zwanzig bis fünfundzwanzig Meter vor unserem Tor Schluss.“ Gleichzeitig blieb die Partie über weite Strecken fair, mit nur wenigen Verwarnungen. Zu den Standardsituationen gab es aus seiner Sicht wenig Ausschlaggebendes, da sich vieles im Mittelfeld abspielte. Der Ausblick ist klar formuliert: „Ich hoffe, dass wieder mehr Spieler zur Verfügung stehen und Verletzte zurückkommen.“ Das nächste Spiel gegen ein weiteres „Zweier-Team“, die SG Kremser SC/Rehberg II kommt ins Thayatalstadion. Grundsätzlich müssen wir zu Hause punkten und wir sind daheim stärker als auswärts, deshalb hoffe ich auf viele Zuschauer und den nächsten Heimsieg.“ Die Zuversicht ist spürbar.