Spielberichte

Martin Aichinger (Trainer Ziersdorf): „Die Elfmeter haben uns den Faden gekostet“

USV Raabs/Thaya
SV Ziersdorf

Im Duell der Gebietsliga Nordwest/Waldviertel setzte sich der USV Raabs/Thaya gegen den SV W4IT Ziersdorf knapp mit 2:1 durch. Ziersdorf vergab laut Trainer Martin Aichinger zwei frühe Elfmeter, fand nach dem vergebenen Doppelpack schwer ins Spiel, glich nach der Raabser Führung (Roland Gerebenits, 62.) dank eines Eigentors von Luka Irschik zwar zum 1:1 (68.) aus, kassierte aber in Minute 90 durch Florian Kranzl den späten Nackenschlag. „Wir haben den Faden verloren“, sagte Aichinger, sprach dennoch von einer fairen Partie ohne Schiri-Diskussionen.

Spieler schnürt auf der Bank seine Fußballschuhe

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Frühe Nackenschläge – und die rasche Antwort nach der Pause

Der Start verlief für Ziersdorf denkbar unglücklich. Gleich zwei Mal trat die Aichinger-Elf vom Punkt an – und zwei Mal blieb der Ball draußen. „Bei Elfmetern ist es immer fünfzig-fünfzig. Entweder hält der Tormann gut oder der Schuss ist nicht optimal“, erklärte Martin Aichinger und präzisierte: „Es war ein Mittelding aus beidem. Nicht optimal geschossen, der Tormann hat gut reagiert – und beim zweiten war es leider wieder ähnlich.“ Dass es zur Pause 0:0 stand, half der Verunsicherung kaum. Nach dem Seitenwechsel schlug Raabs zu: Roland Gerebenits brachte die Hausherren in der 62. Minute in Führung. Ziersdorf hatte aber eine Antwort parat und kam nur sechs Minuten später über ein unglückliches Eigentor von Luka Irschik zum 1:1. „Das haben wir binnen kürzester Zeit wieder ausgeglichen“, meinte Aichinger – das Spiel wogte in der Folge lange ohne klare Vorteile dahin.

Viel Aufbau, zu wenig Durchschlagskraft

Während Ziersdorf im Aufbau phasenweise ordentlich agierte, fehlte im letzten Drittel die Wucht. Der Trainer nahm seine Mannschaft deutlich, aber sachlich in die Pflicht: „Es war der komplette Auftritt der Mannschaft – wir sind nicht als Team aufgetreten. Einige haben es mit Einzelaktionen versucht, das Ganze hat nicht harmoniert.“ Zwar gab es immer wieder ordentliche Ballstafetten aus der Abwehr heraus, doch vorne blieb es zu zahm. „Wir haben phasenweise versucht, von hinten das Spiel nach vorne zu machen, waren aber vorne zu harmlos. Meistens war am Zwanziger Schluss“, so Aichinger. An äußeren Faktoren lag es nicht: „Es war eine faire, offene Partie ohne Fehlentscheidungen, die Schiedsrichterleistung war in Ordnung.“ Sein Fazit fiel klar aus: „Wir haben unsere Chancen nicht genutzt und Raabs hat sie genutzt. Deswegen ist Raabs der verdiente Sieger.“

Kranzls Last-Minute-Treffer und der Blick nach vorne

Als vieles bereits auf ein 1:1 hindeutete, entschied eine Unachtsamkeit die Partie. In Minute 90 traf Florian Kranzl für Raabs zum 2:1. Aichinger schilderte die Szene aus seiner Sicht: „Ein Spieler wurde rund zwanzig Meter vor dem Tor nicht ordentlich attackiert. Er hat sich gedreht, den Ball gut getroffen und genau ins lange Eck gesetzt – da war unser Tormann chancenlos.“ Die Enttäuschung war spürbar, doch der Trainer blickt nach vorne: „Wir müssen den Kopf frei kriegen und den Blick auf die nächsten Matches richten, die nicht einfacher werden.“ Hoffnung gibt ihm die Personalentwicklung: „Ich hoffe auf die Rückkehr einiger Spieler, wir haben Verletzte und Angeschlagene. Als Mannschaft müssen wir näher zusammenrücken, damit wir wieder Siege feiern.“ In der Tabelle hält Ziersdorf nach 21 Runden bei 30 Punkten, Raabs bei 24.

Gebietsliga Nordwest/Waldviertel: Raabs : Ziersdorf - 2:1 (0:0)

  • 90
    Florian Kranzl 2:1
  • 68
    Eigentor durch Luka Irschik 1:1
  • 62
    Roland Gerebenits 1:0