Spielberichte

0:2 hinten, am Ende 3:2 vorne: "Wir haben nie aufgegeben" erklärt Ziersdorfs Wende

Ligaportal als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen
SCU Kottes
SV Ziersdorf

In der Gebietsliga Nordwest/Waldviertel hat der SCU Renz Kottes gegen den SV Sparkasse Ziersdorf trotz 2:1-Pausenführung noch 2:3 verloren. Trainer Martin Aichinger sprach nach dem Auswärtssieg von einem Spiel mit zwei völlig unterschiedlichen Gesichtern: zunächst mehrere Schockmomente, danach eine Mannschaft, die sich Schritt für Schritt zurückkämpfte und die Partie mit zwei späten Treffern noch drehte.

Fünf Bälle in Gelb/Violett auf Rasen

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Schockstart mit zwei Treffern von David Rester

Martin Aichinger suchte nach dem Schlusspfiff ein starkes Bild für diese Partie. "Der Beginn war eher horrorfilmgleich, das Ende dann kitschig", sagte der Trainer der Ziersdorfer, und aus seiner Sicht sprach zunächst fast alles gegen seine Mannschaft. Schon nach zwei Minuten musste Marcel Ganser verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Danach setzte Kottes weiter nach: David Rester traf in der 15. Minute zum 1:0 und in der 22. Minute auch zum 2:0. Aichinger sprach von mehreren Schockmomenten hintereinander und davon, dass seine Elf lange brauchte, um wieder Ordnung in ihr Spiel zu bringen. "Wir sind ungefähr nach einer halben Stunde erst aus dieser Schockstarre erwacht", sagte er. Wichtig wurde das noch vor der Pause, weil Stefan Studnicka in der 39. Minute den Anschlusstreffer zum 2:1 erzielte und damit aus einem ganz schwierigen Beginn wieder ein offenes Spiel machte.

Waltner nutzt die Wendephase

Mit dem 2:1 zur Pause war Ziersdorf laut Aichinger wieder im Spiel, auch wenn nach dem Seitenwechsel zuerst noch einmal die Gastgeber anschoben. Kottes kam nach der Pause zu einer guten Möglichkeit, doch Ziersdorfs Tormann hielt stark und verhinderte damit den möglichen dritten Treffer. Für den Trainer war genau das ein wichtiger Moment, weil die Partie so offen blieb. Danach gehörte die entscheidende Phase Lukas Waltner. In der 72. Minute erzielte er das 2:2, in der 76. Minute auch den Siegestreffer zum 2:3. Aichinger geriet bei der Beschreibung dieser Minuten ins Schwärmen: "Dann sind die starken Minuten von Lukas Waltner gekommen." Den Ausgleich schilderte er als "sensationellen Volleyschuss", den Treffer zum Sieg als Abschluss mit links. Dass seine Mannschaft nach dem frühen 0:2 überhaupt noch einmal zurückkam, erklärte er vor allem mit ihrer Haltung: "Wir haben nie aufgegeben."

Ab der halben Stunde stand Ziersdorf stabiler

Der Trainer führte die Wende allerdings nicht nur auf die beiden Tore zurück. Für ihn begann die Aufholjagd schon deutlich früher, nämlich in dem Moment, als seine Mannschaft wieder Zugriff bekam. "Zu Beginn hat leider nichts funktioniert", sagte Aichinger offen. Ab etwa der halben Stunde habe sich das Bild aber verändert. Die Defensive sei dann "extrem stabil" gestanden, man habe wenig zugelassen und über das Mittelfeld bessere Kombinationen gefunden. Dazu kam, dass Ziersdorf aus den wenigen Chancen die nötigen Tore machte. Gerade dieser Teil seiner Analyse erklärt den Auswärtssieg gut: Die Gäste brauchten keine Flut an Möglichkeiten, sondern nutzten ihre Szenen konsequent. Aus einer Partie, in der Kottes zunächst klar den Ton angab und auf das 3:0 drückte, wurde so Schritt für Schritt ein Spiel, das Ziersdorf drehen konnte und nach dem 2:3 auch über die restliche Spielzeit verteidigte.

Viel Respekt für Kottes, viel Lob für die eigene Reaktion

Bei aller Freude über die Wende verlor Aichinger den Blick auf den Gegner nicht. Kottes sei "zu Beginn extrem präsent, extrem stark" gewesen und auch verdient in Führung gegangen. Später, so sah es der Ziersdorf-Coach, hätten die Gastgeber etwas nachgelassen, während seine Mannschaft immer stärker wurde und Kottes nicht mehr zurück ins Spiel kommen ließ. Dass er die Qualität des Gegners trotzdem hoch einschätzt, machte er ebenfalls klar: Die Gastgeber stünden "zu Recht in der oberen Tabellenhälfte", vor allem offensiv sei dort viel Qualität vorhanden. Auch die Leistung des Schiedsrichters ordnete er unaufgeregt ein: "Die Schiedsrichterleistung war okay. Es war ein gutes, neutrales Match." Unter dem Strich blieb für ihn vor allem die Reaktion seiner eigenen Mannschaft hängen. "Die geschlossene Mannschaftsleistung, auf 2:2 zu kommen, dann noch den Siegestreffer zu erzielen und das zu verteidigen, war grandios", sagte Aichinger. Genau diese Entwicklung vom Schockstart bis zur kompletten Wende machte den 3:2-Auswärtssieg der Ziersdorfer so besonders.

Gebietsliga Nordwest/Waldviertel: SCU Kottes : Ziersdorf - 2:3 (2:1)

  • 76
    Lukas Waltner 2:3
  • 72
    Lukas Waltner 2:2
  • 39
    Stefan Studnicka 2:1
  • 22
    David Rester 2:0
  • 15
    David Rester 1:0