In der Gebietsliga Süd/Südost hat der ASK Bad Fischau-Brunn am Samstagabend gegen den ASV Vösendorf mit 0:1 verloren. Für die Gäste war es laut Sportlichem Leiter Georg Nemetschek kein Sieg für den Schönheitswert, sondern einer, der über Einsatz, Zweikämpfe und Geschlossenheit kam. Daniel Randaks Treffer kurz vor der Pause reichte in einer intensiven Partie, in der ASV Vösendorf nach eigener Einschätzung die klareren Chancen hatte.

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Georg Nemetschek schilderte die 90 Minuten als „ein sehr kampfbetontes Spiel von beiden Seiten“, das über weite Strecken „ziemlich ausgeglichen“ gewesen sei. Den Unterschied sah der Sportliche Leiter aber bei den Möglichkeiten seiner Mannschaft. „Wir haben die deutlich besseren und zwingenderen Torchancen gehabt und hätten die Tore früher machen müssen“, sagte er. Genau deshalb blieb die Partie aus seiner Sicht lange offen. Erst in der 42. Minute brachte Daniel Randak den ASV Vösendorf mit 1:0 in Führung, wenig später ging es mit diesem Spielstand in die Halbzeit. Weil der zweite Treffer ausblieb, blieb es danach „immer wieder ein Spiel auf Messers Schneide“, wie Nemetschek es formulierte. Aus seiner Sicht hätte eine frühere Führung dem Spiel wohl auch etwas von seiner Schärfe genommen.
Einen einzelnen Kipppunkt wollte Georg Nemetschek nach dem Schlusspfiff gar nicht herausheben. Für ihn lag der Schlüssel vielmehr in der Haltung seiner Mannschaft von Beginn an. „Die Jungs haben die Zweikämpfe angenommen. Sie waren sich für keinen Meter zu schade. Sie haben alles auf dem Platz liegen lassen und sind vor allem als Einheit aufgetreten“, sagte er. Genau das sei der Grund für den Auswärtssieg gewesen. Auch in der zweiten Halbzeit habe der ASV Vösendorf in einigen Situationen gezeigt, dass er sich diesmal besser gewehrt habe als noch in der Vorwoche. Nemetschek sprach von „einem Schritt in die richtige Richtung“ und betonte, dass seine Mannschaft Charakter gezeigt habe, weil einer für den anderen in die Zweikämpfe gegangen sei. Dass der Treffer von Daniel Randak am Ende genügte, passte für ihn auch zu dieser Art von Spiel, das nicht über Glanz, sondern über Haltung entschieden worden sei.
Besonders zufrieden war Georg Nemetschek mit der Art, wie der ASV Vösendorf das erwartete Spiel angenommen hat. „Wir haben gewusst, dass uns der Gegner ein bissl die Schneid abkaufen will“, sagte er, und genau darauf sei seine Mannschaft vorbereitet gewesen. Die größte Stärke sei daher die Zweikampfführung gewesen, dazu das Selbstvertrauen, Situationen auch spielerisch lösen zu wollen, obwohl dafür laut Nemetschek an diesem Abend nur wenig Raum da war. „Wir haben uns nicht aus dem Konzept bringen lassen und sind bei unserem Spiel geblieben“, meinte er. Dass ASK Bad Fischau-Brunn eine starke und intakte Mannschaft sei, stellte er dabei ausdrücklich fest. Umso mehr wertete er den knappen Sieg als Beleg dafür, dass der ASV Vösendorf inzwischen auch enge und unangenehme Spiele für sich entscheiden kann.
Ein weiterer Punkt war für Georg Nemetschek die Linie des Schiedsrichters. Er sprach von einer „sehr harten Linie“, die zwar beide Seiten gleich getroffen habe, seiner Meinung nach aber früher hätte korrigiert werden können. „Wir sind am Fußballplatz und nicht am Rugbyplatz“, sagte der Sportliche Leiter, ohne dabei eine Benachteiligung für eine der beiden Mannschaften zu reklamieren. Gerade weil die Partie so zweikampfbetont war, hätte er sich dadurch mehr Fußball erhofft. Trotz des 1:0-Erfolgs sieht er den Weg des ASV Vösendorf vor allem als Entwicklung. „Wieder ein Schritt nach vorne“, sagte Nemetschek, der von einer wachsenden Siegermentalität sprach. Nach zwei Runden hält der ASV Vösendorf damit bei sechs Punkten und nimmt vom Gastspiel beim ASK Bad Fischau-Brunn nicht nur drei Zähler, sondern auch die Erkenntnis mit, dass man Spiele „auch dreckig gewinnen kann“.