In der Gebietsliga West hat USC Biberbach gegen ASK Loosdorf ein spätes Hin und Her nicht mehr drehen können. Die Gäste nahmen ein 3:2 mit, obwohl es in der Nachspielzeit noch einmal richtig eng wurde. Für Trainer Christoph Koppensteiner lag der Grund für den Auswärtssieg trotzdem klar auf der Hand: der frühe Vorsprung, die bessere Chancenbilanz und eine Mannschaft, die trotz fünf Ausfällen von Beginn an bereit war.

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Loosdorf war praktisch vom Anpfiff weg in der Partie und bekam genau den Beginn, den sich ein Auswärtsteam wünscht. Schon in der 2. Minute setzte die Mannschaft den Gegner unter Druck, zwang Biberbach zu einem Fehler und Marco Moser schob zum 0:1 ein. Koppensteiner ordnete diesen Auftakt später als ganz wichtigen Punkt ein: "Wir konnten gleich in Führung gehen. Das hat uns natürlich geholfen." Der Trainer sah seine Mannschaft danach nicht nur stabil, sondern auch aktiver. "In der ersten Halbzeit hatten wir mehr Chancen als der Gegner", sagte er, auch wenn Biberbach laut seiner Einschätzung ebenfalls auf ein oder zwei gute Möglichkeiten kam. Aus Loosdorfer Sicht blieb deshalb sogar das Gefühl, zur Pause noch zu knapp vorne zu liegen. "Wir hätten eigentlich mit einer höheren Führung in die Pause gehen können", meinte Koppensteiner nach dem 0:1-Halbzeitstand.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb Loosdorf laut seinem Trainer auf Kurs. Koppensteiner sprach davon, dass seine Mannschaft "gut aus der Kabine herausgekommen" sei und in der ersten Viertelstunde bis 20 Minuten nach Wiederbeginn weitere Chancen auf das 0:2 hatte. Weil diese Möglichkeiten ungenützt blieben, blieb Biberbach im Spiel und die Partie offen. Erst in der 84. Minute folgte die scheinbare Entscheidung, als Martin Wetzel einen Freistoß aus rund 20 Metern zum 0:2 ins Eck setzte. "Mit dem 2:0 waren wir uns eigentlich sicher, dass der Sieg fix ist", sagte der Loosdorf-Trainer. Ganz erledigt war die Sache aber nicht. In der 93. Minute brachte Lorenz Leo Edermayr die Gastgeber noch einmal auf 1:2 heran, doch Loosdorf reagierte sofort: Nur wenig später stellte Egzon Rullani auf 1:3. Dass Adrian Süvöltös in der 95. Minute noch auf 2:3 verkürzte, änderte am Ausgang nichts mehr. Koppensteiner sprach deshalb zwar von einer "turbulenten Schlussphase", hielt aber ebenso fest, dass seine Elf den Sieg letztlich verdient mitnahm.
Mindestens ebenso wichtig wie der Spielverlauf war für Koppensteiner die Art und Weise, wie seine Mannschaft diese Aufgabe angenommen hat. Loosdorf musste nach seinen Angaben wieder fünf Ausfälle verkraften, dazu rückten mehrere Spieler in die Mannschaft, denen zuletzt Spielpraxis gefehlt hatte. Gerade deshalb fiel das Lob des Trainers deutlich aus. "Ich möchte meiner Mannschaft ein Kompliment aussprechen. Ich bin sehr stolz darauf, wie wir dieses Spiel bestritten haben", sagte er. Besonders gefiel ihm, dass seine Elf mental sofort da war und sich auf die bekannte Spielweise des Gegners einstellte. "Wir wussten, dass Biberbach ein kampfbetontes und körperbetontes Spiel hat. Wir mussten von der ersten Minute an dagegenhalten. Das haben wir super gemacht." Dazu kam, dass Loosdorf laut Koppensteiner spielerisch sauberer als zuletzt in die Partie fand, weniger hohe Bälle brauchte und Biberbachs Stärke über weite Strecken gut unterband. "Wir sind mit unseren Außenverteidigern sehr gut gestanden und haben diese hohen Bälle meistens gewonnen", erklärte er. Am Ende blieb deshalb vor allem ein Satz hängen, den der Trainer zum Schluss noch einmal wiederholte: "Ein besonderes Lob an die Spieler, die in die Startelf aufgerückt sind. Die haben ihre Sache wirklich sehr gut gemacht."
Bei allem Auf und Ab in den letzten Minuten verlor Koppensteiner nach dem Schlusspfiff den Gesamtverlauf nicht aus dem Blick. Für ihn stand fest, dass Loosdorf über die gesamte Spielzeit gesehen mehr richtig machte und sich die drei Punkte in Biberbach verdiente. "Unterm Strich sind das verdiente drei Punkte, die wir dort geholt haben", sagte der Trainer. Diskussionen um das Schiedsrichtergespann wollte er gar nicht aufmachen. "Es war keine grobe Fehlentscheidung dabei. Das war eine gute Leistung des Schiedsrichtergespanns." Für Loosdorf war es damit in Runde fünf ein Sieg, der nicht nur wegen der späten Wendungen Gewicht hatte, sondern auch wegen der Personalsituation und der Spieler, die diese Aufgabe laut ihrem Trainer sehr ordentlich gelöst haben.