Der Gebietsliga West-Abend zwischen SC Herzogenburg und FC Leonhofen endete mit einem 3:3, obwohl die Gastgeber nach der Pause schon 3:1 vorne lagen. Für Trainer Horst Giller blieb deshalb vor allem eines hängen: Herzogenburg brachte einen guten Auftritt nicht ins Ziel. "Aus meiner Sicht zwei verlorene Punkte", sagte der Coach, weil seine Mannschaft offensiv drei Tore machte, sich am Ende aber wieder nicht belohnte.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Die Partie begann mit einem Dämpfer für die Hausherren, denn Marcel Schiller brachte Leonhofen in der 17. Minute mit 1:0 in Führung. Giller sah seine Mannschaft dennoch ordentlich in der Partie und betonte, dass Herzogenburg gut hineingefunden habe. Der Ausgleich durch Tarik Handzic in der 32. Minute passte damit zu seinem Eindruck, dass seine Elf nicht auseinanderfiel, sondern weiter an das Spiel glaubte. Nach dem 1:1 zur Pause legte Herzogenburg dann genau so los, wie es sich ein Trainer wünscht: Thierry Ahissan traf in der 47. Minute zum 2:1, ehe Handzic mit seinem zweiten Treffer des Tages in der 59. Minute auf 3:1 stellte. Gerade diese Phase gefiel Giller, weil seine Mannschaft offensiv Druck machte und den Gegner beschäftigte. "Offensiv gut, gut dagegengehalten, super Laufwege, super Kampfgeist", sagte der Herzogenburg-Coach und meinte damit jene Spielphase, in der seine Mannschaft das Spiel eigentlich auf ihre Seite gezogen hatte.
Dass es am Ende trotzdem nur zu einem Punkt reichte, machte Giller sehr konkret an einem Punkt fest. "Leider haben wir zum Schluss drei Standards, drei Tore bekommen", sagte er und sprach damit den Kern des Spiels an, wie er es gesehen hat. Laut dem Trainer kassierte Herzogenburg einen Elfmeter und in der zweiten Halbzeit zudem zwei Gegentreffer nach Eckbällen. Besonders diese Situationen ärgerten ihn, weil er gerade dort mehr Konsequenz erwartet hatte. "Da haben wir nicht gut verteidigt und das darf so nicht passieren", sagte Giller. Der Anschlusstreffer zum 3:2 fiel in der 65. Minute erneut durch Schiller, und als derselbe Spieler in der 89. Minute auch noch das 3:3 machte, war ein Spiel gekippt, das Herzogenburg nach etwas mehr als einer Stunde scheinbar im Griff hatte. Giller ordnete Leonhofen zwar als "kompakte, gute Mannschaft" ein, schob aber nach, dass der Gegner "aus dem Spiel nicht viel Chancen kreieren" konnte. Umso größer war aus seiner Sicht der Ärger darüber, dass genau diese Standards das Ergebnis noch einmal ausglichen.
Trotz des späten Rückschlags wollte der Herzogenburg-Trainer die Leistung seiner Mannschaft nicht kleinreden. Im Gegenteil: Er hob ausdrücklich hervor, was gut funktioniert hatte. "Der Wille nach vorne, der Wille, Tore zu schießen, der Wille, einer für den anderen zu laufen", sei klar zu sehen gewesen, sagte Giller. Gleichzeitig sprach er aber auch an, was seiner Mannschaft noch fehlt, um solche Spiele wirklich nach Hause zu bringen. "Agieren und nicht reagieren. Das ist der Schlüssel", meinte er und verwies damit auf die fehlende Entschlossenheit in den entscheidenden Duellen bei ruhenden Bällen. Auch mit der Linie des Schiedsrichters war er nicht zufrieden, insgesamt nannte er die Leistung des Unparteiischen "durchschnittlich, aber sicher nicht gut". Im Mittelpunkt seiner Analyse stand aber nicht der Referee, sondern das eigene Versäumnis. "Die Mannschaft hätte es sich verdient", sagte Giller, weil seine Elf hart gearbeitet und drei Tore erzielt habe. In der Tabelle bleibt Herzogenburg nach acht Runden mit sechs Punkten auf Rang elf. Das 3:3 gegen Leonhofen zeigt aber auch, dass in dieser Mannschaft mehr steckt, wenn sie gute Phasen künftig konsequenter ins Ziel bringt.