In der Gebietsliga West musste sich ASV Statzendorf dem Spitzenreiter FC STYX Ober-Grafendorf mit 0:2 geschlagen geben. Für Obmann Herbert Stöger war das aber kein Spiel, in dem seine Mannschaft völlig unterlegen war. Er sprach von „wieder einem Schritt vorwärts“ und machte vor allem einen Punkt als Grund für die Niederlage aus: die fehlende Konsequenz vor dem Tor.

Foto von Ian Taylor auf Unsplash
Der Blick auf den Spielverlauf zeigt, warum Stöger nach dem Schlusspfiff nicht nur das nackte Ergebnis im Kopf hatte. Ober-Grafendorf hatte nach seiner Einschätzung im ersten Durchgang zwar „viel mehr“ Ballbesitz und trat so auf, wie man es von einer Spitzenmannschaft erwarten darf. Trotzdem war Statzendorf nicht ohne Möglichkeiten. „Wir sind eigentlich nur an den Chancen gescheitert“, sagte Stöger, und genau das zog sich aus seiner Sicht durch die Partie. Auf der anderen Seite nutzten die Gäste ihre Gelegenheiten konsequent. Fabian Diendorfer traf in der 30. Minute zum 0:1 und legte nur drei Minuten später das 0:2 nach. Damit war die Richtung des Spiels früh vorgegeben. Stöger blieb aber dabei, dass seine Mannschaft auch schon vor der Pause mehr daraus hätte machen können: „Zur Halbzeit hätte es leicht 2:2 stehen können“, meinte er und verwies auf „zwei, drei sehr gute Chancen“, die ungenutzt blieben.
Im zweiten Durchgang sah der Statzendorfer Obmann dann eine deutlich offenere Partie. „Die zweite Halbzeit war sehr ausgeglichen“, sagte Stöger, der seiner Mannschaft in dieser Phase also keineswegs einen Einbruch attestierte. Vielmehr beschrieb er, dass Ober-Grafendorf das Ergebnis verwaltete und Statzendorf dennoch wieder zu einer richtig guten Möglichkeit kam. Gerade das machte die Niederlage aus seiner Sicht so greifbar. „Wir kamen noch zu einer sehr guten Chance, die wir wieder nicht genützt haben“, sagte er. Für ihn lag darin auch der Kern des 0:2. Auf die Frage, wo das Spiel verloren gegangen sei, antwortete Stöger knapp und eindeutig: „An der Chancenverwertung.“ Und noch klarer wurde er bei der Frage, was seiner Mannschaft gefehlt habe: „Nur die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor.“ Gegen einen Gegner dieser Qualität sei das eben entscheidend. „Wenn du gegen so einen spielerisch starken Gegner deine Chancen nicht nutzt, hast du keine Chance zu gewinnen“, brachte er es auf den Punkt.
Trotz der Niederlage nahm Stöger aus dem Auftritt seiner Mannschaft einiges mit. Besonders zufrieden war er mit der Ordnung gegen den Ball. „Wir haben taktisch sehr gut gespielt“, sagte der Obmann. Dazu hob er hervor: „Unser Mittelfeld hat defensiv sehr gut gearbeitet.“ Dass Statzendorf sich gegen den Tabellenführer überhaupt mehrere Möglichkeiten herausspielen konnte, wertete er ebenfalls positiv. Dem Gegner stellte Stöger gleichzeitig ein starkes Zeugnis aus. Ober-Grafendorf sei „eine sehr gute Mannschaft“ und verfüge über „drei überragende Stürmer“. Gleichzeitig meinte er, dass die Gäste „defensiv vielleicht nicht ganz so stabil“ seien, insgesamt aber sicher „um den Meistertitel mitspielen“ werden. Auch am Unparteiischen hatte er nichts auszusetzen: „Die Schiedsrichterleistung war sehr gut, da gibt es überhaupt nichts zu kritisieren.“ Für Statzendorf richtet sich der Blick nun ohnehin rasch nach vorne. „Wir müssen jetzt von Spiel zu Spiel schauen, dass wir in den letzten Runden noch einige Punkte einfahren“, sagte Stöger. Die Niederlage gegen den Ersten tat weh, der Auftritt selbst war für ihn aber ein Hinweis darauf, dass seine Mannschaft auf dem richtigen Weg sein kann.