Spielberichte

"Uns fehlt der Mut zum Risiko" – Oberndorf lässt beim 0:0 in Statzendorf zwei Punkte liegen

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ASV Statzendorf
SV Oberndorf

In der Gebietsliga West trennten sich der ASV Statzendorf und der SV Weichberger Oberndorf in Runde 11 mit 0:0. Für Oberndorf-Trainer Ivan Saric fühlte sich das Remis dennoch nicht wie ein gewonnener Punkt an. Seine Mannschaft war aus seiner Sicht das aktivere Team, ließ hinten kaum etwas zu, brachte die eigene Überlegenheit aber wieder nicht in den entscheidenden Momenten auf den Platz.

Ball der auf Rasen

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Viel Kampf, wenig Ertrag vor der Pause

Was Oberndorf aus Sicht seines Trainers besonders störte, war weniger das nackte Ergebnis als die Art, wie dieses Spiel verlief. Saric sprach von keiner Partie "auf hohem Niveau", sondern von einem Nachmittag, an dem viel Kampf und wenig Spielfluss zu sehen war. Dass es mit einem 0:0 in die Pause ging, passte für ihn daher ins Bild. Seine Mannschaft hatte laut Saric in der ersten Halbzeit zwar zwei Möglichkeiten, konnte daraus aber nichts machen. Statzendorf hielt mit großem Aufwand dagegen, investierte viel Laufarbeit und machte die Räume eng. So hatte Oberndorf zwar mehr Spielanteile, kam aber zunächst nicht zu dem Ertrag, den sich der Trainer erhofft hatte.

Hörlendsberger und Biber hatten den Sieg auf dem Fuß und dem Kopf

Nach dem Seitenwechsel änderte sich laut Saric am Grundmuster wenig. Oberndorf blieb aus seiner Sicht die Mannschaft mit mehr Ball und mehr Präsenz in der gegnerischen Hälfte, ohne dass daraus viele glasklare Chancen entstanden. "Der Gegner hatte, soweit ich mich erinnern kann, keine einzige wirkliche Torchance", sagte der Trainer der Gäste. Die beiden größten Möglichkeiten kamen dann spät. In der 85. Minute hatte Lukas Hörlendsberger den Matchball am Fuß, als er in einer Umschaltsituation allein auf den Tormann zulief, den Ball aber an die Stange setzte. Und tief in der Nachspielzeit fehlte auch bei Jonas Biber nicht viel, als sein Kopfball knapp neben das Tor ging. Für Saric war damit klar, wer dem Sieg näher war.

Der Trainer vermisst Mut, Verantwortung und den letzten Punch

Gerade weil die besseren Chancen auf Oberndorfer Seite lagen, fiel die Analyse von Saric deutlich aus. "Leider verlorene zwei Punkte", sagte er nach dem Schlusspfiff und machte keinen Hehl daraus, dass sich das torlose Remis für ihn wie eine verpasste Gelegenheit anfühlte. Gleichzeitig ordnete er die Partie nüchtern ein und betonte, man habe nicht erwartet, Statzendorf "fünf null abzuschießen". Entscheidend war für ihn etwas anderes: "Uns fehlt der Mut zum Risiko und einfach die Leichtigkeit vorm Tor." Immer wieder kam er auf diesen Punkt zurück. Auch den "letzten Punch" und mehr Verantwortung im letzten Drittel forderte er ein. Oberndorf wolle viel, habe auch mehr vom Spiel, mache aus diesen Phasen im Moment aber zu wenig.

Respekt vor Statzendorf, aber ein klarer Auftrag für die nächsten Wochen

Über die Gastgeber verlor Saric trotz des verpassten Sieges kein abfälliges Wort. Mit Respekt hielt er fest, dass Statzendorf "um jeden Meter, um jeden Punkt" kämpfe und vieles über Laufarbeit und Einsatz löse. Genau so schwierig habe man die Aufgabe auch erwartet. Eine Szene aus der ersten Halbzeit blieb für ihn dennoch offen: Nach einem Foul an Philipp Penzenauer hätte es aus seiner Sicht "eventuell eine rote Karte geben können", wobei er selbst einschränkte, dass er sich die Situation noch einmal im Video anschauen wolle. Am Ende blieb für Oberndorf damit ein torloser Nachmittag, der vor allem wegen der vergebenen Möglichkeiten nachwirkt. Die Richtung, die der Trainer vorgibt, ist jedenfalls klar: Mehr Risiko, mehr Verantwortung und mehr Entschlossenheit sollen aus den Spielanteilen wieder Siege werden.