Dorfstetten und Kasten sind weg, Zeillern ist zurück – und dahinter bringt sich eine Liga in Stellung, in der vor dem Start vieles möglich scheint. Stössing fehlte zuletzt nur ein einziger Punkt auf Rang zwei, Corona hat eine Legende in Torlaune und St. Anton meldet sich zurück. Die Liga 2 verspricht also auch 2026/27 reichlich Gesprächsstoff.
Zeillern: Mit neuem Schwung zum direkten Wiederaufstieg?
Beim FCSD Zeillern führt vor dem Saisonstart an einer Frage kein Weg vorbei: Geht es gleich wieder nach oben? Nach dem Aufstieg 2024/25 folgte ein schwieriges Jahr in Liga 1. Zwei Siege, ein Remis und sieben Punkte bedeuteten am Ende Rang sieben und den direkten Wiederabstieg. Nun ist Zeillern wieder da – und aufgrund der Erfahrung aus Liga 1 wohl automatisch ein Kandidat für die vorderen Plätze.
Gelingt die direkte Rückkehr, wäre die Antwort auf die unangenehmste Frage schnell gegeben. Geht es weiter zwischen den beiden Spielklassen hin und her, könnte sich dagegen langsam das Etikett „Fahrstuhlmannschaft“ festsetzen. Zum Auftakt geht es am 28. August nach St. Georgen/Leys. Zeillern reist dabei als Absteiger aus Liga 1 mit entsprechend hohen Ansprüchen an.
Stössing: Dieser eine Punkt
Kaum jemand dürfte der Vorsaison so nachtrauern wie der HSC Stössing. 20 Punkte standen am Ende zu Buche – exakt einer weniger als beim zweitplatzierten FC Kasten. Dabei zeigte gerade das Saisonfinish, dass Stössing das Zeug für ganz vorne besitzt. Ein Sinnbild dafür war der letzte Spieltag gegen Corona. Bis zur 82. Minute lag der HSC zurück, ehe Daniel Popov ausglich. Corona schlug nochmals zurück, doch Popov traf in der 89. Minute erneut, Clemens Putz machte schließlich den 5:3-Endstand perfekt.
Stössing war dran. Sehr nah sogar. Diesmal soll der entscheidende Punkt nicht fehlen.
Corona: Die Legende hat noch lange nicht genug
Auch den FC Corona sollte man auf der Rechnung haben. 30 Tore in elf Spielen zeigen, wo die große Stärke der Mannschaft liegt – und einer weiß ohnehin seit Jahren, wo das Tor steht. Auch mit 37 Jahren und 180 Toren hat Legende Michael Starkl noch nicht genug. 13 Treffer erzielte der Corona-Angreifer in der vergangenen Saison und sicherte sich damit trotz Verletzungspause im Herbst die Torjägerkrone der Liga 2. Auch beim wilden 3:5 in Stössing am letzten Spieltag schlug Starkl doppelt zu.
Dass Corona grundsätzlich weiß, wie man gewinnt, zeigt auch ein Blick weiter zurück: Mit vier Meistertiteln ist der Verein Rekordmeister der früheren Melktaler Hobbyliga.
Die Vergangenheit alleine schießt freilich keine Tore. Doch wenn Corona seine Offensivstärke aus der Vorsaison mit mehr Konstanz verbindet, darf man gespannt sein, wie weit es diesmal nach vorne geht.
St. Anton: Totgesagte leben länger
Die größte Unbekannte heißt St. Anton. Konnte man aufgrund von Spielermangel im Frühjahr keine Spiele bestreiten, ist man nun wieder regulärer Bestandteil der Liga. Eine seriöse sportliche Einordnung fällt entsprechend schwer. Aber genau das macht die Rückkehr interessant. St. Anton kennt schließlich auch die andere Seite: 2010 holte der Verein den Titel in der alten Melktaler Hobbyliga, 2017 und 2020 folgten Meisterschaften in der 2. Liga der.
Nun beginnt ein neues Kapitel, auf das die gesamte Community gespannt ist. Totgesagte leben bekanntlich länger.
Brindl auf der Suche nach Konstanz
St. Georgen/Leys kam zuletzt auf zwölf Punkte und Rang fünf. Drei Siege und drei Remis zeigen, dass die Mannschaft ihre Momente hatte – für einen Angriff nach ganz vorne braucht es diesmal aber mehr Konstanz – und mehr Torgefahr. Ein echter Gradmesser wartet auf die Brindler auch im MFL Cup, wo man am 19. September zuhause auf den HC Reinsberg trifft – eine Partie, die immer für die Extra Portion Knistern sorgt.
Rainfeld – die Wundertüte der Liga
Die vergangene Saison hatte man sich an der Gölsen sicher anders vorgestellt. Nach Platz 3 in der Saison 2024/25 war alles angerichtet für eine ordentliche Saison – am Ende standen nur zwei magere Punkte auf dem Konto. Als neutraler Beobachter, hat man das Gefühl, bei den Rainfelder Sportsfreunden ist immer alles möglich.
Man darf gespannt sein, wohin die Reise diesmal führt. Eines ist aber klar: Bereits nach wenigen Jahren hat sich der Verein als wertvolle Bereicherung in der Liga etabliert.
Platz zwei führt jetzt in die Relegation
Und auch der Modus sorgt für zusätzliche Würze. Der zweite Platz bedeutet künftig nicht mehr den direkten Aufstieg. Während der Meister den fixen Sprung in Liga 1 schafft, wartet auf den Vizemeister die Relegation gegen den Sechstplatzierten der Liga 1. Der Kampf um Platz eins gewinnt damit zusätzlich an Bedeutung.
So ergibt sich eine reizvolle Ausgangslage: Zeillern kommt mit Liga-1-Erfahrung, Stössing mit der Erinnerung an den einen fehlenden Punkt, Corona mit Torjägerkönig Starkl und St. Anton als große Unbekannte zurück.
Schafft Zeillern den direkten Wiederaufstieg? Holt sich Stössing diesmal den fehlenden Punkt? Führt Legende Starkl den FC Corona nach vorne? Und was bringt St. Anton bei seiner Rückkehr mit? Ab 28. August gibt es die Antworten auf dem Platz.
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