Am fünften Spieltag der 1. Klasse Mitte hat SC Unterpullendorf gegen ASK Raiding mit 0:4 verloren, obwohl die Gastgeber vor der Pause die besseren Phasen hatten. Erst nach dem Seitenwechsel zog Raiding die Partie auf seine Seite. Co-Trainer Anton Drabeck machte vor allem das gehaltene 0:0 zur Pause und die klare Steigerung nach dem Wechsel als Schlüssel zum Auswärtssieg aus.

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Für Drabeck begann die Partie aus Sicht seiner Mannschaft alles andere als nach Wunsch. "Wir sind heute als ASK Raiding sehr schwer in die Partie gekommen", sagte der Co-Trainer und wurde dabei deutlich. Vor allem in den ersten zwanzig Minuten habe seine Elf große Probleme gehabt, weil Unterpullendorf körperlich sehr präsent gewesen sei und seine Mannschaft zu weit weg vom Gegner gestanden habe. Dazu seien schnelle Ballverluste gekommen, die Raiding gar nicht in den Rhythmus kommen ließen. Drabeck sprach offen davon, dass seine Mannschaft in dieser Phase "eigentlich nicht am Platz" gewesen sei, so wie man sich das vorgestellt habe. Umso wichtiger war aus seiner Sicht, dass diese heikle Anfangsphase ohne Gegentor überstanden wurde. Kurz vor der Pause hatte Unterpullendorf noch eine große Möglichkeit, doch Raiding-Tormann Sebastian Linzer hielt stark und sicherte das 0:0. "Zur Wahrheit gehört dazu, dass Unterpullendorf eine Minute vor Schluss noch eine hundertprozentige Torchance gehabt hat, die unser Tormann sehr gut gehalten hat", sagte Drabeck.
In der Halbzeit wurde auf Seiten der Gäste nachjustiert, und genau das sah Drabeck später als Wendepunkt. "Wir haben in der Halbzeit einiges besprochen. Wir haben die Aufstellung ein bissl geändert", erklärte er. Danach sei seine Mannschaft ganz anders aufgetreten, habe sich mehr zugetraut und auch mehr Fußball gespielt. Aus den Worten des Co-Trainers sprach vor allem Erleichterung, weil er genau diese Reaktion sehen wollte. "Ich weiß, was wir kämpferisch können", sagte er, und diesmal habe seine Mannschaft das nach dem Wechsel auch gezeigt. Die Belohnung kam dann innerhalb weniger Minuten. In der 64. Minute brachte Norbert Janos Halasz die Gäste in Führung, nur zwei Minuten später legte Drissa Yeo das 0:2 nach. Für Drabeck war genau diese Phase spielentscheidend: "Wir haben das erste Tor geschossen, das zweite, und die Sache war erledigt." Noch wichtiger als die nackten Tore war für ihn aber, wie sie zustande kamen. "Wir haben uns mehr zugetraut, Kombinationen gespielt, und das erste und das zweite Tor waren super ausgespielt", sagte er.
Mit dem 1:0 und dem schnellen 2:0 kippte die Partie endgültig auf die Seite der Gäste. Drabeck sah seine Mannschaft in der zweiten Halbzeit "völlig verdient" vorne und sprach sogar von einem klar besseren Auftritt nach dem Seitenwechsel. Gleichzeitig ordnete er auch den Gegner respektvoll ein. "Unterpullendorf ist eine routinierte Mannschaft mit erfahrenen Fußballern, mit Legionären drinnen, die schon wissen, wie man spielt", sagte er. Aus seiner Sicht half es Raiding aber, dass bei den Hausherren nach der Pause etwas die Kräfte nachließen. "Uns hat sicher geholfen, dass ihnen in der zweiten Halbzeit ein bissl das Gas ausgegangen ist", meinte Drabeck. Raiding nutzte das konsequent und blieb am Drücker. In der 80. Minute erhöhte Mario Lösch auf 0:3, in der Nachspielzeit setzte Alex Engel mit dem 0:4 den Schlusspunkt. Drabeck gefiel dabei nicht nur die Offensive, sondern auch die Art, wie seine Mannschaft den Vorsprung verwaltete. "Dann haben wir richtig gut Fußball gespielt und das bis zum Ende sehr gut wegverteidigt", sagte er. Auch rund um die Partie sah er keinen großen Gesprächsbedarf: Es habe keine strittigen Szenen gegeben, der Schiedsrichter habe "im Großen und Ganzen gut" gepfiffen, und über die gesamten neunzig Minuten sei es eine faire Begegnung gewesen.
Der Auswärtssieg in Unterpullendorf ist für Raiding nicht nur wegen des klaren Ergebnisses viel wert, sondern auch wegen der Entwicklung der vergangenen Wochen. Nach der deutlichen Auftaktniederlage habe der Mannschaft laut Drabeck kaum noch jemand viel zugetraut, inzwischen stehen aber vier Siege in Folge zu Buche. "Jetzt haben wir vier Siege hintereinander und auch verdiente Siege, völlig verdiente Siege gegen jeden Gegner", sagte der Co-Trainer. In der Tabelle steht Raiding damit nach fünf Runden bei zwölf Punkten und auf Rang drei. Ganz ohne Mahnung kam Drabeck nach dem Spiel dennoch nicht aus, denn einen Punkt sprach er sehr klar an. "Luft nach oben ist bei uns meistens die ersten zwanzig, fünfundzwanzig Minuten, wo wir ein bisschen verschlafen", sagte er. Genau daran wird man in Raiding arbeiten müssen, wenn die Serie weitergehen soll. Die Zufriedenheit im Verein war am Sonntag dennoch groß. Drabeck hob zum Schluss auch die gute Arbeit im Unterbau hervor und verwies darauf, dass die Reserve ebenfalls stark unterwegs sei. Für die Kampfmannschaft galt nach dem 4:0 aber vor allem eines: eine schwierige Anfangsphase überstanden, nach der Pause entscheidend zugelegt und den nächsten verdienten Sieg eingefahren.